Geroldswil
Sie hat ihren «Wunschjob» bei der Bank gefunden

Nadine Wietlisbach aus Geroldswil ist eine der vier besten KV-Absolventen ihres Jahrganges. Ihren hervorragenden Abschluss verdankt sie in erster Linie der guten Vorbereitung auf die Prüfungen - und der Aufmerksamkeit in der Schule.

Sandro Zimmerli
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«Nun gehe ich nochmals in die Ferien, um mich zu erholen und meinen gelungenen Abschluss zu feiern», sagt Nadine Wietlisbach. sandro zimmerli

«Nun gehe ich nochmals in die Ferien, um mich zu erholen und meinen gelungenen Abschluss zu feiern», sagt Nadine Wietlisbach. sandro zimmerli

Limmattaler Zeitung

Es war der zweitletzte Ferientag in Österreich, als Nadine Wietlisbach einen Anruf erhielt, der ihr turbulente Tage bescheren sollte. Die 18-jährige Geroldswilerin hatte ein anstrengendes Prüfungsprogramm hinter sich und gönnte sich deshalb ein paar Tage Ruhe, bevor sie im Zürcher Hallenstadion mit rund 1200 anderen KV-Lehrlingen ihren Lehrabschluss feiern wollte. Die Anruferin war eine Vertreterin der Berufsschule und bat sie, bei der Feier einen Platz in den vordersten Reihen einzunehmen, da diese für die Kandidaten im Rang reserviert seien. Sie gehöre zum Kreis jener Abgänger, die einen Notenschnitt von mindestens 5,3 erreicht haben und ihre Zeugnisse auf der Bühne erhalten werden, wurde ihr beschieden.

Doch es sollte noch besser kommen. Kurz vor Beginn des Abschlussfestes, wurde ihr mittgeteilt, dass sie mit einem Ergebnis von 5,6 zu den vier besten Absolventen ihres Jahrganges gehöre.

Vorbereitung als A und O

«Erst da wusste ich, wie gut ich tatsächlich abgeschnitten hatte. Das KV teile mir meine Note am Telefon nicht mit», erinnert sich Nadine Wietlisbach. Sie habe noch kurz nach den letzten Prüfungen mit ihren Eltern über das mögliche Resultat spekuliert. «Anhand der Vornoten und dem Verlauf der Prüfungen habe ich mir höchstens einen Schnitt von 5,3 ausgerechnet», sagt sie. Dass das Resultat noch besser ausfallen würde, hätte sie nicht gedacht. Aber natürlich freue sie sich. Es sei ein schönes Gefühl. Allerdings sei sie vor der Zeugnisübergabe nervös gewesen. «Zum Glück wurde keine Rede erwartet. Darauf wäre ich nicht vorbereitet gewesen», hält sie fest.

Umso besser vorbereitet war die angehende Bankkaufrau dafür auf ihre Abschlussprüfung. «Ich habe mir Theorieblätter gemacht und alte Abschlussprüfungen gelöst», erklärt sie. Zudem seien ihr die Vornoten wichtig gewesen, da diese zusammen mit den Noten der Abschlussprüfung die Gesamtnote ergeben würde. «Einige Fächer haben wir bereits im zweiten Lehrjahr abgeschlossen. Schon dort habe ich mich gut vorbereitet», sagt sie. In den letzten zwei Monaten vor dem Abschluss habe sie dann ihren Lernrhythmus umgestellt. «Ich habe mir einen Tag am Wochenende fürs Lernen reserviert. Zuvor habe ich mir Samstag und Sonntag wenn möglich frei gehalten», so Nadine Wietlisbach. Das Lernen sei aber nur eine Seite der Medaille. Aufmerksamkeit während der Schulstunden erspare einem unnötigen Aufwand zu Hause. «Wenn man den Unterricht konzentriert verfolgt, dann hat man einen grossen Teil der Prüfungsvorbereitung bereits geleistet», ist sie überzeugt.

Obschon Nadine Wietlisbach gerne zur Schule ging, «weil es eine gute Abwechslung zum Arbeitsalltag ist«, freut sie sich auf ihre neue, schulfreie Aufgabe. Sie wird ihrem Lehrbetrieb, der Zürcher Kantonalbank, erhalten bleiben, als Kundenberaterin in der Akquisition. «Das ist mein Wunschjob», freut sie sich. In den drei Jahren Ausbildung habe sie immer mehr Freude am Bankalltag gewonnen, besonders am Kundenkontakt. Dieser war auch der Grund, dass sie für eine Lehre auf einer Bank entschied.

Viele Weiterbildungsmöglichkeiten

«Ich fand es schwierig, mich mit 14Jahren für einen Beruf zu entscheiden. Deshalb habe ich in ganz unterschiedliche Branchen hineingeschnuppert», sagt sie. So habe sie sich beispielsweise auch über die Anforderung des Drogisten- oder Floristenberufs informiert. «Während der Suche nach einem Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich habe ich gemerkt, dass mir der Kontakt mit Menschen gefällt. Auf der Bank hat man viel mit Leuten und den Geschehnissen in der Wirtschaft zu tun, deshalb habe ich mich dort beworben», so Wietlisbach. Für eine kaufmännische Lehre habe sie sich deshalb entschieden, weil das eine gute Grundausbildung sei und ihr später viele Weiterbildungsmöglichkeiten offen stünden.

Weiterbildungen sind für Nadine Wietlisbach vorerst Zukunftsmusik. Als nächstes will sie die Autoprüfung und irgendwann einen Sprachaufenthalt machen. «Doch zuerst gehe ich nochmals in die Ferien, an den Strand, um mich zu erholen und meinen gelungenen Abschluss zu feiern.»