Die Schlieremerin Renate Buser traute ihren Augen kaum. Als sie am Dienstagabend von einem Konzert in Zürich zurückkehrte, war ihr ganzer Hauseingang samt Treppenaufstieg mit einer öligen Flüssigkeit verschmiert. «Ich versuchte, schon auf verschiede Arten, die Flecken zu entfernen, erfolglos leider.» Für die ehemalige SP-Gemeinderätin steht fest: «Es handelt sich um einen Halloween-Kinderstreich.»

So ist es Tradition, dass verkleidete Kinder von Tür zu Tür gehen und nach Süssigkeiten fragen. Erhalten sie diese nicht, spielen sie Streiche. Etwa indem sie Rasierschaum in Briefkästen sprühen oder die Hausfassade mit Eiern bewerfen. «Das hätte mir gar nichts ausgemacht», sagt Renate Buser. Aber dass die Kinder mit ihrem Streich bleibende Schäden hinterlassen, gehe definitiv zu weit.

Besonders bitter ist für Buser, dass sie keine Vandalismus-Versicherung hat und für den Schaden selber aufkommen muss. «Dies kann wirklich mehrere tausend Franken kosten.» Ihre Versicherung habe gesagt, sie solle nun eine abschliessen – «denn Halloween komme ja im nächsten Jahr wieder».

Nur zehn Fälle im Limmattal

Die Flüssigkeit wurde von verschiedenen Passanten auf dem ganzen Lachernweg verteilt. Mehrere Meter entlang der Strasse sind die Spuren zu beobachten. «Auch andere Liegenschaftsbesitzer hatten nach Halloween Schäden zu beklagen. Diese beschränkten sich jedoch auf Rasierschaum- und Eier-Scherze.» Besonders schade sei es, dass sie eigens für Halloween Süssigkeiten gekauft habe. «Denn ich gebe jedes Jahr etwas. Doch weil ich vergessen hatte, dass ich Tickets für ein Konzert habe, muss ich nun eine solche Sachbeschädigung hinnehmen.

Lediglich zehn Fälle aus dem Bezirk Dietikon gingen am Dienstagabend bei der Polizei ein, wie diese gestern bekannt gab. In acht Fällen wurden Hausfassaden mit Eiern beworfen und in zwei Fällen waren fahrende Autos das Ziel der Eierwerfer. Die Schlieremer Stadtpolizei musste drei Mal in Schlieren und ein Mal in Urdorf ausrücken. Diverse Jugendliche seien kontrolliert worden. Weil man mit der Schul- und Liegenschaftsabteilung der Stadt Schlieren so gut zusammengearbeitet habe, sei es zu keinen Sachbeschädigungen an öffentlichen Liegenschaften gekommen.

Buser wünschte sich, dass auch private Liegenschaften vom Vandalismus verschont geblieben wären. «Die Eltern, die Polizei und auch die Schule müssen den Kindern den Unterschied zwischen einem harmlosen Scherz und böswilliger Sachbeschädigung klarmachen», sagt sie.