Die kinder- und hundeliebende Kathrin Bürgis erblickte 1946 in Muttenz, als zweitältestes von vier Geschwistern, das Licht der Welt. Sie besuchte die Schulen im zürcherischen Kilchberg, wo ihre Mutter als Primarlehrerin beschäftigt war. Als 16-Jährige ging sie ins Welschland und liess sich danach zur Kleinkindererzieherin ausbilden. 1975 lernte sie ihren Max kennen und lieben, den sie am 31. Dezember 1976 in Weiningen heiratete, wo das Ehepaar eine Abwartsstelle im Oberstufenschulhaus gefunden hatte.

Anfänglich wohnten die beiden zuoberst im Schulhaus, wo noch kein Lift eingebaut war. Das hiess: viel Treppensteigen. Es waren zwei Häuser zu betreuen. «Dazu kam noch eine Doppel-Turnhalle und später ein Hallenbad, das jedoch inzwischen wieder geschlossen wurde. Heute sind für die gleiche Arbeit mehr Personen angestellt, die über leistungsfähige Putzmaschinen verfügen. Zudem wurde im Haupttrakt ein Lift montiert», sagt Bürgis, die insgesamt 15 Jahre im Oberstufenschulhaus tätig war.

Max und Kathrin Bürgis haben zwei Kinder grossgezogen und sie dürfen sich heute über die Enkel Kim, Jill und Jonas freuen. «Für mich gibt es nichts Schöneres, als den Enkelkindern die Welt und die Natur zu erklären. Wenn ich mit ihnen im Wald bin, entdecken wir immer etwas Grossartiges, Vögel, Blumen, ein Stück Holz oder auch einen speziell schönen Baum. Seit Neuestem habe ich das Fotografieren mit dem Handy entdeckt, wobei mir mein Enkel Kim zeigt, wie man Fotos bearbeiten kann», sagt sie.

Hunde haben es ihr angetan

1996 ist die heute 72-Jährige wortwörtlich auf den Hund gekommen. Mit ihrem ersten Hund hat sie Agility-Sport betrieben. Und mit ihrem zweiten vierbeinigen Freund absolvierte sie erfolgreich Wettkämpfe. Aktuell hält Bürgis zwei kleinere Exemplare. Mit Peppe, einem achtjährigen Mischlingsrüden aus einer Tötungsstation in Spanien, trainiert sie jeweils mittwochs in der Hundeschule Berikon. Die bereits 14-jährige Yorkshire–Terrier-Dame Meggi hat leider ein wenig Alzheimer und zur Sicherheit immer ihre Adresse um den Hals hängen. Bürgis findet es sehr wichtig, dass Hund und Meister ein Team sind, was Herrchen oder Frauchen, ihrer Meinung nach, nur in einer Hundeschule lernen können. «Ich bin dafür, dass Hundekurse wieder obligatorisch werden, denn man sieht immer wieder Besitzer, die ihre Lieblinge nicht im Griff haben. Andererseits beherrschen sie den Umgang mit dem Handy aber bestens.» Auch seien ihr die Velofahrer ein Dorn im Auge, die zwar eine Bremse hätten, diese jedoch nicht gebrauchten. Es sei ein reiner Glücksfall, dass nicht mehr Unfälle mit Mensch und Tier passierten, sagt Bürgis, die mittlerweile in einem Einfamilienhaus neben dem Schulhaus wohnt. Für sie ist klar, dass sie hier nie mehr weg will.

Politisch engagiert sich die 72-Jährige für die SP in der Kreisgemeinde. Aktuell wehrt sie sich dagegen, dass die Buslinie 304, die heute vom Bahnhof Altstetten über Engstringen, Weiningen und Geroldswil zum Bahnhof Dietikon führt, im Zug der öV-Teilstrategie 2030 durch neue Verbindungen ersetzt werden soll. Bei der Umsetzung dieser Pläne hätten viele Bewohner des rechten Limmattals keine direkten Verbindungen mehr nach Dietikon und ins Frankental. Eine Option wäre etwa, die Endstation ins Frankental zu verlegen, findet sie. Um Kosten zu sparen, könnten auch kleinere Busse eingesetzt werden, sagt Bürgis. «Es hiess ja immer, dass dieser Kurs nicht rentiere. Auf der linken Talseite besteht bald ein Überangebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Und uns wollen sie eine derart ideale Verbindung wegreduzieren. Das wäre eine echte Benachteiligung», argumentiert Bürgis.