Bei der Einmündung in die Kesslerstrasse darf die Urdorferstrasse nur in einer Richtung befahren werden. Ausgenommen davon sind der öffentliche Bus, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Kleinräder. Trotz des einseitigen Fahrverbots benützen viele Fahrzeuglenker die Route als Schleichweg. Die Sperrung der Schönenwerdbrücke scheint das Problem verschärft zu haben.

Die Urdorferstrasse bietet eine verlockende Abkürzung, um vom Spital Limmattal zum Zentrum zu gelangen, weil sich der Verkehr in den Stosszeiten auf der Kesslerstrasse staut. Deshalb hat die Abteilung Sicherheit und Gesundheit der Stadt Schlieren in den vergangenen drei Wochen mit einem mobilen Radar jene Lenker geblitzt, die der Versuchung nicht widerstehen konnten.

Das Resultat der Kontrolle stützt die anfängliche Vermutung. In der kurzen Zeit mussten 131 Autofahrer gebüsst werden, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt. Das sind durchschnittlich sechs Fahrzeuge täglich. «Es ist erstaunlich, dass so viele Lenker die Signalisation missachten», sagt Abteilungsleiter Stephan Knobel. Unter den Gebüssten seien zu gleichen Teilen sowohl Einheimische als auch Auswärtige. Für Knobel ist klar: Der Blitzer muss wieder einmal an die Urdorferstrasse, nicht um des Geldes willen, sondern damit die Signalisation eingehalten wird.

Erwischt hat der Radar auch zwei Jogger, die mit leicht übersetzter Geschwindigkeit auf der Urdorferstrasse unterwegs waren. Da sie nicht das Trottoir benutzt haben, wurden sie vom Blitzer fotografiert. «Der Blitzer war auf 10 Kilometer pro Stunde eingestellt. Die Jogger rannten mit 22 Kilometern pro Stunde vorbei», sagt Knobel und fügt an: «Die Sportler werden natürlich nicht gebüsst, obwohl der Tatbestand der Nichtbenützung des Trottoirs erfüllt wäre.»

Das missachtete Verbotsschild steht seit langer Zeit prominent am Eingang zur Urdorferstrasse. Nicht einmal Pierre Dalcher, Ressortvorstand Sicherheit und Gesundheit, kann sich an den Zeitpunkt der Installation erinnern. Er kennt aber den Grund für die Einrichtung: die Lärmklagen der Anwohner. Schon mehrmals war das Signalisationskonzept im Bereich Urdorferstrasse und Heimeliweg Thema im Gemeinderat. «Die Aufhebung der Einbahn ist politisch derzeit nicht durchsetzbar», sagt Dalcher.