Weiningen
«Sie sollen sich mit dem Ort verbinden»: Studentinnen stellen vergängliche Kunstwerke in der Natur her

Handyfreie Zone: Studentinnen um Ingrid Walser kreieren Kunst aus Naturmaterialien.

Lydia Lippuner
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Traumfänger flattern vor dem Weininger Weiher: Die Studentinnen haben diese in den letzten Tagen gebastelt.

Traumfänger flattern vor dem Weininger Weiher: Die Studentinnen haben diese in den letzten Tagen gebastelt.

Schneckenhäuser, Gräser, Efeu: Alle Naturmaterialien sind erlaubt. «Die Studentinnen können in dieser Woche ausprobieren, was es heisst, nur mit Naturalien zu arbeiten», sagt Ingrid Walser, Dozentin an der Hochschule für Heilpädagogik in Oerlikon. Zu diesem Zweck hat sie das Schulzimmer kurzerhand in die Natur verlegt. Die Teilnehmerinnen des Kurses sollen für einmal nicht über ihren Büchern und Laptops brüten, sondern an der frischen Luft ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das braucht ein gutes Umfeld: «Ich suchte nach einem idyllischen, erholsamen Ort, der animierend ist», sagt Walser.

Jasmin Ammann, Basel «Ich freue mich, dass ich in dieser Woche mit natürlichen Materialien etwas kreieren kann. Es gibt mir die Möglichkeit, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen.»
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Jasmin Schleuniger, Olten «Es war toll, während dieser Tage draussen zu sein. Anfangs wussten wir noch nicht, was uns erwartet. Doch bis jetzt hat es sich auf alle Fälle gelohnt.»
Anna Rellstab, Zürich «Zu Beginn hatten wir keine Idee, was wir machen sollten. Dann kam jemandem die Idee, ein Segel aus Gras zu flechten. Dieses passt nun perfekt zum Weininger Weiher.»
Dominique Soland, Zürich «Hier draussen kann ich mich ganz auf die Arbeit konzentrieren. Es ist fast ein bisschen wie meditieren. Ich würde sofort nochmals an einer solchen Woche teilnehmen.»
Stephanie Landolt, Appenzell «Ich vermisse das Handy eigentlich nicht, ausser wenn ich eine Bastelanleitung suche. Mit meinen Schülern würde ich die eine oder andere Übung gerne einmal ausprobieren.»

Jasmin Ammann, Basel «Ich freue mich, dass ich in dieser Woche mit natürlichen Materialien etwas kreieren kann. Es gibt mir die Möglichkeit, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen.»

Limmattaler Zeitung

Am grossen Weiher in Weiningen wurde die Dozentin fündig. Hier höre man höchstens ein paar Traktoren. Nachdem die Gemeinde und die Landbesitzer ihr Einverständnis gaben, stand der Durchführung des Freiluft-Ateliers nichts mehr im Weg. Dass das Wetter sich ebenfalls von der besten Seite zeigt, ist ein zusätzlicher Gewinn. Wer sich nun aber eine langweilige Woche vorstelle, werde enttäuscht: «Diese Tage draussen sind meist auch körperlich anstrengend», sagt Walser. Denn die Studentinnen arbeiten mit Holz und anderen Materialien und sind ständig in Bewegung.

Auf der Suche nach Kreativität

Das Ziel dieses Wahlmoduls ist, dass die Psychomotorik- und Logopädiestudentinnen das kommerzielle Denken und den Konsum hinter sich lassen. Der Dozentin ist es besonders wichtig, dass die Studentinnen ihrer eigenen Kreativität wieder vertrauen. «Sie sollen sich verbinden mit dem Ort», sagt Walser. Aus diesem Grund verzichten die Teilnehmer auf Handys und andere technische Mittel. Walser hat selbst bereits einige Monate Handy-Entzug hinter sich. «Als Künstlerin wollte ich diese Abstinenz für ein Jahr durchziehen», sagt sie. Bislang sei es kein Problem gewesen, ihre Termine und Kontakte auch ohne Handy zu organisieren. «Manchmal reklamieren meine Freunde im Ausland, doch es gibt ja auch Telefon und Mail», sagt Walser. Auf alle Fälle scheint die Gruppe am Weiher das Leben im Offline-Modus zu geniessen.