Aesch
Sie sind die Stars des Herbstes: 100 Kürbisse konnten auf dem Stalderhof bestaunt werden

Höhepunkt des jährlichen Kürbisfestes auf dem Stalderhof ist die Kürbisausstellung

Fabienne Eisenring
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Kürbisfest in Aesch
13 Bilder
Landwirtin Monika Stalder mit einem Exemplar ihrer Lieblingskürbissorte, den Etampes. Das Fruchtfleisch eignet sich besonders gut für Suppen.
Vielseitige Formen – Der Name dieses Speisekürbis ist «Pink Banana».
Die «Halloween»-Kürbisse eignen sich weniger zum Verzehr denn zum Schnitzen von gfürchigen Fratzen.
Das fadenartige Fruchtfleisch der Spaghetti-Kürbisse lässt sich wie der Pasta-Klassiker mit der Gabel aufdrehen und als Gemüse-Beilage verspeisen.
Das Fleisch der «Hubbard»-Kürbisse macht sich, wie Monika Stalder sagt, sehr gut in Suppen.
Draussen liegen verschiedene Zierkürbisse zum Verkauf bereit.
So klein sind die nicht – Knirpse bekommt man auch beim Grossverteiler.
Die Stars der Herbstsaison: Kürbisse mit Namen wie «Bischofsmütze, «Pink Banana» oder «Franzose».
Er sticht hervor – der gewaltige Muskat-Kürbis.
Im Vordergrund ein Kürbis mit dem herrschaftlichen Namen «Marina di Chioggia». Er ist vielseitig verwendbar, etwa für Gratins, Aufläufe oder Suppen.
Der süss schmeckende «Sweet Dumpling»-Kürbis kann man mit der Schale verzehren. Er eignet sich laut Monika Stalder hervorragend für Ofengerichte.
Der «Bischofsmützen»-Kürbis (Mitte) eignet sich laut Stalder vor allem für Dekorationen.

Kürbisfest in Aesch

Fabienne Eisenring

Wer am Wochenende zum Hof der Familie Stalder in Aesch anreiste, bekam den Herbst zu spüren. Graue Wolken hingen über den Feldern, der Wind blies durch die Kleider. Doch sobald man in ihre Scheune eintrat, wurde es einem wohlig warm. Seit über 18 Jahren findet hier das zweitägige Kürbisfest statt. Es markiert den Abschluss der Gästebewirtung im Jahreskalender der Stalders.

Monika Stalders Kürbiskuchen mit Ananasstückchen

Für eine Kuchenform von 24 Zentimeter Länge.

Zutaten:

- 125 Gramm weiche Butter

- 100 Gramm Vollrohrzucker

- 3 Freilandeier, verquirlt

- 3 EL Rum oder Orangensaft

- 100 Gramm getrocknete Ananas, klein geschnitten

- 200 Gramm Kürbisfleisch, mit der Röstiraffel/dem Gemüsehobel geraspelt

- 50 Gramm Haselnüsse, gerieben

- 300 Gramm Dinkelmehl, sehr fein gemahlen

- 2 TL Weinsteinbackpulver

Zubereitung:

- Butter und Zucker schaumig rühren. Eier und Rum oder Orangensaft nach und nach unter ständigem Rühren zur Buttermasse geben. Ananasstückchen, Kürbis und Haselnüsse dazugeben. Das mit Backpulver gemischte Mehl unter die Masse ziehen. Den Teig in die gebutterte Form füllen.

- Kuchen im vorgeheizten Ofen bei 190 Grad ca. 40 Minuten backen.

Zelebriert wird mit rund 100 Gästen, was Monika und Markus Stalder zusammen mit Sohn Andreas und Tochter Stefanie hauptsächlich auf ihrem Bauernhof anbauen: Speisekürbisse. Es sei eine gute Saison gewesen, bilanzierte Monika Stalder die Saison. «Heuer waren die Kürbisse früher reif. Das lag am warmen Wetter.» Bei der Auswahl der Samen habe sie die Ausstellung am Fest im Hinterkopf und achte auf Farben- und Sortenvielfalt.

Von pinken Bananen und UFOs

Im hinteren Drittel der Scheune setzte Stalder die Stars der Herbstsaison in Szene. Gezählt hat sie nicht, aber einige hundert Kürbisse müssten es sein. Die Sorten tragen Namen wie «Bischofsmütze» oder «Pink Banana» – die Landwirtin kennt sie alle. Auf Strohballen reihten sich Halloween-Kürbisse neben «Knirpsen», die sich wegen ihres trockenen Fruchtfleisches am besten in Ofengerichten machen. Für Spätzli empfiehlt Stalder wegen seines süssen Geschmacks den «Franzosen», einen Muskat de Provence-Kürbis. UFO-förmig präsentieren sich die Patisson-Kürbisse, zu denen sie bemerkte: «Wenn man die essen möchte, muss man sie ernten, solange sie noch weich sind.»

Für sie seien sie vor allem Zierde. Äusserlich unauffällig ist der Spaghetti-Kürbis, die Überraschung wartet im Innern: Sein fadenartiges Fruchtfleisch lasse sich wie der Pasta-Klassiker auf der Gabel aufdrehen, so Stalder. Ihre Lieblinge sind die leuchtend orangen «Etampes»-Kürbisse mit dem Durchmesser eines Unterarms. «Sie sind perfekt zum Suppen machen und dazu sehr dekorativ.»

Das Fest gilt als Herbsttradition

Jene Kürbisse, die «nicht so schön» aussahen, wurden für die Festwirtschaft verarbeitet – zu Spätzli, Gratin, Rösti und Kuchen. Aus 14 Kilogramm Kürbispüree sowie Mehl, Eiern, Salz und Öl machte Stalder mit Tochter Stefanie am Vortag Kürbisspätzli. Den grossen Aufwand mache der «Jubel und Trubel» am Abend wieder wett, sagt sie lächelnd. Wenn jeder Platz in der Scheune besetzt sei und die Musik aufspiele, wie etwa dieses Jahr die Altbergmusikanten, sei das eine Stimmung, die sie nicht missen wolle.

Am späten Nachmittag trafen die ersten Gäste ein, alle sind sie aus Aesch. Für Rolf Herzog, der sich zuerst eine Portion Gratin schöpfen liess, hat das Fest Tradition. «Mit meinem Besuch will ich den Stalders meine Wertschätzung zeigen.» Zu den Erstankömmlingen gehören auch Samuel Wüthrich und Brigitte Strasser. Zwischen zwei Kuchenbissen sagte sie: «Ich glaube, das Fest leistet einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt im Dorf.»