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Sie hilft von der Schweiz aus — Jennifer verwaltet die Finanzen eines Schweizer Hilfswerks

Immer wieder organisiert Jennifer Graf Spendenaktionen.

Immer wieder organisiert Jennifer Graf Spendenaktionen.

Jennifer Graf aus Urdorf verwaltet die Finanzen eines Schweizer Hilfswerks – ehrenamtlich. Für dieses Engagement opfert die 22-Jährige ihre Freizeit. Denn eigentlich arbeitet sie Vollzeit als Sachbearbeiterin in einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen.

Schon lange befasst sich Jennifer Graf aus Urdorf mit dem Thema Entwicklungshilfe. «Ich möchte Menschen in Not helfen. Wenn ich nur für kurze Zeit in ein fremdes Land gehen würde, dann hilft das niemandem nachhaltig», sagt sie. Man könne schliesslich auch von der Schweiz aus viel erreichen. Als die Good Hearts Organisation ein neues Vorstandsmitglied suchte, meldete sie sich sofort. Seit Anfang des Jahres ist die Urdorferin für die Finanzen in diesem Schweizer Hilfswerk zuständig.

Für dieses Engagement opfert die 22-Jährige ihre Freizeit. Denn eigentlich arbeitet sie Vollzeit als Sachbearbeiterin in einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen. «Jedes Mitglied, das die Organisation von der Schweiz aus unterstützt, arbeitet ehrenamtlich», erklärt Graf. Nur so sei es möglich, dass 97 Prozent der Spendengelder nach Kenia fliessen. Die Good Hearts Organisation betreibt eine Schule im grössten Armenviertel der Hauptstadt Nairobi. «Dort leben 300 000 Menschen auf engstem Raum, ohne eine Chance auf ein besseres Leben.» In der Schule erhalten 208 Kinder eine Schulbildung.

Nächstes Jahr reist sie nach Kenia

Gründer der Good Hearts Organisation ist Alex Weigel. «Er machte Ferien in Nairobi. Als er die Zustände im Slum sah, wusste er, dass er dort helfen muss», sagt Graf. Vor zehn Jahren eröffnete Weigel die Schule im Slum Kibera, wo er heute wohnt. Es sei seine neue Heimat. «Kriminalität und unzureichende Hygiene sind grosse Probleme an einem solchen Ort», sagt Graf. Durch ihr Engagement beim Hilfsprojekt sei ihr bewusst geworden, wie gut es ihr gehe. Nächstes Jahr kann Graf den kenianischen Slum hautnah erleben: «Ich werde für eine Woche nach Nairobi reisen.» Sie freue sich schon sehr darauf, die Schule in Kibera zu besuchen und die Menschen dort kennenzulernen.

Zu Grafs Aufgaben gehört unter anderem, mit den anderen Vorstandsmitgliedern Gelder aufzutreiben. «Ich investiere sehr viel Zeit in das Sammeln von Spenden», sagt die Urdorferin. Gerne organisiert sie auch Spendenaktionen. So verkauft sie beispielsweise alte Kleider auf Flohmärkten. Und die Ideen gehen ihr nicht aus: «Ich plane einen Kochkurs, bei dem man kenianische Gerichte kochen lernt.»

Hauptberuflich zu helfen wäre eine Möglichkeit

«Jemand, der uns jahrelang mit einem grossen Betrag unterstützt hat, entschied sich dieses Jahr gegen eine Spende. Das hat uns unter Druck gesetzt», sagt Graf. Als Finanzvorstand muss sie darauf achten, dass die Finanzierung der Schule langfristig gewährleistet ist. Schliesslich werden die Löhne der elf Lehrpersonen und der weiteren Angestellten der Schule mit den Spenden finanziert. Und auch in die Infrastruktur wird stets investiert. «Zurzeit wird das Schulgelände begradigt, damit es bei heftigen Regenfällen nicht abrutschen kann», erzählt sie.

Im Frühling beginnt Graf ein berufsbegleitendes Psychologiestudium. «Ich bin mir sicher, dass ich auch dann noch Zeit für die Good Hearts Organisation finden werde.» Zudem könne sie sich vorstellen, nach dem Studium hauptberuflich als Psychologin bei einem Hilfswerk tätig zu sein.

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Autor

Manuel Reisinger

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