Dietikon

Senioren brauchen mehr Beratung als früher

Durch Angebote wie Alterswohnungen oder Haushaltshilfen können Senioren länger im gewohnten Umfeld bleiben. (Symbolbild)

Durch Angebote wie Alterswohnungen oder Haushaltshilfen können Senioren länger im gewohnten Umfeld bleiben. (Symbolbild)

In Sachen Wohnen und Freizeit haben Senioren viele Möglichkeiten, welche die Stadt nun verstärkt koordinieren will.

Die Stadt Dietikon kann den Bedarf an Alters- und Pflegeplätzen aktuell gut abdecken: Die rund 180 Plätze in städtischen Alters- und Pflegeheimen reichen zurzeit aus. Dies, obwohl die Anzahl Dietiker, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, kontinuierlich wächst.

Waren im Jahr 2005 noch rund 750 Personen 80 Jahre oder älter, so waren es im Jahr 2014 bereits 1080. Dass die Stadt trotzdem nicht mehr Plätze braucht, ist einerseits der neuen Pflegefinanzierung zuzuschreiben: In deren Rahmen müssen Gemeinden die Pflegekosten auch dann übernehmen, wenn ein Senior in eine andere Gemeinde zieht.

Andererseits gibt es heute mehr private Angebote. Und: «Angebote wie Spitex, Alterswohnungen oder Haushaltshilfen erlauben dieser Generation, länger im gewohnten Umfeld zu bleiben», sagte Christoph Schwemmer, Gesamtleiter Alters- und Gesundheitszentrum, an der gestrigen Präsentation des neuen Dietiker Altersleitbilds.

Bemerkenswert sei zudem, dass keine Senioren aus Balkanländern in der Dietiker Pflegeinstitutionen untergebracht sind. Diese Bevölkerungsgruppe lege grossen Wert darauf, die Betagten im Kreis der Familie zu versorgen.

Mehr Pflegeplätze zur Verfügung zu stellen, ergebe daher wenig Sinn. Viel eher setzt sich die Stadt im neuen Altersleitbild zum Ziel, Massnahmen zu unterstützen, die es Personen so lange als möglich erlauben, im gewohnten Umfeld zu leben.

Angebote brauchen Koordination

Generell haben sich die Bedürfnisse der Dietiker Ü-60-Generation in den letzten Jahren stark gewandelt. So sei ihnen die Selbstbestimmung sehr wichtig, sagt Schwemmer. In einem Workshop, an dem sich 70 Senioren beteiligten, wurden die Ansprüche und Wünsche abgeholt.

Im Anschluss verfasste eine Arbeitsgruppe aus Vertretern verschiedener Organisationen im Altersbereich das neue Leitbild, das die Dietiker Alterspolitik prägen soll. «Dabei kam zutage, dass Dietikon in Sachen Bildungsangeboten für Senioren wie etwa Sprachkurse aber auch Kunst- und kulturelle Anlässe sehr gut aufgestellt ist», sagt Schwemmer.

Viele Vereine und Institutionen würden eine breite Palette an Kultur- und Informationsveranstaltungen durchführen. So liege eine Herausforderung eher dabei, die verschiedenen Angebote zu koordinieren.

Erst kürzlich seien zwei Informationsabende zum selben Thema veranstaltet worden, die nur zwei Wochen auseinander lagen. Dies ergebe aus Sicht der Senioren natürlich nicht viel Sinn.
Weiter ortete die Arbeitsgruppe Handlungsbedarf im Bereich Altersberatung.

So unterhält Dietikon zwar seit rund 30 Jahren eine Informationsstelle, bei der Senioren über die verschiedenen Angebote wie etwa Spitex unterrichtet werden. «Das Bedürfnis nach Beratung, vornehmlich in finanziellen Fragen, hat sich über die letzten Jahre jedoch verstärkt», so Schwemmer.

So unterhält die Stadt Schlieren bereits eine solche Beratungsstelle, die Gemeinde Urdorf kündigte jüngst an, ebenfalls eine solche einrichten zu wollen. Wichtig sei, dass eine solche Beratung leicht via Telefon oder an einem Schalter zu erreichen ist.

Leitbild steht in einem Jahr

Nun geht es an die Umsetzung: Derzeit wird eine Alterskommission zusammengestellt, die anschliessend auf der Grundlage des Leitbildes eine Altersstrategie entwickeln wird. Diese soll konkrete Massnahmen beinhalten. Ist diese fertiggestellt, wird sie dem Stadtrat vorgelegt. Schwemmer rechnet damit, dass dies in rund einem Jahr der Fall sein wird.

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