Birmensdorf
Sekundarschule mietet zusätzlichen Pavillon vorerst nur

An der Versammlung der Sekundarschulgemeinde monierten einige Stimmen, die Miete für den geplanten Pavillon sei zu teuer. Die Mehrheit genehmigte allerdings den Baukredit über 495000 Franken und die jährliche Miete von rund 100000 Franken.

Florian Niedermann
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Die Sekundarschüler in Birmensdorf werden ab Sommer 2013 in einem neuen Provisorium unterrichtet. SBR

Die Sekundarschüler in Birmensdorf werden ab Sommer 2013 in einem neuen Provisorium unterrichtet. SBR

Am Ende der Versammlung der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch von gestern Abend stand ein klares Verdikt: Die Stimmberechtigten erteilten der Schulpflege einen Kredit über 495 000 Franken für die Erstellung eines Schulpavillons mit 34 zu 20 Stimmen. Gleichzeitig genehmigten sie damit jährlich wiederkehrende Mietkosten zulasten der laufenden Rechnung. Besonders dieser letzte Punkt sorgte bei einigen Stimmberechtigten für Kopfschütteln.

Oppligerscheune: Für wenig Geld viel erhalten

An der Versammlung der politischen Gemeinde Birmensdorf von gestern Abend gab es lediglich beim Antrag zur Abschaffung des Dorfhelferdienstes und auf Aufhebung des entsprechenden Gemeinderatsbeschlusses eine Gegenstimme. Alle anderen Traktanden - die Revision des kommunalen Verkehrsrichtplans, die Festsetzung der revidierten Waldabstandslinien und die Abnahme der Bauabrechnung über die Sanierung und den Ausbau der Oppligerscheune - wurden einstimmig angenommen. Nach den Ausführungen von Bauvorstand Bruno Knecht (parteilos) zur Oppligerscheune brandete gar Applaus durch den Gemeindesaal Brüelmatt: Zuvor zeigte Knecht den 66 Stimmberechtigten Bilder vom Ausbau der Oppligerscheune. Er wies darauf hin, dass die heimatkundliche Vereinigung die Scheune unter Einsatz Tausender Stunden Fronarbeit ausgebaut hat (die Limmattaler Zeitung berichtete). Er sei früher nie ein Fan von historischen Gegenständen gewesen, sagte Knecht. In der Oppligerscheune sei er aber schon mehrmals gewesen. «Für die 29 000 Franken, um die der Baukredit von 300 000 Franken überzogen wurde, haben wir etwas sehr Schönes erhalten», so Knecht. (fni)

Bauherrenvertreter Ueli Kobel präsentierte den 65 Stimmberechtigten die wichtigsten Eckdaten zum geplanten Modulbau, der neben dem bestehenden Pavillon für den Musikunterricht gebaut werden soll. Das Bevölkerungswachstum der letzten Jahre in Birmensdorf und Aesch, sowie neue Unterrichtsformen und -Angebote hätten zu einem erhöhten Schulraumbedarf im Schulhaus Brüelmatt geführt, erklärte er. «Die Sekundarschule benötigt deshalb auf das Schuljahr 2013/14 dringend zusätzlichen Schulraum.»

Der Betrag für den Kauf des Pavillons hätte sich auf rund 990 000 Franken belaufen, sagte Schulpflegepräsidentin Ruth Hofstetter-Kümmerli (parteilos). Nach sorgfältiger Abwägung habe sich die Schulpflege dazu entschieden, das Provisorium vom Hersteller zu mieten. Zu den Erstellungskosten von rund 495 000 Franken in der Investitionsrechnung kommt in der laufenden Rechnung deshalb der durchschnittliche jährliche Mietzins von 100 000 Franken (ab dem sechsten Jahr rund 96 000 Franken). Man führe derzeit eine Schulraumanalyse durch, die Ende April abgeschlossen sein werde, so Hofstetter. Man müsse abklären, ob der Schulraum in den Schulhausgebäuden Brüelmatt 1 und 2 ausreiche und ob allenfalls Umstrukturierungen nötig wären. «Innerhalb eines Jahres müssen wir uns entscheiden, ob wir den Pavillon kaufen oder nicht», sagte sie. Falls es in dieser Zeit zum Kauf komme, erhielte die Sekundarschulgemeinde die Hälfte der Jahresmiete – rund 50 000 Franken – zurückerstattet.

In der anschliessenden Diskussion monierten Votanten, dass die Miete zu teuer sei. Der Birmensdorfer Edwin Weber stellte gar den Antrag, dass der Pavillon direkt gekauft und in der Investitionsrechnung verbucht werde. Hofstetter erklärte, sein Antrag sei nicht zulässig, weil der Investitionsbetrag für den Kauf den für die reine Erstellung des Pavillons beantragten Kredit um mehr als 10 Prozent übersteige. Das Provisorium sei wichtig, um die Schulraumanalyse sorgfältig durchführen und die nötigen Massnahmen ergreifen zu können, sagte sie. «Dazu kommt, dass wir die Schüler nicht unter freiem Himmel unterrichten können, wenn Umstrukturierungen nötig werden.» Diese Argumente bewegten die Mehrheit der Stimmberechtigten schliesslich dazu, dem Antrag der Schulpflege zuzustimmen.

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