Dietikon

Selbstbewusst ging es in die Zukunft: Stadt feiert 50-jähriges Bestehen

Sie feierten gemeinsam 50 Jahre Stadtrecht Dietikon (v.l.): Heinz Schatt, Dieter Kläy, Otto Müller, Jörg Kündig, Markus Notter, Carmen Walker Späh, Hans Bohnenblust, Jacqueline Fehr und Roger Bachmann.

Sie feierten gemeinsam 50 Jahre Stadtrecht Dietikon (v.l.): Heinz Schatt, Dieter Kläy, Otto Müller, Jörg Kündig, Markus Notter, Carmen Walker Späh, Hans Bohnenblust, Jacqueline Fehr und Roger Bachmann.

Vor 50 Jahren wurde aus der Gemeinde die Stadt Dietikon – an einer Feier wurde diesem besonderen Ereignis gedacht.

Der 30. November 1969 ist ein bedeutsamer Tag für Dietikon. Damals entschieden sich die Stimmberechtigten im Zuge der Abstimmung über die Totalrevision der Gemeindeordnung an der Urne dafür, dass aus der Gemeinde eine Stadt werden soll. Auf den Tag genau 50 Jahre später, wurde dieser Entscheid mit viel Politprominenz aus dem Kanton Zürich an einer Feier im Stadthaus begangen.

Neben den Regierungsrätinnen Carmen Walker Späh (FDP) und Jacqueline Fehr (SP) waren unter anderem auch der Präsident des Gemeindepräsidentenverbands Jörg Kündig (FDP), Kantonsratspräsident Dieter Kläy (FDP), der Stadtzürcher Gemeinderatspräsident Heinz Schatt (SVP) sowie verschiedene Behördenvertreter aus Dietikon und den Nachbargemeinden im Bezirkshauptort zu Gast. Zudem konnte Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) an der Feier, die musikalisch von Daniela Jordi und Elisabeth Kolar von der Musikschule Dietikon umrahmt wurde, seine drei Amtsvorgänger Otto Müller (FDP), Hans Bohnenblust (SVP) und Markus Notter (SP) begrüssen.

Eine Stadt, in der die Post abgeht

Sie alle waren an diesem Samstag gekommen, um einen mutigen Entscheid zu feiern. «Denn es zeugt von Mut, selbstbewusst hinzustehen und sich Gehör zu verschaffen», sagte Regierungsrätin Fehr. Auch heute noch sei dieser Mut gefragt. Etwa um aufzubegehren und darauf aufmerksam zu machen, dass sich das Thema der zunehmenden Soziallasten nicht mehr mit den bestehenden Instrumenten bewältigen lässt. «Es braucht dann vor allem auch Mut, sich nicht einfach als Bittsteller zu positionieren, sondern als jemand, der das Recht auf diesen Ausgleich hat», hielt Fehr fest. Und so gab sie den Dietikerinnen und Dietikern den Ratschlag mit auf den Weg, dass sie weiterhin daran glauben sollen, jemand zu sein. «Sie sind eine zukunftsgerichtete Stadt, in der die Post abgeht. Bleiben sie selbstbewusst und mutig», so Fehr.

Dass in Dietikon die Post auch schon in früheren Jahren abging, daran erinnerte die Historikerin Verena Rothenbühler. Sie verwies auf die beiden grossen Wachstumsschübe, welche die Gemeinde erfassten. Der erste vollzog sich zwischen 1890 und 1910 «als aus dem Bauerndorf definitiv ein Industrieort wurde», so Rothenbühler. Der zweite setzte dann nach dem Zweiten Weltkrieg ein und machte aus Dietikon bis in die 19070er-Jahre eine Agglomerationsgemeinde mit rund 22000 Einwohnerinnen und Einwohner. Innerhalb von drei Jahrzehnten hatte sich die Einwohnerzahl verdreifacht.

«Rein statistisch gesehen ist Dietikon bereits am 7. März 1955 eine Stadt geworden», so Rothenbühler. Doch es sollte noch eine Weile dauern, bis aus der Gemeinde dann definitiv eine Stadt wurde. «Als 1969 die Totalrevision der Gemeindeordnung anstand, tauchte auch die Frage auf, ob es nicht an der Zeit wäre, dass aus Dietikon eine Stadt wird», erklärte Rothenbühler. Allerdings stiess dieser Vorschlag nicht überall auf Wohlwollen. Der Gemeinderat lehnte das Begehren ab und verwies darauf, dass Dietikon kein historisch begründetes Stadtrecht besitze. Auch beim Kanton war man von der Idee wenig angetan. Dort befand man es als nicht wünschenswert, wenn sich andere Orte als Zürich und Winterthur als Städte bezeichneten. Doch eine Mehrheit des seit 1958 bestehenden Parlaments setzte sich durch. Und so gelangte das Begehren an die Urne. 124 Stimmen machten den Unterschied. Aus der Gemeinde wurde die Stadt Dietikon.

Eine Stadt, «in der alle Zeichen auf Dynamik stehen», wie Regierungsrätin Walker Späh mit Blick auf den Bau der Limmattalbahn sagte. Sie sei überzeugt, dass die Stadtbahn der ganzen Region insbesondere aber auch Dietikon viele neue Impulse geben werde. Gleichzeitig lobte sie aber auch, dass es Dietikon trotz so viel Stadt, geschafft habe, ein bisschen dörflich zu bleiben.

Stadtpräsident Roger Bachmann verwies auf die grosse Vielfalt, die man in Dietikon antreffe: «Wir sind eine Stadt, in der Traditionelles und Urbanes problemlos nebeneinander existiert, das macht sie so spannend.» Wenn er mit Ortsunkundigen einen Rundgang durch Dietikon mache höre er immer wieder: «Das hätte ich jetzt nicht gedacht.» Damit das auch weiterhin so bleibt, wünscht sich Bachmann einen noch engeren Austausch mit anderen Städten. Denn es werde immer wichtiger, dass sich die Städte gemeinsam für ihre Interessen einsetzten. «Vielleicht ist dieser Tag ein Anfang dafür.»

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