Sechs Wochen dauert die Flucht von Angela Magdici und Hassan Kiko – in der Nacht auf Karfreitag findet sie ein Ende: 40 Männer einer Sondereinheit der italienischen Carabinieri schlagen um 3.30 Uhr Uhr in einem neunstöckigen Wohnblock zu. 

Romano di Lombardia

Die Spezialkräfte schlagen die Tür der Wohnung ein, in der sich die Aargauer Gefängniswärtin und der syrische Häftling seit zwei Wochen verstecken. Das Pärchen liegt im Bett. Während er sich widerstandslos festnehmen lässt, wehrt sie sich vehement.

Wie «Blick» berichtet, seien gleich vier Männer nötig gewesen, um Hobby-Thaiboxerin Angela Magdici zu überwältigen. Sie müssen sie sogar an Händen und Füssen fesseln. «Sie wollte ihren Mann beschützen, sie war wie besessen von Liebe», zitiert «Blick» den Carabineri Romano di Lombardia.

Gefängnispaar: Hat es das Video verraten?

Gefängnispaar: Hat es das Video verraten?

Wochenlang fahndeten die Behörden nach Angela Magdici und Hassan Kiko. Dann veröffentlichen diese eine Videobotschaft – und gaben der Polizei damit entscheidende Hinweise.

Schon im Video, das diese Woche aufgetaucht war und in dem Magdici ihre Flucht zu rechtfertigen versucht hatte, hatte sie Hassan Kiko als «die Liebe ihres Lebens» bezeichnet. 

Wie «Blick» ausserdem berichtet, hatte Kiko einen 60-jährigen Tunesier kennengelernt, der laut Polizeikommandant «ein lieber Mann» sei, der «einem anderen aus seinem Kulturkreis helfen wollte». Er besorgte Kiko ein Handy mit neuer SIM-Karte, mit welcher der Syrer Kollegen in Deutschland und Österreich anrief.

Flüchtiges Gefängnispaar gefasst

Flüchtiges Gefängnispaar gefasst

Seit Wochen waren die Aargauerin Angela Magdici und Hassan Kiko verschwunden. Jetzt hat sie die Polizei in Italien erwischt. Magdicis Vater atmet auf.

Doch der Tunesier meldete sich dann doch bei der Polizei. Diese ortete das Handy - den genauen Standort konnte sie jedoch nicht ausmachen.

Um das Wohnungsversteck zu finden, ziehen als Feuerwehrmänner verkleidete Polizisten von Haus zu Haus und Wohnung zu Wohnung und geben vor, im Auftrag einer Gasgesellschaft Kontrollen durchführen zu müssen. Es gebe ein Leck in der Gegend. 

Nun sitzt das Pärchen im Gefängnis von Bergamo. Die Zürcher Staatsanwaltschaft stellt ein Auslieferungsgesuch an Italien. (pz)

Lebenszeichen der geflohenen Wärterin

Lebenszeichen der geflohenen Wärterin

Anderthalb Monate ist die Flucht von Angela Magdici und dem Straftäter Hassan Kiko her. Heute haben sich die Verliebten per Videobotschaft gemeldet.