China, das ist nicht nur ein riesiger, sondern auch ein gefährlicher Markt. Wer seine Innovationen offenlegt, um Zugang zum Markt zu erhalten, wird schnell einmal kopiert und steht am Ende ohne etwas Zählbares da. Das ist nun beileibe keine neue Erkenntnis, aber Ausgangspunkt für Markus Dilger, Geschäftsführer der in Dietikon ansässigen Firma Duagon AG. Dilger sprach am Dienstag am Wirtschaftslunch der FDP Bezirk Dietikon davon, wie seine Firma es geschafft hat, in China Fuss zu fassen.

Duagon stellt Netzwerke für Züge und U-Bahnen her, die Türen, Bremsen, Klimaanlage oder Führerstand «miteinander kommunizieren lassen». Und Züge sind im riesigen Land China sehr gefragt.

Sowohl die Entwicklung wie die Produktion finden am Standort Dietikon statt. Laut Markus Dilger setzt seine Firma alles daran, ihre Erfindungen vor Produktepiraterie zu schützen. Das gelinge bislang gut. Den Einstieg in den chinesischen Markt schaffte Duagon über die grossen europäischen Hersteller, die die Limmattaler Produkte in ihre Züge einbauen.

In den letzten Jahren haben die chinesischen Hersteller aufgeholt und überholt, die CRRC ist mittlerweile der grösste der Welt. Die Europäer verlieren in China an Terrain, die Duagon hingegen konnte sich festsetzen, sie liefert nun auch an die Chinesen. Mittlerweile greifen diese auf den europäischen Markt über, bearbeiten Grossbritannien oder Italien. Für Markus Dilger ist klar, dass danach der Griff nach klassischen Zug-Märkten wie Deutschland, Frankreich oder der Schweiz folgt. Der weltweite Markt wird von Dilger auf 150 Milliarden Euro angegeben.

Für Dilger ist der Standort Dietikon ideal. Für seine Firma ist die Nähe zu den Hochschulen wichtig – wegen der Rekrutierung von Ingenieuren. Und da liegt denn auch zusehends das Problem: der Fachkräftemangel. Die Industrie fertige zunehmend automatisch, brauche aber immer mehr Fachkräfte. Diesbezüglich verlaufe die Rekrutierung immer harziger, das sei nicht zu unterschätzen für den Standort Schweiz.