Der Entscheid ist gefallen. Die Leserinnen und Leser der Limmattaler Zeitung haben Margrit Gähwiler zur Limmattalerin des Jahres 2018 gewählt. Mehr als 50 Jahre lang hat sich die 80-Jährige der gemeinnützigen Arbeit verschrieben. Sie präsidierte den Frauenverein, den Samariterverein in Oetwil, im Limmattal und im Kanton Zürich.

Besonders geprägt hat Gähwiler den Oetwiler Fahrdienst, um den sie sich seit der Gründung der Kommission für Autofahrdienste im Jahr 1990 kümmerte. Zwei Jahre lang fuhr sie Senioren und Personen mit Einschränkungen zu Arztterminen, zur Therapie oder in die Apotheke, bis sie sich ausschliesslich der Administration als Präsidentin widmete.

Im April trat Gähwiler altershalber zurück und vertraute Gaby Winiger die Aufgabe an. Ihr langjähriges Engagement wurde nun von der Leserschaft der Limmattaler Zeitung gewürdigt. 86 Stimmen erhielt Margrit Gähwiler.

Es ist ein äusserst knappes Resultat. Der Zweitplatzierte Roger Seger hat nur zwei Stimmen weniger erhalten. Der SP-Politiker zog im Sommer ins Schlieremer Parlament ein. Als Schwuler im Rollstuhl vertritt er eine doppelte Minderheit. Aufgrund einer seltenen Nervenerkrankung ist er auf diesen angewiesen. Seger leidet zudem an der Darmerkrankung Colitis Ucerosa.

Die Symptome reichen von unkontrollierbarem Durchfall, Fieber und Erschöpfung über Magenkrämpfe bis hin zu Blutungen im Darm. Überdies ist der 52-Jährige von Polyarthritis betroffen. Das hindert ihn aber nicht daran, sich unermüdlich für Beeinträchtigte einzusetzen. So hat er den Verein Menschen mit Autoimmunerkrankungen (MIA) mitgegründet.

Platz drei geht mit 72 Stimmen an Paul Lüchinger und Beat Spreng. Den beiden Männern liegt die Urdorfer Geschichte am Herzen. Aus diesem Grund verbrachten der Präsident und der Kassier der Stiftung Ortsmuseum Urdorf den ganzen Sommer damit, das Ortsmuseum auf den neusten Stand zu bringen.

Sie statteten das Bauernhaus mit LED-Spots und -Panels aus und verlegten Parkett. Zur Erneuerung gehört aber auch die erste eigene Website. Diese soll vor allem im Hinblick auf einen Generationenwechsel im Stiftungsrat dienlich sein. Lüchinger und Spreng sind 76 beziehungsweise 70 Jahre alt und organisierten seit dem Erwerb des Hauses 1995 bereits vier Sanierungen.

Dank und Bewunderung

Insgesamt beteiligten sich 358 Leserinnen und Leser an der Abstimmung. Dieses Jahr fiel die Wahl auf eine Frau, die viele Leute mit ihrem unermüdlichen und langjährigen Einsatz beeindruckt hat, wie aus den Zuschriften hervorgeht. «Ich danke Frau Gähwiler für die über 50 Jahre lange gemeinnützige Arbeit. Besonders der Fahrdienst ist bei älteren Leuten sehr beliebt und gefragt», schreibt eine Wählerin. Ein Ehepaar findet treffende Worte für die Oetwilerin: «Solche Frauen wie sie sind bewundernswert.»

Margrit Gähwiler selber zeigte sich gestern überrascht, als sie von ihrem Sieg erfuhr. «Das haut mich aus den Socken», sagte sie. Dankbar sei sie über die Wertschätzung, die ihr dadurch entgegengebracht werde. Doch Gähwiler bleibt bescheiden: «Es gibt so viele Menschen, die viel mehr machen als ich und nie einen Dank bekommen.»

Ihr persönlicher Favorit sei der Zweitplatzierte Roger Seger gewesen. «Er hat so viel geleistet», sagte sie. Zur Belohnung für ihre Leistung im letzten halben Jahrhundert darf die 80-Jährige zusammen mit einer Begleitung eine Nacht im Seminar- und Wellnesshotel Stoos verbringen.

Hier sehen Sie noch einmal die fünf, beziehungsweise sieben Gewinner der letzten Jahre: