Fussball

Sie geben sich keine Blösse: Dietikon siegt auch gegen Wohlen II – mit 3:0

«Unser Aufbauspiel war nicht so gut. Wir hätten in einigen Situationen schneller spielen können.»

Die Wohlener stürmten auf den Schiedsrichter zu und protestierten lautstark, allen voran Captain Florian Weber. Doch der Unparteiische liess sich nicht beirren. Er zeigte weiterhin auf den Penaltypunkt, für Dietikon übernahm Captain Aleandro Norelli die Verantwortung. Seinen Elfmeter parierte Wohlens Torhüter Anthony von Arx noch, gegen den Nachschuss hatte er keine Chance. 2:0 für Dietikon nach etwas mehr als 50 gespielten Minuten.

Der Ärger der Wohlener hielt jedoch an. Denn Milan Marjanovic, der im Strafraum zu Fall gekommen war, hatte nach Meinung der Gäste den Ball zuvor mit der Hand berührt. Von der Seitenlinie sah es tatsächlich so aus, als wäre Marjanovic mit der Hand am Ball gewesen. Ob es sich um ein strafbares Handspiel handelte, bleibt allerdings fraglich.

Jedenfalls zählte der Treffer. Und er hatte Folgen für den weiteren Verlauf dieser Partie. Denn während sich die Wohlener nun vermehrt mit dem Schiedsrichter anlegten und Weber noch wegen Reklamierens verwarnt wurde, konzentrierten sich die Dietiker darauf, die drei Punkte ins Trockene zu bringen.

nd nicht mal eine Viertelstunde nach Norellis Tor machten sie alles klar: Blazenko Klaric verwertete eine Flanke sehenswert mit dem Kopf zum 3:0. Die endgültige Entscheidung in dieser Partie. Wenig später hätte der eingewechselte Luca Senicanin gar auf 4:0 erhöhen können, ja vielleicht müssen. Doch er traf das Tor aus kürzester Distanz nicht.

Mühe trotz Dominanz

Das 4:0 wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen. Denn obwohl die Dietiker die Partie dominiert hatten, bekundeten sie vor allem in der ersten Hälfte Mühe, ihr Spiel aufzuziehen. «Unser Aufbauspiel war nicht so gut», sagte Dietikons Trainer João Paiva. «Wir hätten in einigen Situationen auch schneller spielen können. Wir können besser spielen.»

Dietikon erwischte also nicht seinen besten Tag. Die Gäste aus Wohlen konnten daraus allerdings keinen Profit schlagen. Zwar versuchten sie immer wieder, durch Konter zum Torerfolg zu kommen, doch richtig gefährlich wurde es im Dietiker Strafraum selten. Dafür agierten die Wohlener im Angriff zu unpräzise.

Wir hatten einen motivierten Gegner, der viel gelaufen ist», so Paiva. «Aber ich glaube, unser Torhüter musste kein einziges Mal eine Parade zeigen.» Tatsächlich blieb Goalie Predrag Pribanovic die meiste Zeit beschäftigungslos.

Dafür vergaben die Dietiker hochkarätige Chancen. Schon nach acht Minuten hatte Dino Duvnjak das 1:0 auf dem Fuss, als er im Strafraum an den Ball kam und von Arx das Gehäuse verlassen hatte. Doch Duvnjak schoss den Ball knapp vorbei. Zuvor hatte schon Muhamed Alghoul eine Chance auf das erste Tor in diesem Spiel vergeben.

«Extrem wichtig»

Nach 20 Minuten aber war es so weit: Verteidiger Adin Sljivar kam nach einer Flanke zum Kopfball und brachte die Dietiker mit 1:0 in Front. Die Hausherren kamen danach noch zu weiteren guten Möglichkeiten, etwa durch Klaric und Norelli, doch es blieb bis zur Pause beim knappen Vorsprung. Erst nach Wiederanpfiff konnten die Dietiker ihre Dominanz auch ummünzen — durch die zuvor schon erwähnten beiden Tore. «Die drei Tore waren sehr schön», sagte Paiva. «Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben. Die drei Punkte waren extrem wichtig.»

Mit ihrem Sieg bleiben die Dietiker im Kampf um den Aufstieg im Vorteil. Und sie haben einen Verfolger weniger: Die Eagles aus Aarau haben sich nach ihrer 3:5-Niederlage in Freienbach wohl endgültig aus dem Rennen um Platz 1 verabschiedet, der Abstand der Aargauer beträgt schon 13 Punkte. Damit verbleibt Freienbach mit neun Zählern Rückstand der einzig realistische Konkurrent für die Dietiker.

Und diese spielen am nächsten Wochenende auswärts gegen Olten. Mit den Solothurnern haben sie noch eine Rechnung offen. «Wir haben gegen Olten diese Saison einmal unentschieden gespielt und in der Cupvorrunde verloren», sagte Paiva. «Jetzt wollen wir unbedingt gewinnen.»

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