Aesch

Sie sind die Stars des Herbstes: 100 Kürbisse konnten auf dem Stalderhof bestaunt werden

Höhepunkt des jährlichen Kürbisfestes auf dem Stalderhof ist die Kürbisausstellung

Wer am Wochenende zum Hof der Familie Stalder in Aesch anreiste, bekam den Herbst zu spüren. Graue Wolken hingen über den Feldern, der Wind blies durch die Kleider. Doch sobald man in ihre Scheune eintrat, wurde es einem wohlig warm. Seit über 18 Jahren findet hier das zweitägige Kürbisfest statt. Es markiert den Abschluss der Gästebewirtung im Jahreskalender der Stalders.

Zelebriert wird mit rund 100 Gästen, was Monika und Markus Stalder zusammen mit Sohn Andreas und Tochter Stefanie hauptsächlich auf ihrem Bauernhof anbauen: Speisekürbisse. Es sei eine gute Saison gewesen, bilanzierte Monika Stalder die Saison. «Heuer waren die Kürbisse früher reif. Das lag am warmen Wetter.» Bei der Auswahl der Samen habe sie die Ausstellung am Fest im Hinterkopf und achte auf Farben- und Sortenvielfalt.

Von pinken Bananen und UFOs

Im hinteren Drittel der Scheune setzte Stalder die Stars der Herbstsaison in Szene. Gezählt hat sie nicht, aber einige hundert Kürbisse müssten es sein. Die Sorten tragen Namen wie «Bischofsmütze» oder «Pink Banana» – die Landwirtin kennt sie alle. Auf Strohballen reihten sich Halloween-Kürbisse neben «Knirpsen», die sich wegen ihres trockenen Fruchtfleisches am besten in Ofengerichten machen. Für Spätzli empfiehlt Stalder wegen seines süssen Geschmacks den «Franzosen», einen Muskat de Provence-Kürbis. UFO-förmig präsentieren sich die Patisson-Kürbisse, zu denen sie bemerkte: «Wenn man die essen möchte, muss man sie ernten, solange sie noch weich sind.»

Für sie seien sie vor allem Zierde. Äusserlich unauffällig ist der Spaghetti-Kürbis, die Überraschung wartet im Innern: Sein fadenartiges Fruchtfleisch lasse sich wie der Pasta-Klassiker auf der Gabel aufdrehen, so Stalder. Ihre Lieblinge sind die leuchtend orangen «Etampes»-Kürbisse mit dem Durchmesser eines Unterarms. «Sie sind perfekt zum Suppen machen und dazu sehr dekorativ.»

Das Fest gilt als Herbsttradition

Jene Kürbisse, die «nicht so schön» aussahen, wurden für die Festwirtschaft verarbeitet – zu Spätzli, Gratin, Rösti und Kuchen. Aus 14 Kilogramm Kürbispüree sowie Mehl, Eiern, Salz und Öl machte Stalder mit Tochter Stefanie am Vortag Kürbisspätzli. Den grossen Aufwand mache der «Jubel und Trubel» am Abend wieder wett, sagt sie lächelnd. Wenn jeder Platz in der Scheune besetzt sei und die Musik aufspiele, wie etwa dieses Jahr die Altbergmusikanten, sei das eine Stimmung, die sie nicht missen wolle.

Am späten Nachmittag trafen die ersten Gäste ein, alle sind sie aus Aesch. Für Rolf Herzog, der sich zuerst eine Portion Gratin schöpfen liess, hat das Fest Tradition. «Mit meinem Besuch will ich den Stalders meine Wertschätzung zeigen.» Zu den Erstankömmlingen gehören auch Samuel Wüthrich und Brigitte Strasser. Zwischen zwei Kuchenbissen sagte sie: «Ich glaube, das Fest leistet einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt im Dorf.»

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