Schneckenhäuser, Gräser, Efeu: Alle Naturmaterialien sind erlaubt. «Die Studentinnen können in dieser Woche ausprobieren, was es heisst, nur mit Naturalien zu arbeiten», sagt Ingrid Walser, Dozentin an der Hochschule für Heilpädagogik in Oerlikon. Zu diesem Zweck hat sie das Schulzimmer kurzerhand in die Natur verlegt. Die Teilnehmerinnen des Kurses sollen für einmal nicht über ihren Büchern und Laptops brüten, sondern an der frischen Luft ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das braucht ein gutes Umfeld: «Ich suchte nach einem idyllischen, erholsamen Ort, der animierend ist», sagt Walser.

Am grossen Weiher in Weiningen wurde die Dozentin fündig. Hier höre man höchstens ein paar Traktoren. Nachdem die Gemeinde und die Landbesitzer ihr Einverständnis gaben, stand der Durchführung des Freiluft-Ateliers nichts mehr im Weg. Dass das Wetter sich ebenfalls von der besten Seite zeigt, ist ein zusätzlicher Gewinn. Wer sich nun aber eine langweilige Woche vorstelle, werde enttäuscht: «Diese Tage draussen sind meist auch körperlich anstrengend», sagt Walser. Denn die Studentinnen arbeiten mit Holz und anderen Materialien und sind ständig in Bewegung.

Auf der Suche nach Kreativität

Das Ziel dieses Wahlmoduls ist, dass die Psychomotorik- und Logopädiestudentinnen das kommerzielle Denken und den Konsum hinter sich lassen. Der Dozentin ist es besonders wichtig, dass die Studentinnen ihrer eigenen Kreativität wieder vertrauen. «Sie sollen sich verbinden mit dem Ort», sagt Walser. Aus diesem Grund verzichten die Teilnehmer auf Handys und andere technische Mittel. Walser hat selbst bereits einige Monate Handy-Entzug hinter sich. «Als Künstlerin wollte ich diese Abstinenz für ein Jahr durchziehen», sagt sie. Bislang sei es kein Problem gewesen, ihre Termine und Kontakte auch ohne Handy zu organisieren. «Manchmal reklamieren meine Freunde im Ausland, doch es gibt ja auch Telefon und Mail», sagt Walser. Auf alle Fälle scheint die Gruppe am Weiher das Leben im Offline-Modus zu geniessen.