Begegnungen
Sie lernte als GC-Fan ihren Mann im Hardturm kennen: «Für mich steht die Familie an erster Stelle»

Die in Dietikon aufgewachsene Andrea Tobler-Bachmann zog 1995 mit ihrer Familie von Zürich nach Oetwil.

Margret Stöcklin
Merken
Drucken
Teilen
Andrea Tobler-Bachmann aus Oetwil.

Andrea Tobler-Bachmann aus Oetwil.

Bild: mst

Andrea Tobler-Bachmann charakterisiert sich selbst als unternehmungslustige, fröhliche und geerdete Frau. «Für mich steht die Familie an erster Stelle», sagt die in Dietikon aufgewachsene 58-Jährige. Nach dem obligatorischen, einjährigen Besuch der Haushaltsschule in Fribourg absolvierte sie eine kaufmännische Lehre bei der Firma Robert Aebi AG in Zürich.

Mit dem Abschluss in der Tasche entdeckte Tobler-Bachmann mit 19 Jahren ein Jobinserat als persönliche Sekretärin des im Volksmund «Gärtner der Nation» genannten Werner H. Spross. «Da ich wusste, dass Spross ein Mäzen war der Grasshoppers, von denen ich noch heute Fan bin, bewarb ich Grünschnabel mich und bekam die Stelle auch», erinnert sie sich. Die bereichernde Arbeit in diesem erfolgreichen Betrieb habe sie voll und ganz ausgefüllt. Deshalb sei sie auch ohne Zögern nach Zürich gezogen.

Aufgrund ihrer Tätigkeit sei sie mit vielen Persönlichkeiten aus Sport, Industrie, Wirtschaft und Politik in Kontakt gekommen, erzählt Tobler-Bachmann. Sie bezeichnet diese Zeit als hoch spannend, aber auch arbeitsintensiv – mit einer grossen Summe unglaublicher Erlebnisse und Begegnungen. Auch nach dem Tod ihres ehemaligen Chefs Spross sei sie bis heute in tiefer Freundschaft mit seinem Nachfolger verbunden, sagt Tobler-Bachmann.

Im Hardturm, dem Heimstadion der Grasshoppers, traf sie schlussendlich auch die Liebe ihres Lebens: ihren heutigen Ehemann Leo. «Er sprach mich in meiner Funktion als Spross-­Sekretärin an und nach einigen Stolpersteinen wurden wir vor 35 Jahren ein glückliches Paar – 30 davon verheiratet», verrät Tobler-Bachmann.

Firmentreue vor ­Auslandsplänen

Als junge Frau habe sie eigentlich den Plan gehabt, nur drei bis vier Jahre bei Spross zu bleiben, um ins Ausland zu gehen. Aber ihr Chef habe ihr diese Idee immer wieder ausgeredet und so sei sie der Firma bis zur Geburt ihrer ersten Tochter Nadine treu geblieben. 1995 tauschte die kleine Familie ihre Zürcher Wohnung gegen ein Eigenheim in Oetwil. Dies sie ein besseres Umfeld für ihre kleine Tochter gewesen, erinnert sie sich. Ein Jahr später erblickte die zweite Tochter, Melanie, das Licht der Welt. Beide Töchter sind dem Limmattal treu geblieben. ­Nadine ist heute in Dietikon als Sekundarlehrerin im Zentralschulhaus tätig. Melanie arbeitet als medizinische Kosmetikerin in Zürich und wohnt im Limmatfeld in Dietikon.

Beruflich zog es Andrea ­Tobler-Bachmann nach vielen Jahren in Zürich auch wieder ins Limmattal. Sieben Jahre war die zweifache Mutter auf dem Sekretariat der Primarschule Weiningen tätig. Danach arbeitete sie fünf Jahre bei einem Dachdeckerbetrieb in Dietikon. Aktuell hat sie einen 50-Prozent-Job bei der Wernli-Maler AG in Urdorf. «Mein Mann ist schon längere Zeit pensioniert, weshalb eine Teilzeitstelle ideal ist.»

«In meiner Freizeit bin ich in erster Linie eine leidenschaftliche Köchin und Gastgeberin. Familie und Freunde kommen immer sehr gerne, weil ich sie alle verwöhne. Ich probiere auch immer wieder was Neues aus», sagt die 58-Jährige, die gerne im In- und Ausland unterwegs ist. Ihre bisher grösste Reise unternahm Tobler-Bachmann 1994. Während der Fussball-WM in den USA flogen sie und ihr Mann für drei Wochen in das Gastgeberland, wo sie interessante WM-­Spiele live verfolgten und den Westen des Landes bereisten. «Auch Reisen in die Karibik, nach Südafrika oder in Europa sind mit schönen Erinnerungen verbunden», sagt sie. Momentan würden sie und ihr Mann die Schweiz entdecken und noch besser schätzen lernen.

Nächste Begegnung: René Friedli, Urdorf