Oberengstringen
Sie bildet Sänger aus der ganzen Welt aus

Vera Wenkert wünschte sich schon als kleines Mädchen, Opernsängerin zu werden. Nachdem sie ihren Magister der Künste in Kunstgeschichte und Germanistik abgeschlossen hatte, erfüllte sie sich ihren Kindheitswunsch und studierte Gesang.

Margret Stöcklin
Merken
Drucken
Teilen
Vera Wenkert.

Vera Wenkert.

Musik hat Vera Wenkert schon immer über alle Massen fasziniert und glücklich gemacht. Schon in Jugendjahren sei ihre besondere, qualitätsvolle Stimme und ihre unbändige Freude am Singen hör- und spürbar gewesen, erinnert sich Wenkert. «Darum habe ich nach meinem Magister-Artium-Abschluss bei renommierten Lehrern wie Gloria Davy, Susanna Eken, und Friedrich Gürtler, Gesang studiert. Diese Menschen konnten mich sehr prägen, sowohl musikalisch als auch menschlich», sagt Wenkert.

Bereits in jungen Jahren hatte sie der Weg zu Staatsschauspielerin Dagmar von Thomas geführt, bei welcher sie unzählige private Schauspielstunden nahm, die dazu beitrugen, dass sie sich zu einer grossen Künstlerin entwickeln konnte. Den letzten Feinschliff in Partien-Studien holte sie sich bei Koryphäen im dramatischen Fach, unter anderem den Kammersängern Birgit Nilsson und Berit Lindholm sowie David L. Jones. «Im Nachhinein würde ich sagen, dass diese Lehrer grosse Persönlichkeiten waren und sind. Alle haben einen essenziellen Abdruck in meiner Seele hinterlassen», merkt Wenkert an.

Erklärtes Ziel war, die grossen Partien im dramatischen Fach auf angesagten Opernbühnen singen zu können, was Wenkert gelang. Sie war in 30 Partien zu hören und zu sehen, darunter Tosca, Turandot, Elsa oder Brünnhilde. Bereits als Gesangsstudentin trat sie an den Bregenzer Festspielen auf. Als fertig ausgebildete Sängerin engagierten sie die Stadttheater Trier, Nürnberg und Münster sowie das Opernhaus Zürich. Zudem war Wenkert in vielen weiteren Städten tätig. Unter anderem hat sie in einer konzertanten Fassung in New York auch die Isolde aus « Tristan und Isolde» gesungen. Diese gelte als schwerste Sopran-Rolle der Opernliteratur, sagt Wenkert. Die gebürtige Deutsche wurde zudem vor einigen Jahren von der Fachzeitschrift «Opernwelt» für ihre Rolle als Hedwig in der Premiere von «Die Rheinnixen» als beste Sängerin des Jahres nominiert. Von den Theaterfreunden Trier hat sie zudem für ihre Interpretation von Tosca und Leonore Fidelio die begehrte «Theatermaske» verliehen bekommen.

Nach Oberengstringen zog es Vera Wenkert der Liebe wegen. «Ich bin seit 25 Jahren mit einem mich liebenden und verstehenden Mann verheiratet, der mit Leidenschaft an der hiesigen Schule unterrichtet», sagt sie. 2009 entschloss sich Wenkert, nur noch freiberuflich zu arbeiten, nur noch jene Partien zu singen, die ihr sehr am Herzen liegen und ihr Wissen an junge Sängerinnen und Sänger weiterzugeben. Drei Jahre später gründete sie das Institut Stimmkunst, in dem sie Sängerinnen und Sänger unterrichtet. «Ich liebe es, Gutes an Menschen weiterzugeben, mit ihnen Wissen und Können zu teilen und ein Halt zu sein. Inzwischen fliegen Sängerinnen und Sänger aus der ganzen Welt zu mir, um sich bei mir ausbilden zu lassen oder den letzten Schliff zu holen.»

Neben der Oper und dem Singen liebt Vera Wenkert lange Spaziergänge. Zudem bekocht sie gerne gute Freunde und Kollegen bei sich zu Hause. Ihr Daheim hat in ihrem Leben einen grossen Stellenwert: «Das ist ein wichtiger Ort, wo ich in Ruhe sein darf und die nächsten Schritte planen kann.»