Dietikon
Senioren entdecken das Billard für sich

Roland Zellweger organisiert jede Woche einen Billard-Plausch für die ältere Generation. Billard fördere die Konzentration, die körperliche Kondition und das räumliche Vorstellungsvermögen, sagt er.

Ladina Trachsel
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Sepp Hübscher ist 87 Jahre alt und kommt jede Woche aus Regensdorf zum Senioren-Billard-Plausch nach Dietikon. LTR

Sepp Hübscher ist 87 Jahre alt und kommt jede Woche aus Regensdorf zum Senioren-Billard-Plausch nach Dietikon. LTR

Die Leute, die um die mit grünem Tuch überzogenen Tische stehen, schauen gespannt auf die farbig glänzenden Kugeln. Der Raum ist schummrig beleuchtet und es schwebt Zigarrenrauch in der Luft. Aufgrund des fehlenden Tageslichts ist es schwer zu sagen, ob es Tag oder Nacht ist. Leicht kann der Besucher hier jegliches Zeitgefühl verlieren.

Lernen vom früheren Nati-Trainer

Was klingt, als wäre es einem Gangster-Film entsprungen, ist in Tat und Wahrheit etwas ganz anderes: der Senioren-Plausch-Nachmittag in der Billard-Halle Dietikon. Jede Woche lädt Roland Zellweger die Senioren der Region dazu ein, in seinem Club zu spielen und Leute kennenzulernen.

Wieso sollen Senioren gerade Billard spielen? «Senioren gibt es viele in der Region und bekanntlich haben die meisten von ihnen viel freie Zeit und wissen nicht, wie sie diese nutzen sollen», sagt Zellweger. Darum öffnet er den einzigen Billard-Club der Region einmal pro Woche einen Nachmittag speziell für Senioren.

Billard fördere die Konzentration, die körperliche Kondition und das räumliche Vorstellungsvermögen, sagt Zellweger. Zudem sei es gut für die Geselligkeit sowie um den gesunden Ehrgeiz anzukurbeln.

Zellweger ist ehemaliger Trainer der Schweizer National-Mannschaft im Billard und hat auch selber einige Pokale gewonnen. Angefangen mit dem Sport hat er bereits mit 13 Jahren, heute ist er 60 Jahre und immer noch begeistert vom Billard. In seinem Club will er das langjährig angesammelte Wissen und seine Erfahrung weitergeben. Als er vor 47 Jahren angefangen habe, sei Billard in der Schweiz noch wenig bekannt gewesen. Erst in den 1970er-Jahren sei der Sport kommerziell verbreitet worden. Damals wurde der erste Verband gegründet und erste Turniere organisiert. Der Film «The Colour of Money» mit Tom Cruise aus dem Jahr 1986 habe viel zur Verbreitung beigetragen, sagt Zellweger.

«Das ist eine super Sache»

Aufgrund der Ferienzeit sind an diesem Nachmittag nur fünf der üblichen acht Senioren anwesend. Unter ihnen ist Peter Vollenweider (66) aus Dietikon, der so oft wie möglich an den Senioren-Plausch kommt. Das Spielen mache ihm unglaublichen Spass und auch die Kameradschaft sei schön. Auch Peter Wernli (62) aus Schlieren kommt seit den Anfängen im April regelmässig in den Billard-Club. «Es ist eine super Sache, dass Herr Zellweger so etwas für Senioren anbietet», sagt Wernli.

Doch sie alle sind nicht nur zum Spielen da: Oft sitze man nach dem Spiel noch zusammen auf eine Limonade oder ein Bier und rede über Gott und die Welt, verraten die Senioren.

Der Senioren-Plausch findet jeden Dienstag von 14 bis 16.30 Uhr im Billard-Club an der Giessenstrasse 15 in Dietikon.statt. Kontakt: Roland Zellweger, rz@billardclubdietikon.ch