«Absolut nachvollziehbar» seien die Resultate aus der Sicherheitsumfrage, welche die Stadt Dietikon durchgeführt hat, sagt CVP-Fraktionschef Pius Meier. Dass sich 81 Prozent aller Einwohner in Dietikon sicher oder sehr sicher fühlen, sei für ihn «gar nicht überraschend», so Meier: «Das Resultat deckt sich mit den Erfahrungen aus meinem eigenen Umfeld.»

«Bei weitem nicht so schlimm»

Ähnlich reagiert Lucas Neff, Fraktionschef der Dietiker Grünen, auf die Umfrageresultate, welche die Stadt Dietikon kürzlich präsentierte. «Wir gehören zu den Personen, die in Dietikon keine Angst haben», so Neff. Trotzdem betont er, Sicherheit sei ein «Grundbedürfnis»: «Wenn sich jemand unsicher fühlt, müssen wir dies ernst nehmen und uns überlegen, wie wir das subjektive Empfinden verbessern können.» Sein Vorschlag: Parteien, Stadt, Jugendliche und Jugendbeauftragte sollen sich an einen Tisch setzen, um zu diskutieren, welche Massnahmen ergriffen werden müssen. Auch eine Podiumsdiskussion unter Einbezug der Bevölkerung könnte er sich vorstellen.

Auch AL-Gemeinderat Ernst Joss glaubt, dass «das Thema die Stadt sicherlich noch weiter beschäftigen wird». Er persönlich fühle sich jedoch, wie auch die Mehrheit der Befragten, in Dietikon durchaus sicher, so Joss. Die Umfrage zeige auch: «Die Situation ist bei Weitem nicht so schlimm, wie sie von gewissen Kreisen gerne dargestellt wird.»

Nicht immer sicher fühlt sich in Dietikon hingegen FDP-Fraktionschef Ueli Bayer: «Ich habe auch schon Momente erlebt, in denen ich mich unwohl fühlte.» Dass sich die Bevölkerung vor allem am Bahnhof teilweise unsicher fühle, überrasche ihn daher nicht. Obwohl der Stadtrat im Rahmen der neuen Polizeiverordnung die Möglichkeit hätte, dem Problem mit Videoüberwachung zu begegnen, glaube er aber nicht, dass dieser sich «dazu durchringen» werde, so Bayer: «Offensichtlich ist dies bei der Bevölkerung nicht so ein grosses Bedürfnis, wie man dachte.» Er könnte sich vorstellen, dass das Umfrageergebnis gewisse Leute überrasche.

Wegweiseartikel als Option

Nicht überrascht zeigt sich SP-Fraktionschefin Rosmarie Joss. Sicherheit sei zwar etwas Relatives und sehr subjektiv, sagt sie. Doch: «Wir haben immer den Standpunkt vertreten, dass Dietikon eine sichere Stadt ist. Es ist schön, dass die Umfrage dieses Empfinden bestätigt.» Generell erfreut über das Resultat der Umfrage zeigt sich auch SVP-Fraktionschef Markus Erni. Offensichtlich hätten gewisse Massnahmen gefruchtet. Er warnt jedoch auch: «Der Teufel steckt im Detail.» Dass sich viele Frauen unwohl fühlten und allgemein viele Einwohner am Bahnhof ein «mulmiges Gefühl» hätten, dürfe nicht schöngeredet werden. «Der Bahnhof ist ein Brennpunkt, hier muss man reagieren», verlangt Erni. Die Polizei könnte, findet er, beispielsweise ab und zu vom Wegweisungsartikel Gebrauch machen, der in der Polizeiverordnung enthalten sei.

«Mich stört der Dreck»

Auch für EVP-Präsident Thomas Wirth ergibt sich aus der Umfrage durchaus Handlungsbedarf. Seiner Ansicht nach habe der Stadtrat die Resultate etwas zu wohlwollend interpretiert, findet er: «Es gibt Schwierigkeiten, vor denen man die Augen nicht verschliessen sollte.» Insbesondere die Situation am Bahnhof sei für ihn ein Problem, welches es anzugehen gelte. «Mich stören der Dreck und das Herumgehänge dort auch.»