Die Teilnehmer der Sendung «Bauer, ledig, sucht ...» sind bald wieder im Fernseher zu sehen. In der neuen Trödelshow «Schatz oder Plunder – Fundstücke vom Land» holen sie ihre Schätze aus Keller und Estrich und probieren, diese unter die Leute zu bringen. Damit die Fundstücke richtig, also als Schatz oder Plunder, beurteilt werden können, holte sich der Moderator Marco Fritsche professionelle Hilfe. So engagierte er auch Bernhard und Marlen Jost. Das Ehepaar führt seit rund 30 Jahren die Antik-Liquidation in Weiningen. Die beiden werden in der Sendung mit anderen Händlern um die zusammengesuchte Ware der Bauern feilschen.

Tritt man an der Regensdorferstrasse durch die verglaste Scheunentüre ins innere des Ladens, wartet ein funkelndes Märchenland auf den Kunden. Dutzende Kronleuchter hängen von der Decke, vergoldete Throne dienen als Sitzgelegenheiten, von der Wand schauen bronzene Menschenfiguren und silberne Hirsche in alle Richtungen. «Die haben wir ganz neu», sagt Marlen Jost.

Die Antiquitätenhändler sind nicht auf einem verstaubten Sortiment sitzen geblieben: Mittlerweile besteht ihr Sortiment zur Hälfte aus Möbeln, die sie von ihrem Lieferanten aus Indonesien beziehen. Dieser stellt auf Kundenwunsch auch massgefertigte Stücke her. Die andere Hälfte besteht weiterhin aus antiken Stücken.

Fehlkäufe gehören dazu

Auch Josts tätigten schon Fehlgriffe, jedoch nicht unbedingt bei der Einschätzung der Antiquitäten, sondern eher beim Vorhersehen der Kundenwünsche. «Da haben wir auch schon auf das falsche Pferd gesetzt, etwa auf Dekorationskerzen», sagt Jost. Letztere entpuppten sich als Ladenhüter. Doch man müsse auch als Antiquitätenhändler immer wieder das Sortiment erweitern. Im Gegensatz zu den Kerzen wurden die Kronleuchter zu regelrechten Kassenschlagern. Kunden aus ganz Europa reisen dafür an.

Die Antiquitäten-Profis, in der Mitte Marlen und Bernhard Jost, inspizieren während der ersten Folge mitgebrachte Ware und schätzen ihren Wert ein.

Beim Einkauf alter Möbel hat das Paar eine grosse Auswahl. «Wegen den zahlreichen Umzügen von Senioren ins Alters- oder Pflegeheim sind viele antike Möbel auf dem Markt», sagt Bernhard Jost. So klingelt das Telefon im Antiquitätenladen bis zu 20-mal täglich. Marlen Jost, die den Laden führt, muss viele Verkäufer abwimmeln. Über die Jahre ist sie bei der Zusammenstellung ihres Sortiments wählerisch geworden. Geschirr nimmt sie etwa nicht mehr an.

Auch überschätzen die privaten Verkäufer oft den Wert ihrer Ware, deshalb kauft das Ehepaar meist bei altbekannten Händlern ein. «Viele unserer Händler kennen wir schon seit Jahrzehnten», sagt Jost. Während seine Frau sich um den Verkauf und die Website kümmert, restauriert Bernhard Jost Möbel und schätzt Antiquitäten für Erben ein. Dabei findet er echte Schätze, aber auch vermeintliche Goldstücke, die sich als billige Kopien entpuppen. Ein weitverbreiteter Trugschluss ist auch, dass Möbel mit steigendem Alter an Wert gewinnen. Dem ist nicht so: «Ein Zürcher Wellenschrank, der beispielsweise vor 30 Jahren für 30 000 Franken gekauft wurde, ist heute nur noch 5000 Franken wert», sagt Jost.

In anderen Momenten wurden Josts aber auch positiv überrascht. Etwa als sie die Fundstücke der Sendung «Schatz oder Plunder – Fundstücke vom Land» zu sehen bekamen. «Wir erwarteten Sachen für 30 bis 40 Franken. Doch da waren wirklich wertvolle Stücke unter den dargebotenen Waren», sagt Jost.

Zum zweiten Mal in Fernsehshow

Was sie genau zu Gesicht bekamen, wollen die beiden nicht verraten. Nur so viel: Es war auch ein Motorrad dabei. Das Ehepaar habe während den Dreharbeiten mit der mehrköpfigen Filmcrew Spass gehabt. «Die Bauern waren interessant und die Händler kannten wir zum Teil noch gar nicht», sagt Marlen Jost.

Es ist nicht das erste Mal, dass Josts vor der Kamera standen. Vor bald zwei Jahren machten sie in der SRF-Sendung «Brockiprofis» mit. Das sei ein wenig anstrengender gewesen. «Damals hatten wir nur eine Kamera und fuhren viel umher», sagt Bernhard Jost. Die Sendung steigerte ihre Bekanntheit und füllte ihnen den Laden mit Kunden. Welche Überraschungen dank ihres erneuten Fernsehauftritts künftig hinter den Scheunentoren auf die Kunden warten, werden die nächsten Wochen zeigen.

Trödelshow Die erste Folge von «Schatz oder Plunder – Fundstücke vom Land» läuft am 17. Januar um 22 Uhr auf dem Sender 3+.