Schlieren

Sie las aus ihrem Buch über Nelly Diener, die erste Stewardess von Europa

Pascale Marder ist als Archivarin für das Stadtarchiv Schlieren tätig.

Pascale Marder ist als Archivarin für das Stadtarchiv Schlieren tätig.

Publikum ist von Flugpionierin begeistert. Pascale Marder las am Montagabend in der Bibliothek Schlieren aus ihrem Buch über Nelly Diener, die erste Stewardess von Europa.

«1934 war eine Zeit, da kannte man den Begriff Flugscham noch nicht», sagte Monique Roth, Leiterin der Bibliothek Schlieren, in ihrer Einleitung zur Lesung der Autorin Pascale Marder. Viel eher habe die Flugangst die damaligen Passagiere beschäftigt. «Und um ihnen diese zu nehmen, war Nelly Diener mit an Bord.» Diener ging als die erste Stewardess der Swissair und von ganz Europa in die Geschichte ein. In ihrem ersten Buch «Nelly Diener – Engel der Lüfte» hat sich Marder dem Leben der Metzgerstochter aus Muri gewidmet und schrieb dieses in Dialogform nieder. Der vor zwei Jahren erschiene bibliografische Roman schien auch das Interesse der Schlieremer Leserinnen und Leser geweckt zu haben. So fanden am Montagabend über 30 Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg in die Bibliothek, wo die Lesung im Rahmen des Lesezyklus stattfand.

Das Publikum wurde von Marder während gut eineinhalb Stunden bestens unterhalten. Das Vorlesen einzelner Passagen verknüpfte sie mit Hintergrundinformationen zu den Anfängen des Luftverkehrs in der Schweiz und mit Bildaufnahmen aus dieser Zeit. Dabei gab es für die Anwesenden auch immer wieder etwas zu schmunzeln, etwa als Marder vorlas, wie Diener dem einen Direktor der neugegründeten Swissair von einer neuerlichen Bruchlandung des anderen Direktors berichten musste.

Warum sie sich ausgerechnet die Geschichte Nelly Dieners für ihr erstes Buch ausgesucht habe, wurde Marder im Anschluss an die Lesung von Roth gefragt. «Als ich selbst vier Jahre bei der Swissair arbeitete, stolperte ich immer wieder über ihren Namen», sagt die Historikerin, die heute als Archivarin für das Stadtarchiv Schlieren tätig ist. Sie wollte damals mehr über die erste Stewardess Europas erfahren, fand aber keine Literatur über sie. «So stellte ich während der Schwangerschaft mit meinem ersten Kind selbst Recherchen an.»

Lebendiger Erzählstil kommt bei Zuhörerinnen und Zuhörern an

Die gesammelten Informationen wollte sie aber nicht für sich behalten, weshalb Marder den Mutterschaftsurlaub bei ihrer zweiten Schwangerschaft nutzte, um diese zu Papier zu bringen. «Es ist ein sehr kurzweiliges und objektiv geschriebenes Buch entstanden», sagte Beatrice Hinder, die die Lesung besuchte und Marders Erstling bereits gelesen hatte. Die Autorin sei auch eine sehr sympathische Frau, die über ein enormes Wissen über die Swissair und das Fliegen verfüge, ergänzte die Dietikerin. Auch Roth zeigte sich mit der Lesung sehr zufrieden. «Sie kann äusserst lebendig erzählen und hat Nelly Diener, die wahrscheinlich schon eine kleine Plaudertasche war, hervorragend getroffen.»

Für Marder war es ebenfalls ein gelungener Abend, an dem sie auch das eine oder andere bekannte Gesicht im Publikum ausmachte. «Meine beiden Vorgesetzten vom Stadtarchiv waren auch anwesend. Da stand ich fast ein wenig unter Leistungsdruck», sagte sie und lachte.

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Autor

Sebastian Schuler

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