Ihre erste grosse Liebe hat Heidi Däster nach der Stifti in Zürich kennen gelernt. Die Begegnung hat das Leben der jungen Glarnerin umgekrempelt: Sie hängte die Arbeit als Kauffrau an den Nagel und begann stattdessen eine Tanzausbildung im heutigen Tanzwerk 101. Denn es war der Modern Dance gewesen, der Heidi Däster dermassen den Kopf verdreht hatte.

«Man konnte sofort sehen, dass das mein Ding ist», erzählt Däster. Ihre Begabung für das Tanzen und die Freude daran waren lange Zeit verborgen geblieben: In ihrer Kindheit und Jugend habe sie nicht getanzt, erzählt sie.

Aber einmal angefangen, war sie Feuer und Flamme, besuchte Weiterbildungen in aller Welt. Das Schönste am Tanzen sei, dass man dabei in der Musik aufgehen könne, sagt sie. Beim Tanzen könne man alles um sich herum vergessen und Entspannung finden, wenn man sich schlecht fühle. Zudem fördere das Tanzen Konzentrationsfähigkeit undKörperhaltung.

Seit 1993 leitet Däster die Tanz- und Gymnastikschule Schlieren, wo es Kurse «für alle von 4 bis 100 Jahren» gebe. Sie unterrichtet neben klassischem Ballett und Jazztanz auch Aerobic und Yoga, ihre zweite grosse Liebe.

Im Laufe der Jahre konnte sie ein kleines Team an gut ausgebildeten und engagierten Lehrkräften für die Schule gewinnen. Dieses nimmt Rücksicht darauf, was die Schüler können und brauchen. Das Programm ist flexibel: Das Team hat etwa auf Anfrage einen Hip-Hop- Workshop für Kinder mit einer Lernbehinderung organisiert.

Die Schüler sollen Spass haben

Man merkt, dass die Schüler Däster schätzen. Die Mädchen, die den Kurs für klassisches Ballett ab 8 Jahren besuchen, begrüssen die Lehrerin freudig und stürmen energiegeladen in den Übungssaal.

Bevor es mit dem Training losgeht, prüft Däster kritisch das Äussere der Schülerinnen. «Was ist mit deinen Haaren?», fragt sie eines der Mädchen, das sich daraufhin eilig die schwarzen Locken zu einem Pferdeschwanz zusammenbindet.

Dann geht es ans Aufwärmen. Däster achtet sehr genau auf die Haltung der Kinder. «Deine unsichtbare Krone ist schon lange heruntergefallen», ruft sie einem Mädchen zu, das Kopf und Rücken nicht gerade hält. Zu streng wird sie aber nie. So bleiben die Kinder locker, aber konzentriert.

Viele beherrschen anspruchsvollere Techniken, etwa den Spagat oder die elegante und tänzerische Variation des Laufens, die Balletttänzern eigen ist. Und dies, obwohl die meisten nur ein Mal pro Woche einen Kurs besuchen. Ihr sei wichtig, dass die Schüler gerne in die Tanzschule kommen, sagt Däster. Es gebe nichts Schöneres, als Schüler, die Spass haben und immer wieder kommen möchten.

An diesem Tag üben die Kinder für einen besonderen Anlass: Das 20-Jahre-Jubiläum der Schule, das heute und Morgen im St.-Agatha-Zentrum Dietikon stattfindet. Am Samstagabend findet die grosse Schüleraufführung statt, am Sonntagnachmittag gibt es einen Yoga-Workshop mit Live-Musik. Und 120 Schüler werden nicht nur tanzen, sondern auch beim Schminken, am Kuchenbuffet und der Eingangskontrolle helfen.

Grosse Schüleraufführung, Samstag 22. 3, 19 Uhr
Yoga-Workshop/ Sonntag, 23. 3., 10 Uhr St.-Agatha-Zentrum Dietikon
http://www.tanzschule-schlieren.ch/