Limmattal

Sie bereiten die Zukunft des Klosters Fahr als Erlebnisort vor

Nicole Sozzi, Geschäftsleiterin der Kloster Fahr AG, Küchenchef Giacomo Badino und Restaurantleiterin Claudine Müggler im üppigen Restaurantgarten.

Nicole Sozzi, Geschäftsleiterin der Kloster Fahr AG, Küchenchef Giacomo Badino und Restaurantleiterin Claudine Müggler im üppigen Restaurantgarten.

Im Hintergrund ist «Fahr Erlebnis» schon auf dem Klosterareal aktiv. Auch beim Restaurant hat sich viel verändert.

Ab nächstem Jahr wird das Kloster Fahr als Ausflugsziel belebt: Erlebnisorientierte Landwirtschaft, eine Kleintieranlage und Produkte vom Hof sollen den Besuch noch attraktiver machen. Als Teil der Entwicklung auf dem Areal hat das Kloster einen langfristigen Pachtvertrag für den Landwirtschaftsbetrieb mit der Fahr Erlebnis AG abgeschlossen. Den Anfang macht bereits diesen Samstag ein Apfeltag, bei dem die Teilnehmenden gemeinsam Süssmost produzieren. Dazu bietet das Restaurant Zu den Zwei Raben ein Menu zum Thema Apfel an. Im Dezember ist darüber hinaus ein Weihnachtsbaumverkauf geplant.

Hinter den Kulissen hat der fliessende Übergang bereits begonnen. «Es ist eine einmalige Gelegenheit, dass das Kloster bereit ist, uns so früh ins Boot zu holen», sagt Nicole Sozzi, Geschäftsführerin von «Fahr Erlebnis». Sie habe die Gelegenheit sehr geschätzt, die Schwestern schon früh kennen zu lernen. Die Verbindung zum Kloster sei eng, man arbeite etwa beim Marketing zusammen. Das solle auch in Zukunft so weitergeführt werden, sagt die ausgebildete Agronomin. «Wir wollen Familien ansprechen und Erlebnisse bieten, aber auch der Spiritualität ihren Platz einräumen.»

Neue Restaurantleiterin und neuer Küchenchef

«Das Kloster hatte angefragt, ob wir schon im Verwaltungsbereich des Restaurants einsteigen wollen», sagt Sozzi. Denn nach der geplanten Sanierung des Restaurantgebäudes will «Fahr Erlebnis» auch das «Zu den zwei Raben» pachten. Die ganze Infrastruktur sei sanierungsbedürftig, sagt die Wettingerin, die in Bellikon auf dem Mutschellen aufgewachsen ist. «Die Kücheneinrichtung ist recht alt, manchmal müssen wir improvisieren», sagt Giacomo Badino, der seit anderthalb Jahren als Koch im Restaurant arbeitet und seit Anfang März Küchenchef ist.

Seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown läuft es im Restuarant Zu den Zwei Raben gut.

Seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown läuft es im Restuarant Zu den Zwei Raben gut.

Im Juli übernahm Claudine Müggler die zwischenzeitlich vakante Leitung des Restaurants. Seit der Wiedereröffnung laufe es gut: «Das schöne Wetter und der schöne, grosse Garten haben uns sicher in die Karten gespielt», sagt die 30-Jährige, die zuvor drei Jahre als stellvertretende Leiterin eines Restaurants am Hallwilersee tätig war. Bevor sie die Hotelfachschule in Thun absolvierte, arbeitete sie in der Küche. «Auch die Schwestern kommen wieder häufiger zu uns zum Essen», sagt Müggler. Der Austausch mit dem Kloster gefalle ihr sehr gut. So liefern die Schwestern etwa Gemüse, Brot, Kräuter und Meringues ins Restaurant und kümmern sich bei Anlässen um die Blumendekoration.

Der Koch brachte seine Heimat in die Küche

In der Küche habe Badino seinen italienischen Touch reingebracht, sagt Müggler. Vor neun Jahren verschlug es den Italiener nach Dietikon, wo er heute noch lebt. Obwohl einige Klassiker unantastbar seien, probiere er gerne immer wieder Neues aus, sagt er. Der Fokus auf regionale und saisonale Lebensmittel bleibe ein wichtiger Grundsatz, sagt Müggler. «Bei den Tagesmenus versuchen wir jetzt schon teilweise, die lokalen Landwirtschaftsthemen reinzubringen», ergänzt Sozzi. Sie könne sich künftig vermehrt Anlässe vorstellen, bei denen das Essen auch zum Erlebnis werden soll.

Insgesamt sei es spannend, mit dem Restaurant Teil des Veränderungsprozesses im Kloster Fahr zu sein, sagt Müggler. Sie freue sich, dass ihre Ideen dabei auch offen aufgenommen würden und sie mitgestalten könne.

Im Frühling sollen der erlebnisorientierte Landwirtschaftsbetrieb, die Kleintieranlage und weitere Angebote und Produkte vom Hof für die Besucher eröffnet werden. Über den Winter werden die zurzeit vor Ort lebenden Tiere ausquartiert, damit der Stall von innen umgebaut werden kann. «Wir wollen Geschichten aus dem Kloster, von der Landwirtschaft und der Gastronomie erzählen», sagt Sozzi. Dazu soll das Erlebnisangebot der Klosterbetriebe stärker aus einem Guss kommen. Mit der Pacht des Restaurants soll der Austausch zwischen den einzelnen Bereichen weiter ausgebaut werden. Der Zeitplan ist noch unklar, weil die Gebäudesanierung mit dem Umbau der ehemaligen Bäuerinnenschule zum Mehrgenerationenhaus zusammenhängt. Dieses wird noch mehr Leben aufs Klosterareal bringen. «Wir sind auf einem spannenden Weg», sagt Sozzi.

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