Während die Tage länger werden, die Temperaturen steigen und die Sonne sich öfters zeigt, zieht es die Menschen wieder vermehrt nach draussen. Das löst in Dietikon nicht nur Freude aus: Denn mehr Menschen, die sich draussen treffen, produzieren auch mehr Lärm und Abfall.

Um die Sicherheit und Sauberkeit im Zentrum und dort vor allem an den sogenannten «Hotspots» – Kirchplatz, Bahnhof, entlang der Limmat – zu verbessern, testete die Stadt Dietikon letztes Jahr einen neuen Ansatz. Im Rahmen eines Pilotprojekts waren während der warmen Jahreszeit regelmässig Mitarbeitende der Organisation Sicherheit Intervention Prävention (SIP) Züri in Dietikon unterwegs.

Mit dem Resultat war man so zufrieden, dass die Patrouillen nun dieses Jahr definitiv eingeführt werden, wie Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagt. Wie schon im letzten Jahr kauft die Stadt 120 Patrouillenstunden – wobei eine Patrouille immer aus zwei Personen besteht – für 30 000 Franken.

Fokus auf die Nötzliwiese

Zum ersten Mal in diesem Jahr sah man schon am vergangenen Wochenende wieder zwei der Sicherheitspersonen in ihren blauen Hemden im Dietiker Zentrum. Bis Ende September werden regelmässig Zweierteams ihre Runden drehen. Dieses Jahr wolle man die Patrouillen noch gezielter dann einsetzen, wenn am meisten Leute im Freien seien, sagt Illi – also vor allem bei schönem Wetter, an Wochenenden und Feiertagen.

Ein spezielles Augenmerk wird, wie im letzten Jahr, auf die Nötzliwiese gelegt. Die Grünfläche hinter dem Bahnhof an der Limmat ist laut Illi im letzten Jahr zu einem Brennpunkt geworden, weil sie zunehmend von verschiedenen Benutzergruppen beansprucht wird.

Trifft das SIP-Team auf Personen, die sich störend verhalten, macht es sie darauf aufmerksam, dass sie im öffentlichen Raum Regeln einhalten müssen. «Das funktioniert ausgesprochen gut», sagt Illi. Denn kaum jemand störe aus böser Absicht. «Manchmal sitzt jemand mit einem riesigen Verstärker irgendwo und hört viel zu laute Musik», so Illi. «Wenn man sie dann bittet, die Musik leiser zu drehen, haben sie im Normalfall Verständnis dafür und entschuldigen sich.»

Auf Kooperation angewiesen

Daneben muss das SIP-Team vor allem bei Litteringfällen eingreifen. Wenn sich zu grosse Gruppen bildeten, die negativ auffallen, weil sie beispielsweise Passanten belästigen, sei es hin und wieder auch nötig, diese fortzuschicken, sagt Illi.

Auf ein eigentliches Wegweisungsrecht, wie es die Polizei hat, kann die SIP aber nicht zurückgreifen. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute kooperieren.» Im Ernstfall könne man immer noch die Polizei einschalten – was jedoch im letzten Jahr nie nötig gewesen sei.

Intervenieren musste die SIP letztes Jahr hingegen 37-mal. Laut Illi ist es ein Vorteil, dass das SIP-Team und viele der Personen, die sich regelmässig im Dietiker Zentrum aufhalten, unterdessen bereits kennen. Der freundschaftliche Umgang mache es den SIP-Mitarbeitenden viel einfacher, etwas zu bewirken.