Dietikon
Senioren gesucht: Die Hälfte der Alterswohnungen in Dietikon ist noch frei

Von 190 Interessenten für die neue Seniorenresidenz sind viele abgesprungen. Christoph Schwemmer, Gesamtleiter des Dietiker Alters- und Gesundheitszentrums, glaubt trotzdem an das Konzept.

Bettina Hamilton-Irvine
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Viele Interessenten für die Alterswohnungen in Dietikon sind abgesprungen – «Das ist ein Phänomen, das wir immer wieder erleben», sagt Christoph Schwemmer, Leiter AGZ. (Symbolbild)

Viele Interessenten für die Alterswohnungen in Dietikon sind abgesprungen – «Das ist ein Phänomen, das wir immer wieder erleben», sagt Christoph Schwemmer, Leiter AGZ. (Symbolbild)

Keystone

Demnächst kehrt wieder Ruhe ein im «Ruggacker»: Nach insgesamt mehr als dreieinhalb Jahren Bauzeit wird die Erweiterung und Sanierung des Dietiker Alters- und Gesundheitszentrums (AGZ) in zwei Monaten abgeschlossen sein.

Bereits seit Februar 2011 wohnen die Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims vorübergehend im Neubau Ruggacker 2, der Seniorenresidenz. Anfang September heisst es dann wieder zügeln: zurück ins frisch sanierte Gebäude Ruggacker 1, damit die Seniorenresidenz frei wird für neue Bewohner (siehe auch Kasten).

«Ein Phänomen, das wir immer wieder erleben»

Nur: Von den 27 1-Zimmer-Studios und 14 2-Zimmer-Studios im Neubau sind vor Monate vor dem Einzugstermin im Oktober erst etwas mehr als die Hälfte vermietet, wie Gesamtleiter Christoph Schwemmer sagt. Vor einiger Zeit noch sah dies anders aus: Auf einer Liste mit Interessenten waren ursprünglich einmal ganze 190 Personen eingetragen.

Für Schwemmer ist dies jedoch kein Grund zur Beunruhigung, wie er sagt: «Das ist ein Phänomen, das wir immer wieder erleben.» Er betont, dass es sich bei der Liste auch nicht um eine Warteliste handle, sondern dass sich darauf alle eintragen liessen, die Interesse an einer Wohnung zeigten. Viele davon würden sich das Ganze später doch wieder anders überlegen und realisierten, dass sie noch nicht in eine Alterswohnung ziehen wollten, so Schwemmer.

Umzug: «Wir sind weniger aufgeregt»

Ab dem 3.September ziehen die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums wieder zurück ins Gebäude Ruggacker 1. Sie haben eineinhalb Jahre im Neubau gewohnt, während ihr Gebäude komplett renoviert wurde. Wie schon beim ersten Umzug hilft der Zivilschutz Dietikon, die organisatorische Herausforderung zu meistern, die zwei Wochen dauern wird. «Wir haben wieder fast das gleiche Team, darum sind wir diesmal weniger aufgeregt», sagt Gesamtleiter Christoph Schwemmer. Mehr unter Druck sei er zurzeit, da bis zur Neueröffnung 25 neue Stellen besetzt werden müssen. Benötigt wird Personal für die Seniorenresidenz sowie für die neue Demenzabteilung mit 19 Plätzen. Gutes Pflegefachpersonal zu finden, sei schwierig, so Schwemmer. Doch: «Es sieht nicht schlecht aus.»(BHI)

300 Mahlzeiten sind inbegriffen

Viele können sich ausserdem nicht mit dem Betriebskonzept der Seniorenresidenz anfreunden. Dieses legt unter anderem fest, dass nebst einem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst und gewissen Hotellerieleistungen auch 300 Hauptmahlzeiten pro Jahr in den Grundleistungen inbegriffen sind. «Gewisse Leute sagen, das ist mir zu teuer, wenn ich schon eine eigene Küche habe», so Schwemmer.

Trotzdem will der Leiter des Alterszentrums nichts an diesem Konzept ändern. Es gebe in Dietikon bereits ein breites Angebot an Wohngelegenheiten für Senioren. Da man im Alters- und Gesundheitszentrum die ganze Infrastruktur und Services zur Verfügung habe, sei es sinnvoller, in der Residenz auch Leute unterzubringen, die eher darauf angewiesen seien.

Zudem trage man auch einem gewissen Sicherheitsaspekt Rechnung, indem Mahlzeiten im Preis inbegriffen seien, sagt Schwemmer: Erscheine jemand nicht zum Essen, so falle dies auf und man könne kontrollieren, ob alles in Ordnung sei.

«Es braucht halt seine Zeit»

Dass die Seniorenresidenz zu teuer sei, glaubt Schwemmer nicht. Die Studios kosten inklusive Serviceangebot bei einer Belegung durch eine Person rund 2300 Franken für ein Zimmer und 4100 Franken für zwei Zimmer. Damit liege man preislich im Durchschnitt, sagt Schwemmer.

Er sei optimistisch, dass man die Studios alle vermieten könne: «Es braucht seine Zeit, bis man die richtigen Leute gefunden hat.» Schliesslich sei es nicht ganz einfach, gleichzeitig 40 Plätze zu besetzen. Trotzdem öffnet das Alters- und Gesundheitszentrum das Angebot nun auch für Personen, die nicht in Dietikon wohnen – wenn auch Dietikern der Vorzug gegeben wird.

Weitere Informationen zur Seniorenresidenz: 044 746 96 96 oder agz@dietikon.ch