Die in Wilen (Schwyz) aufgewachsene Melanie Stocker ist heute als Tanzlehrerin, Mentaltrainerin, Masseurin und Hundesitterin tätig. Nach Abschluss der Sekundarschule, ging sie als Au Pair nach Bellinzona und absolvierte danach eine Ausbildung zur Detailhandelsangestellten. Nach erfolgreichem Lehrabschluss bekam sie eine Bürostelle bei der Swisscom, die sie 10 Jahre innehatte. In dieser Zeit zog sie mit ihrem Mann, einem begeisterten Boogie-Tänzer, nach Bonstetten. «Wir waren beide angefressen und haben viel Zeit in unser Hobby investiert», erinnert sie sich.

Bereits im zarten Alter von 12 Jahren hatte Stocker ihren ersten Tanzkurs besucht und sich zunächst auf Rock’n’Roll spezialisiert. Boogie-Woogie kam später hinzu. Sie und ihr Turnierpartner Reto Gurt konnten in den 1990er-Jahren verschiedene nationale und internationale Wettbewerbe für sich entscheiden und gewannen fünf Schweizer-, vier Europa- sowie drei Weltmeistertitel in Boogie-Woogie-Paartanz sowie -Formationen. Neben ihrer Arbeit unterrichteten die beiden an den Wochenenden im In- und Ausland. «Nach dem Rücktritt von Reto Gurt machte ich alleine weiter, wobei es sich hier um Anfänger, Turnierpaare, Tanzlehrer, Formationen sowie Nationalmannschaften handelte. Hinzu kamen Sprachaufenthalte in London, Nizza und Oslo, um in der jeweiligen Landessprache kommunizieren zu können», sagt Stocker.

Swing-Virus hat sich ausgebreitet

Es folgten verschiedene Ausbildungen, unter anderem in klassischer Massage, Coaching für Profisportler, Speaker und Trainer bei Swiss Olympic, Wertungsrichter beim Schweizerischen Rock-’n’-Roll-Verband sowie Expertin für Tanzsport in Magglingen. Ihr solchermassen angesammeltes Wissen integrierte die 47-Jährige auch immer gleich in den Berufsalltag. 2004 wagte sie den Sprung ins kalte Wasser und machte sich mit ihrer Firma «BodyEmotion» selbstständig. In der Folge musste sie mehr reisen denn je. Sie pendelte ununterbrochen zwischen Moskau, Los Angeles, Oslo, Paris, London und Mailand, moderierte und bewertete internationale Turniere, unterrichtete Wertungsrichter und erweiterte ihr Wissen mit anderen Tänzen wie dem West Coast Swing, der damals in Europa noch weitgehend unbekannt war. « Ich wollte diesen Tanz in Europa populär machen, was anfangs schwierig war, mir aber doch gelang. Heute ist West Coast einer der modernsten Paartänze in ganz Europa. Das Swing-Virus hat sich auch hier ausgebreitet», erklärt die 47-Jährige.

Nach den vielen Auslandsaufenthalten war es an der Zeit, sich einen Rückzugs- und Erholungsort zu suchen, wozu sich das alte Schulhaus in Aesch geradezu anbot. Vor sechs Jahren verspürte Stocker den Wunsch, weniger zu reisen, sodass Hund Cambi in ihr Leben treten konnte. Hunde seien ein toller Ausgleich, speziell in einer so schönen Gegend wie Aesch, sagt Stocker. Vor drei Jahren hatte sie das grosse Glück, dass ihr der alte Kindergarten angeboten wurde. Seither kann sie ihre gesamten Angebote unter ein Dach bringen. Im unteren Stock ist Platz für die Massage, oben eine Ecke fürs Coaching und der Rest zum Tanzen. «Dafür bin ich meinem Dorf mehr als dankbar. Nun kommen die Tänzer aus dem In- und Ausland zu mir. Sie machen Aus- und Weiterbildung und jeder, der schon mal hier war, erinnert sich gerne an das schöne Dorf Aesch und mein Dance-Cottage. Beide sind zu einem bekannten Ort in der internationalen Swing-Tanz-Szene geworden.»