Unterengstringen

Sie leben für ihre Kunst: «Ich kann nicht aufhören zu malen»

Der ehemalige Postangestellte Marcel Hasler inmitten seiner Fantasie-Figuren und Rost-Bilder.

Der ehemalige Postangestellte Marcel Hasler inmitten seiner Fantasie-Figuren und Rost-Bilder.

Der November ist in Unterengstringen ein Monat der Künste: Jährlich veranstaltet die Kulturkommission der Gemeinde dann eine Ausstellung für Kunstschaffende aus dem Limmattal. Im Singsaal der Schule in Unterengstringen stellen Elsbeth Hophan und Marcel Hasler ihre Werke aus.

Auch heuer ist der Singsaal der Schulanlage wieder mit Bildern und Skulpturen ausgestattet, die es zu bewundern und bestenfalls auch zu erwerben gilt.

In diesem Jahr lud Harry Heusser, Verantwortlicher in der Kulturkommission, die aus Unterengstringen stammenden Künstler Elsbeth Hophan und Marcel Hasler ein. Heusser bezeichnet beide als «lokale Grössen» und freut sich, deren Werke als eine Art «Kontrastprogramm» zu präsentieren.

«Ich kann einfach nicht aufhören zu malen», sagt Elsbeth Hophan. Über die Region hinaus kennt man sie auch als Leiterin von Malunterricht. Sie gestaltet ihre Bilder mit Acrylfarben, malt auch Aquarelle und beherrscht ebenso Mischtechniken. Das letzte Mal stellte sie ihre Werke vor rund drei Jahren in Bergdietikon aus. Ihre Sujets können abstrakt sein, aber auch konkrete Figuren darstellen.

«Kunst ist für mich auch ein Ausprobieren, sei es in Formen, Farben oder dem Material», so Hophan. Kein Wunder, setzte sie einst alles auf die Karte Kunst. Wichtig für sie ist, dass sie ihrem Stil treu bleibt. Eine beschwingte Sanftheit zeichnet ihre Werke aus.

Der mit dem Rost malt

Den Bildern Hophans steht das Kunstschaffen von Marcel Hasler gegenüber. «Für mich muss ein Bild nicht flach, sondern dreidimensional sein, sozusagen ein Bild im Bild zeigen», sagt der ehemalige Postangestellte, der einst auch kunstvolle Fasnachtsmasken kreierte.

Das Material, das seinen Stil heute auszeichnet, wenn nicht sogar dominiert,
ist der Rost. Mit Eisenfarbe könne er praktisch jeden Gegenstand bemalen, welche den gewünschten Rost-Effekt hervorbringt. Auch gestaltet er Recyclingfiguren, die im Singsaal ebenso präsentiert werden. Die verspielten Skulpturen bilden einen sympathischen Kontrast
zu den Bildern seiner Ausstellungspartnerin.

Elsbeth Hophan vor zwei ihrer insgesamt 25 Bilder, die sie im Singsaal ausstellt.

Elsbeth Hophan vor zwei ihrer insgesamt 25 Bilder, die sie im Singsaal ausstellt.

Sind es in diesem Jahr zwei Senioren, die ihre Werke zeigen, waren es im letzten Jahr junge Talente, die dank der Gemeinde ihre Kunst der Öffentlichkeit präsentieren konnten. Heusser achtet auf Ausgewogenheit. Esther Hophan und deren Bilder kannte er bereits und machte ihr das Angebot, um auszustellen; Marcel Hasler wandte sich aus eigener Initiative an Heusser.

Die Gemeinde übernimmt für die jährlichen Ausstellungen sämtlichen Aufwand und erhält im Gegenzug 30 Prozent des Verkaufspreises. Das ist weniger als bei Galerien, die oftmals bis zu 50 Prozent verlangen.

An der Vernissage am Freitagabend hielt der Gemeindepräsident Simon Wirth eine Ansprache und Heusser stellte Hophan und Hasler den Gästen vor. Die Ausstellung soll zudem die letzte im Singsaal sein. Im nächsten Jahr wird im neuen Gemeindehaus ausgestellt, dass die Architektin Tilla Theus entworfen hat.

Die Kunstausstellung mit Elsbeth Hophan und Marcel Hasler findet im Singsaal der Schulanlage Büel am 17., 18., 24. und 25. November von 14 bis 17 Uhr
und am 21., 22. und 23. November von 17.30 bis 20 Uhr statt. 

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