«Chumm mir wänd es Liecht azünde», hiess es zum Auftakt des gemeinsamen Adventskonzert der Trachtenchöre Schlieren und Weiningen. «Dieses Licht soll uns stets ein Begleiter sein und für alle Menschen auf dieser Erde brennen», begrüsste Myrtha Rütschi, Präsidentin des Trachtenchors Schlierens, am Sonntagabend das vorwiegend ältere Publikum in der reformierten Kirche Schlieren.

Unter der Leitung von Katharina Ruh sangen die Frauen beider Chöre erstmals gemeinsam Weihnachtslieder in allen vier Landessprachen. Auch die Zuhörer und Zuhörerinnen wurden bei einigen Stücken, wie zum Beispiel «Das isch de Stärn vo Bethlehem» oder «Stille Nacht», zum Mitsingen animiert.

Obwohl Ruh bereits seit acht Jahren den Schlieremer Chor dirigiert, war es das erste Adventskonzert für sie: «Der heutige Anlass ist ein besinnlicher, bei welchem wir Lieder über den Frieden singen», sagte sie auf der Bühne.

Ein Gefühl von Heimat

Auch das älteste Mitglied des Trachtenchors Schlieren zeigt sich stets engagiert. Nur stehen könne sie nicht mehr lange, sagt die bald 90-jährige Annabeth Grieder. Als die ehemalige Primarlehrerin der Liebe wegen vom Bündnerland nach Schlieren zog, fand sie über das Singen im Chor neue Kameradschaft. «Dies gab mir als Fremdling ein Gefühl von Heimat», sagt Grieder. Auch wenn ihre Stimme langsam verschwinde, möchte sie dem Chor weiterhin treu bleiben.

Musikalisch wurden die Sängerinnen aus Schlieren, Weinigen und Zürich Höngg vom Organisten Gilberto Fischli begleitet. Der ehemalige Organist der reformierten Kirchgemeinde Schlieren spielte auch einige Orgelsolostücke, die beim Publikum besonders gut ankamen.

Als Auflockerung zwischen dem weihnachtlichen Gesang wurden zwei heitere Adventsgeschichten auf Mundart aufgetischt: «Der griechische Hefeteig» und eine Erzählung über eine aussergewöhnliche Zugfahrt von Zürich nach Basel von Bruno Schlatter.

Erica Brühlmann-Jecklin und ihr Mann Toni, ehemaliger Stadtpräsident von Schlieren, gefiel der Auftritt der Trachtenchöre sehr gut. Besonders der Organist Gilberto Fischlin empfanden die beiden als Bereicherung für das Konzert. «Man hat viel Herz gespürt und gemerkt, dass enormes Engagement und Fleiss hinter dem Adventskonzert steckt», sagte Erica Brühlmann-Jecklin, die selbst Lieder schreibt.

Anschliessend wurde jedem Besucher am Ausgang eine Kerze mit auf den Weg gegeben. «Das Licht soll euch lange begleiten», sagte Rütschi zum Abschied. Einen Tag zuvor hatten die Chöre bereits in Weiningen zusammen gesungen. Das Adventskonzert in Schlieren am Sonntag war ihr letzter Auftritt in diesem Jahr.