Im August 2013 hatte ein Mann aus dem Limmattal die Tochter seiner Freundin sexuell missbraucht. Zum Übergriff kam es in der Badewanne. Der Mann passte auf das Kind auf und setzte sich nackt mit ihm in die Wanne. Dort fragte er, ob das Mädchen seinen Penis berühren wolle. Die damals Fünfjährige tat es. Später erzählte sie ihrer Mutter, was in der Badewanne geschah. Zur Strafanzeige kam es jedoch erst durch den Bruder der Mutter, als dieser von der Tat erfuhr.

Das Bezirksgericht Dietikon sprach den Mann wegen sexueller Handlungen mit einem Kind sowie der Hinderung einer Amtshandlung schuldig. Denn als die Polizei den Mann verhaften wollte, gab er einen falschen Namen an und blieb nicht stehen, als ihn die Polizei dazu aufforderte. Das Bezirksgericht verurteilte ihn zu 90 Tagessätzen à 90 Franken. Zudem erteilte es die Weisung einer psychologischen Behandlung für die Dauer der Probezeit. Ausschlaggebend für die Verurteilung war auch, dass der Mann bereits wegen sexueller Handlungen mit Kindern vorbestraft war. Die Verteidigung des Verurteilten sah einen Freispruch vor und zog das Urteil weiter an das Obergericht. Dieses hielt am Urteil der Vorinstanz fest und erhöhte die Strafe auf 130 Tagessätze à 90 Franken.

Therapie ist absolut notwendig

Der Mann wandte sich an das Bundesgericht. Er warf dem Obergericht Verfahrensfehler vor. Die Aussagen des Mädchens seien widersprüchlich gewesen, weshalb die Vorinstanz eine erneute Befragung hätte durchführen sollen. Doch das Bundesgericht weist diese Beschwerde ab. Das Mädchen sei bereits zweimal befragt worden, die Videoaufnahmen dieser Befragungen reichten aus, um den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen beurteilen zu können, heisst es im gestern publizierten Urteil. Als Nächstes betonte der Verurteilte, dass das Mädchen seinen Penis nur ganz kurz angetippt habe. Diese Berührung reiche nicht aus, um sexuelle Gelüste zu befriedigen. Wie lange und wie intensiv das Mädchen den Penis tatsächlich berührt hatte, spielte jedoch bereits für das Bezirksgericht keine Rolle. Allein die Frage nach dem Anfassen stellt eine sexuelle Handlung dar, bestätigte das Bundesgericht die Urteilsbegründung der Vorinstanzen.

Mit der verordneten Therapie war der Verurteilte ebenfalls nicht einverstanden. Er habe schon mehrmals freiwillig psychologische Behandlungen in Anspruch genommen, wandte er ein. Den Nutzen einer Therapie mit staatlichem Zwang sehe er nicht. Das Bundesgericht sah den Nutzen durchaus, eine Therapie sei unumgänglich, heisst es im Bundesgerichtsurteil. Schon das Obergericht habe festgestellt, dass aufgrund der einschlägigen Vorstrafen von einer ungelösten Problematik im Bereich sexueller Handlungen mit Kindern auszugehen sei.

An der Verurteilung wegen Verhinderung einer Amtshandlung hielt das Bundesgericht ebenfalls fest. Er habe die Verhaftung nicht verhindert, hielt der Mann fest. Doch das ist gemäss Bundesgericht für den Tatbestand auch nicht nötig. Denn der Beschuldigte benahm sich so, dass die Verhaftung durch die Polizei nicht reibungslos ablaufen konnte. Und das reicht für eine Verurteilung aus. Das Bundesgericht weist somit alle Beschwerden ab. Zur Geldstrafe kommen nun noch 4000 Franken Gerichtskosten dazu.