Dietikon
Sichlete verbindet zwei Traditionen – dieses Jahr neu mit einer Metzgete

300 Besucher, 60 Kilo Blutwurst, 100 Bratwürste und vieles mehr. Das mittlerweile schon zum 40. Mal gefeierte Dietiker Sichlete begeisterte neu mit einer Metzgete.

Ly Vuong
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Barbara Vogel (vorne links mit rotem Halstuch) ist vom OK der Sichlete. Im Hintergrund sieht man die Deko. Alte Bügeleisen, Waschstössel und kleines Waschbrett aus der Sammlung ihrer Mutter. Das Thema ist «Wäsche waschen wie anno dazumal».
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Fabian Ruff serviert hier Schwarzwälder.
Sichlete Dietikon 2018
Es sind mehr als die erwarteten 250 Besucher gekommen. Am Freitagabend kamen zur Metzgete über 300 Besucherinnen und Besucher auf den Zentralschulhausplatz.
Monja Käser aus Aesch ist eine von den 110 Helfern der Sichlete. Hier serviert sie gerade Blutwurst mit Rösti.
Einigen lüpft’s das Tanzbein bei der Musik des Schwyzerörgeli Trios «Vollgas».
Laura Stehrenberger und Carlo Kappeler sind stolz, dass sie ihren Dietiker Cider, einen Apfelwein, den sie seit einem Jahr produzieren, an der Sichlete anbieten können.
Marc Wenger (links) aus Bergdietikon und Reto Siegrist, Dietiker CVP-Stadtrat, schauen, dass die Verdauung gut läuft und servieren den ganzen Abend feinen Likör aus der Innerschweiz.
Florian Hunsperger, OK-Präsident, und Astrid Dätwyler, Präsidentin der Trachtengruppe Dietikon, die bis 2015 die Sichlete organisiert hatte. Dätwyler: «Das Fest entspricht einem Bedürfnis, es wächst.»

Barbara Vogel (vorne links mit rotem Halstuch) ist vom OK der Sichlete. Im Hintergrund sieht man die Deko. Alte Bügeleisen, Waschstössel und kleines Waschbrett aus der Sammlung ihrer Mutter. Das Thema ist «Wäsche waschen wie anno dazumal».

Ly Vuong

Längst ist Dietikon eine Stadt. Doch an diesem Wochenende besann man sich auf seine Wurzeln und frönte der bäuerlichen Dorftradition: dem Erntedankfest, der «Sichlete». Sichlete in Dietikon bedeutete für 37 Jahre: Gemütliches Beisammensein mit Berner Platte und Ländlermusik.

Vor drei Jahren übernahm eine neue Generation die Organisation des Traditionsanlasses von der Trachtengruppe. Das junge Team um Florian Hunsperger hatte zum 40-Jahr-Jubiläum der Sichlete einen Geistesblitz: Warum nicht die Metzgete, einen weiteren Brauch, der nicht mehr vom Turnverein durchgeführt wurde, an der Sichlete wiederbeleben?

300 Besucher

Gedacht, getan. Auf dem Zentralschulhausplatz erwarteten die Organisatoren am Freitagabend zur Metzgete, die die Sichlete Dietikon nun umfasste, 250 Besucher. Gekommen sind über 300. An der Metzgete wurden Teile vom Schwein gegessen, die sonst nicht verwertet wurden. Othmar Gut von der Metzgerei Hildebrand lieferte 80 Kilo Rösti, 15 Kilo Leberli, 35 Kilo Gnagi, 20 Kilo Leberwurst, 60 Kilo Blutwurst und 100 Bratwürste. «Freude am Anlass ist unser Erfolgsrezept», sagte Gut stellvertretend für sein Küchenteam.

Rund 110 freiwillige Helfer sind am ganzen Sichlete-Wochenende im Einsatz. Unter ihnen ist auch die Lokalprominenz wie Alt-Stadtrat Jean-Pierre Balbiani und einige Gemeinderäte vertreten. Am Freitagabend nahm Pia Siegrist, Präsidentin der Stadtjugendmusik Dietikon, Bestellungen entgegen. Ihr Mann, der Dietiker CVP-Stadtrat Reto Siegrist, servierte zusammen mit dem Bergdietiker Marc Wenger verschiedene Liköre aus der Innerschweiz. «Wir sorgen für eine gute Verdauung», sagte Siegrist und lobte die Liebe zum Detail beim Tischdekor.

Für das Dekor war OK-Mitglied Barbara Vogel zuständig. Dieses Jahr entschied sie sich für das Thema «Waschen wie anno dazumal» und konnte auf die Sammlung ihrer Mutter zurückgreifen. Alte Bügeleisen, Waschbrett und Waschstössel erinnerten an frühere Zeiten. Selbstgestrickte Miniatur-Shirts über Erika-Blumen zierten die Tische.

So schön wie Chalä Chilbi

Das Schwyzerörgeli-Trio «Vollgas» sorgte mit Ländlermusik für Stimmung am Freitagabend. Es wurde beim Tischnachbar eingehakt, gemeinsam geschaukelt und mitgesungen. Auch Techno-Hits wurden lüpfig interpretiert: «Freedom» von DJ Bobo klang auf einmal urchig. Die SVP-Gemeinderätin Karin Dopler sagte: «Meine 83-jährige Mami schwärmte heute gerade: Die Sichlete sei ein Jahrestreffpunkt, so schön wie die Chalä Chilbi». Sie genoss zusammen mit Stefan Schmucki, dem Inhaber der Zeus Music Bar, die ausgelassene Gemütlichkeit.

«Sichlete, das ist Heimatgefühl, Tradition und Menschen treffen, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht», sagte die Dietikerin Sonja Giannachi. Venanzio Deflorin war da wegen alten Kollegen: «Dieser Anlass ist etwas Einmaliges», sagte er. Die Präsidentin der Trachtengruppe, Astrid Dätwyler, welche die Sichlete lange präsidierte, fand: «Die Sichlete entspricht einem Bedürfnis, sie wächst». Das Interesse sei überwältigend, bilanzierte auch OK-Präsident Hunsperger. Übers ganze Wochenende, an dem übrigens auch die Dietiker Chilbi stattfand, sind über 1000 Besucher gekommen.

Die AZ war vor Ort und befragte die Gäste, was sie davon halten, dass die Dietiker Sichlete jetzt auch eine Metzgete umfasst. Hier sehen Sie einige der Antworten

Sabrina Imhof (34), Berikon «An der Sichlete bin ich zum dritten Mal, weil ich einige hier kenne. Musik, Ambiente und Essen sind sehr gut. Es ist schon meine vierte Metzgete in diesem Jahr. Vor zwei Wochen war ich an der Metzgete des ‹Jodlerklubs Echo vom Hasenberg› in Berikon.»
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Max Zumbühl (84), Dietikon «Ich bestellte eine doppelte Blutwurst mit Sauerkraut. Es ist super, dass die Sichlete eine Metzgete hat. Ich komme immer an die Sichlete. Als Dietiker bin ich froh, dass es noch solche Traditionsanlässe gibt in der Stadt. Hier treffen meine Frau und ich Kollegen.»
Astrid Dätwyler (55), Dietikon «Mit der Metzgete hat man die Gelegenheit, zweimal an die Sichlete zu kommen. Essen und Unterhaltung sind am Freitag und Samstag nicht gleich. Auf die Metzgete warte ich ein ganzes Jahr, und Berner Platte bedeutet für mich Sichlete in Dietikon.»
Carlo Kappeler (27), Dietikon «Sichlete und Metzgete passen sehr gut zusammen. Zwei Schweizer Traditionen, die einander ergänzen. Tolle Musik und feines Essen. Ich ass Gnagi, Blutwurst, Leberwurst und Sauerkraut, dazu den Dietiker Cider, den ich mit Laura Stehrenberger produziere.»
Johannes Felber (59), Dietikon «Es kommt bald der Winter, und dann ist die Metzgete Teil meines Menüplans. Ich freue mich sehr, dass die Sichlete nun auch eine Metzgete anbietet. Meine Frau und ich bestellten Unterschiedliches, damit wir teilen können und von allem etwas haben.»
Susanne Jaeggi (64), Geroldswil «Die neue Generation lässt sich Einiges einfallen und macht Neues. Metzgete an der Sichlete: Das ist das Beste vom Besten. Denn es braucht eine Metzgete in Dietikon. Nun lebt ein alter Brauch in der Tradition weiter. Es ist hier gemütlich und man trifft sich.»

Sabrina Imhof (34), Berikon «An der Sichlete bin ich zum dritten Mal, weil ich einige hier kenne. Musik, Ambiente und Essen sind sehr gut. Es ist schon meine vierte Metzgete in diesem Jahr. Vor zwei Wochen war ich an der Metzgete des ‹Jodlerklubs Echo vom Hasenberg› in Berikon.»

Ly Vuong