Schlieren
Sicherheit am Bahnhof Schlieren: Patrouillen lohnen sich nicht

Der Bahnhof Schlieren ist ein sicheres Pflaster. Oder anders gesagt: Das Gebiet ist «nicht besorgniserregend». Zu diesem Schluss kommt die Kantonspolizei Zürich.

Sandro Zimmerli
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In der Unterführung beim Bahnhof ist vielen Passanten nicht wohl. Deshalb soll die Beleuchtung verbessert werden.

In der Unterführung beim Bahnhof ist vielen Passanten nicht wohl. Deshalb soll die Beleuchtung verbessert werden.

Sandro Zimmerli

Sie begründet diese Einschätzung mit der tiefen Anzahl an Delikten, die in den letzten fünf Jahren dort verübt wurden. Wegen dieser statistischen Werte, aber auch aufgrund der Bautätigkeiten und der grossen bevorstehenden Veränderungen, sieht der Stadtrat momentan «keinen akuten Handlungsbedarf und verzichtet auf den Einsatz von Bahnhofpaten oder Videokameras». Bestärkt wird er in seinem Entschluss auch durch die Securitrans. Diese bestätige, dass es beim Bahnhof Schlieren nicht nötig sei, präventive Massnahmen zur Steigerung des Sicherheitsgefühls vorzunehmen, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf ein Postulat von SP-Gemeinderat Pascal Leuchtmann.

Wenig Delikte an neuralgischen Orten

Neben der Abklärung, wie die Sicherheit am Schlieremer Bahnhof erhöht werden könnte, fragte Postulant Pascal Leuchtmann (SP) den Stadtrat an, auch zu prüfen, wie an weiteren neuralgischen Punkten wie der Unterführung zwischen Ringstrasse und Zentrum, dem «Mausoleum», vor dem EKZ in der Brunngasse sowie im Stadtpark verbessert werden kann.

Der Stadtrat hat daraufhin auch statistische Daten der Kantonspolizei für diese Orte angefordert. Wie beim Bahnhof gilt auch für diese Gegenden, dass sie von der Kantonspolizei als nicht besorgniserregend eingestuft werden. Auch bei der Brunngasse und der Unterführung verfolgt der Stadtrat das Ziel, diese Orte durch Neugestaltungen und Aktivitäten zu beleben und so das subjektive Sicherheitsgefühl der Passanten zu erhöhen. (zim)

Dieser hatte vom Stadtrat verlangt, zu prüfen, «ob und wie die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl im Bereich des Bahnhofs Schlieren verbessert werden kann.» Er stützte sich dabei auf eine von der SP durchgeführte Umfrage zur Lebensqualität in Schlieren. Diese hatte zutage gebracht, dass sich ein beachtlicher Teil der Bevölkerung am Bahnhof und in den umliegenden Unterführungen unsicher fühlt. Leuchtmann schlug dem Stadtrat in seinem Postulat auch gleich verschiedene Ansätze zur Sicherheitssteigerung vor. Unter anderem bauliche Massnahmen wie das Anbringen von Überwachungskameras. Gleichzeitig sollte auch die Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten erhöht werden.

Keine freiwilligen Patrouillen

Laut Stadtrat lohnt sich der Einsatz von Freiwilligen, die regelmässig um den Bahnhof patrouillieren, sogenannte Bahnhofspaten, nicht. «Aufgrund der statistischen Zahlen sowie den bevorstehenden baulichen Veränderungen ist der Kosten/Nutzen von Bahnhofpaten nicht verhältnismässig», hält er fest. Bevor Videokameras installiert würden, müssten sämtliche anderen sicherheitsrelevanten Möglichkeiten ausgeschöpft sein. «Dies ist in diesem Bereich nicht der Fall, da keine schwerwiegenden Vorfälle vorhanden sind», schreibt der Stadtrat weiter. Auch die SBB würden nur Kameras an Bahnhöfen installieren, an denen es bereits zu mehreren Vorfällen gekommen sein. Jener in Schlieren gehöre nicht dazu. Eine Verlegung des Polizeipostens wird momentan zwar geprüft. Der Bahnhof eigne sich jedoch aus organisatorischer und polizeitaktischer Sicht kaum.

Trotz Verzicht auf weiteres Sicherheitspersonal und Videoüberwachung, ist es dem Stadtrat ein Anliegen, das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken, und zwar im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofareals. Bis zu diesem Zeitpunkt werde die Stadtpolizei Schlieren speziell in diesen Gebieten aktiv patrouillieren und bei Verdacht vermehrt Personenkontrollen vornehmen.

Konkret will die Stadt zusammen mit den SBB und privaten Gebietsentwicklern die Unterführungen aufwerten, unter anderem durch eine bessere Beleuchtung. Der Stadtrat wolle so schnell wie möglich dem Gemeindeparlament ein entsprechendes Projekt vorlegen, heisst es. Überdies planten die SBB auf dem Areal des ehemaligen Güterschuppens eine Gewerbe- und Wohnüberbauung mit zwei Gebäuden. «In diesem Zusammenhang wird auch die westliche Unterführung eingekürzt und mit einer grosszügigen Rampe versehen. Auch der Zugang zur Unterführung Ost wird grosszügiger und offener gestaltet», so der Stadtrat. Mit verschiedenen Neu- und Umbauten soll die Güterstrasse West längerfristig belebt werden. In den Erdgeschossen seien Verkaufsläden geplant, in den anderen Stockwerken Wohnraum und Büros.

Postulant Leuchtmann gibt sich mit der Antwort nicht zufrieden. Inhaltlich sei wenig zu erfahren, sagt er. «Zudem muss man ganz klar zwischen realer und gefühlter Sicherheit unterscheiden. Immerhin haben viele Leute bei unserer Umfrage angeben, sich rund um den Bahnhof nicht sicher zu fühlen», so Leuchtmann. Er hoffe nun, dass der Stadtrat die richtigen Schlüsse aus diesen Sorgen ziehe, wenn es um die Planungen für die Entwicklung des Nordseite des Bahnhofs gehe.