Anlässe wie das Theater-Spektakel seien wichtig, damit es für die Bevölkerung im Dorf Möglichkeiten gebe, sich zu treffen. Deshalb unterstütze die Kulturkommission der Gemeinde diesen Anlass, sagte der Oberengstringer Gemeindepräsident André Bender in seiner Ansprache. Der Männerchor Engstringen lud am Wochenende zum dritten Mal zum Theater-Spektakel im Oberengstringer Zentrum. Die Zürcher Freizeit-Bühne steuerte dem Anlass einen Einakter bei. Insgesamt 300 Gäste besuchten am Freitag und Samstag den Anlass.

Der Männerchor Engstringen singt "Weinland" von Robert Pracht

Der Männerchor Engstringen singt "Weinland" von Robert Pracht

Theater Spektakel des Männerchors Engstringen und der Zürcher Freizeit-Bühne

«In den letzten Jahren haben Anlässe von Vereinen dramatisch abgenommen. Das Theater-Spektakel soll einen Gegentrend setzen», sagte der Männerchor-Präsident Paul Burch. Um etwas auf die Beine zu stellen, braucht es Helfer. Urs Schmid vom Männerchor bedankte sich bei den 20 Freiwilligen, die für die Verköstigung sorgten. Zu ihnen zählten auch zwei Gemeinderätinnen aus Unterengstringen: Gesundheitsvorsteherin Doris Muntwyler und Sozialvorsteherin Gisela Biesuz.

Zum Auftakt sang der Chor einen Ungarischen Tanz von Johannes Brahms. Dirigent Gunhard Mattes moderierte mit pointierten Informationen: Der Name «Ungarischer Tanz» sei verwirrend, da die Musik keinerlei ungarische Volksmelodie enthalte. Insgesamt habe Brahms über 20 ungarische Tänze verfasst. «Charlie Chaplin hat für seinen Film ‹Der grosse Diktator› einer von Brahms Tänzen verwendet», so Mattes. Zum Schluss wurde es humoristisch mit «Der alte Marabu» von Heinrich Bröll. «Wozu drückte der alte Marabu das rechte Auge zu?», fragte der Chor und lieferte gleich selber die Antwort: «Wer zufrieden leben will, drückt oft ein Auge zu.»

Der Männerchor Engstringen singt "Aus der Traub"e von Kurt Lissmann das über 400'000 mal verkauft und ins Englische übersetzt wurde.

Der Männerchor Engstringen singt "Aus der Traub"e von Kurt Lissmann das über 400'000 mal verkauft und ins Englische übersetzt wurde.

Theater Spektakel des Männerchors Engstringen und der Zürcher Freizeit-Bühne 

Kein Auge zugedrückt, hatte der betrogene Ehemann Peter Berner, gespielt von Heinz Jenni, Ehrenpräsident der Zürcher Freizeit-Bühne. Im Theaterstück «… und dann kam Dolly» nahm Ehefrau Rita Berner (Vreni Jenni) eine Bekanntschaft vom Frauenabend – der Psychiater Ferdinand Sager (Jürg Wüthrich) – mit nach Hause. Kurzerhand erfand der betrogene Ehemann eine junge, bildhübsche Dolly. Mit der unsichtbaren Figur machte Berner nicht nur sein Umfeld verrückt. Der Einakter sorgte beim Publikum für einige Lacher.

«Es war beste Unterhaltung», lobte Besucher Kevin Landolt. Die Kombination Essen, Gesang und Theater sei passend. «Das Spektakel zeigte, dass Vereine keine Konkurrenz sind, sondern zusammen Synergien nutzen können». Auch Besucherin Vreni Balzer hat der Abend gefallen: «Die Informationen vom Dirigent fand ich sehr interessant.» Auch die Oberengstringer Schulvorsteherin Elsbeth von Atzingen wertet die Zusammenarbeit von Chor und Theater als eine Win-win-Situation.

Zur Zusammenarbeit der Zürcher Freizeit-Bühne und dem Männerchor Engstringen wäre es vor 80 Jahren schon fast gekommen, wäre 1939 nicht die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, erzählte Heinz Jenni, Ehrenpräsident des Theaters.