Schlieren
Sicherer Schulweg: Bald befördert ein Pedibus Kinder über die Bernstrasse

Die Schulpflege sorgt für einen sicheren Schulweg für Kinder im Zelgli-Quartier.

Sibylle Egloff
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Pedibus-Haltestelle: Giuseppina Pileggi Iellamo, Jürg Seiler, Anita Cimerman und Eva-Maria Kopf (von links) werden ab kommendem Montag hier auf die Kinder aus dem Zelgli-Quartier warten und sie sicher über die Strasse befördern. ZVG

Pedibus-Haltestelle: Giuseppina Pileggi Iellamo, Jürg Seiler, Anita Cimerman und Eva-Maria Kopf (von links) werden ab kommendem Montag hier auf die Kinder aus dem Zelgli-Quartier warten und sie sicher über die Strasse befördern. ZVG

Bea Krebs/zvg

Die Engstringerkreuzung ist vielen Eltern im Schlieremer Zelgli-Quartier ein Dorn im Auge. Grund: Der Fussgängerübergang an der viel befahrenen Verkehrsachse ist für Kindergartenkinder und Schüler zu gefährlich. Zu diesem Schluss kam auch der Bezirksrat. Er forderte die Schule Schlieren dazu auf, den Schulweg sicherer zu gestalten. Druck machte zudem auch die Petition auf der Plattform petitio.ch von besorgten Eltern, die insgesamt 223 Unterschriften für einen sichereren Schulweg sammelten und dem Schlieremer Stadtrat im August übergaben (die Limmattaler Zeitung berichtete). Kurzerhand führte man ab dem neuen Schuljahr im Sommer einen Lotsendienst ein. Die Kinder wurden von Mitarbeitern der Sicherheitsfirma Outsec über die Bernstrasse begleitet.

Nun hat die Schule Schlieren eine andere Lösung gefunden. Nach den Herbstferien werden drei Mütter und eine Mitarbeiterin der Schule einen Pedibus (zu Deutsch: Bus auf Füssen) führen. Beidseits der Engstringerstrasse werden Pedibus-Haltestellen errichtet, an denen sich die Kinder versammeln, um dann zu festgelegten Zeiten begleitet die Bernstrasse zu überqueren. Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP) erachtet dies als eine gute Lösung: «Wir sind zufrieden. Auch wenn der Pedibus organisatorisch etwas aufwendig ist, können wir so die Sicherheit der Kinder gewährleisten. Und das ist schliesslich Sinn und Zweck der Übung.»

Bea Krebs (FDP), Schulpräsidentin

Bea Krebs (FDP), Schulpräsidentin

zvg

Bauliche Lösung geplant

Bestimmt bis zum Ende des Schuljahrs wolle die Schule Zelgli auf den Pedibus setzen. «So lange halt, bis sich im besten Fall eine bauliche Lösung realisieren lässt», sagt Krebs. Denkbar wäre eine Verlängerung der Grünphase, damit die Kinder die Strasse am Stück überqueren können und nicht auf der Mittelinsel warten müssen, wenn der Verkehr an ihnen vorbeizieht. Noch besser Abhilfe schaffen würde wohl eine Überführung, so die Schulpräsidentin. Man werde diese Optionen nun mit dem Kanton prüfen.

Ins Leben gerufen wurde der Pedibus an einem Elternabend, der vom Elternforum Zelgli organisiert wurde. «Im Gespräch mit der Elternschaft wurde schnell klar, dass ein Teil der Eltern sehr gut organisiert ist und viele Kinder heute schon von Müttern und Vätern über die Kreuzung begleitet werden», sagt Krebs. Dies sei die ideale Voraussetzung gewesen, um gemeinsam mit den Eltern das Projekt zu starten. Man sei froh um die gute Zusammenarbeit mit der Elternschaft.

Um vom kostenlosen Pedibus, der von Montag bis Freitag drei bis vier Mal täglich angeboten wird, Gebrauch zu machen, müssen die Eltern ihre Kinder anmelden. «Die Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen essenziell. So haben wir eine Übersicht und wissen, wie viele Personen es braucht, um die Kinder zu begleiten», sagt Krebs. Die Eltern aller Kindergartenkinder erhielten im September ein Anmeldeformular. Unterdessen wurden sechs Kindergartenkinder eingetragen. Auch ein paar Schülerinnen und Schüler werden ab kommender Woche den Pedibus nutzen. «Wir rechnen am Montag mit etwa acht Kindern.» Die Zahl werde aber wohl noch etwas ansteigen, ist sich Krebs sicher. Man sei ja erst am Anfang.

Verlässliche Lösung für Berufstätige

Positiv ist die koordinierte Schulweg-Begleitung auch für die betroffenen Eltern: «Wir freuen uns, dass die Schule Schlieren in dieser Sache etwas unternimmt», sagt Eva-Maria Kopf. Sie ist eine der drei Mütter, die sich dazu bereit erklärt hat, den Pedibus zu führen. Ihr Sohn besucht den Kindergarten im Zelgli 1 und ihre kleine Tochter die Krippe daneben. Es sei schön, dass den Kindern so ermöglicht werde, ohne Begleitung der Eltern in den Kindergarten und in die Schule zu gehen und auf dem anspruchsvollen Weg sicherer unterwegs zu sein als alleine, sagt Kopf. Gut findet die zweifache Mutter auch, dass die Schule die Organisation übernimmt. Wenn die Mütter ausfallen, springen Mitarbeiter der Schule als Ersatzbegleiter ein. «Das schafft eine verlässlichere Lösung vor allem für berufstätige Eltern.»

Voll des Lobes ist Kopf aber nicht. «Es wäre schöner gewesen, wenn wir Eltern nicht einen solchen Druck hätten aufbauen müssen, damit etwas passiert. Die Stadt sollte von sich aus für gute und kindertaugliche Schul- und Gehwege für alle Kinder in Schlieren sorgen.» Kopf war neben Initiant Andrin Brüderlin eine treibende Kraft bei der Petitions-Aktion.

Zwar existiere nun eine Lösung für die Kinder vom Schulhaus Zelgli, aber auch nur für die, die sich für den Pedibus angemeldet haben und diesen Schulweg bestreiten müssen, sagt Kopf. «Besser wäre es, die Kinder könnten ohne Begleitung eines Erwachsenen gehen, auch in der Freizeit.»