Letztes Wochenende war es wieder so weit: Das Oetwiler Kellerfest ging über die Bühne, in seiner 48. Ausgabe. Vor dem offiziellen Festbeginn am Freitagabend gab sich in der Gemeindescheune die lokale und regionale Politprominenz die Ehre. Geladen waren Bezirksräte der umliegenden Gemeinden, Bezirksrichter sowie Kantonsräte. Zirka 40 Gäste folgten der Einladung. Zum ersten Mal am Kellerfest war Andreas Kriesi, der für die GLP im Schlieremer Stadtrat sitzt. «Es ist schön, hier andere Behördenmitglieder in ungezwungener Atmosphäre treffen zu können», so Kriesi. Die Tradition, dass sich Gemeinden gegenseitig zu Dorffesten einladen, lobte auch Rahel von Planta, Gemeindepräsidentin (FDP) von Oetwil. «Auch wenn das für unsere Agenda und unsere Lebern anstrengend sein mag.» Das Prosit wurde gesprochen: «Ein Hoch auf das Limmattal!»

Zugeprostet wurde mit dem «Oetwiler-Drink», der es «in sich» habe, so von Planta. Das Getränk sei eine Hommage an die Oetwiler Renetten-Äpfel – und an ihren Vorgänger Paul Studer, der den Drink einst kreierte. Ihn traf man am Risotto-Stand der FDP-Ortspartei an, wo der Schlieremer Kantonsrat Andreas Geistlich ausschöpfte. Studer meinte mit einem Schmunzeln: «Dieses Jahr erlebe ich das Fest seit langem einmal frei von jeglichen Pflichten.»

350 Bratwürste, 100 kg Pommes

In den Beizen herrschte reger Betrieb. Für die zwei Festtage hatte der Feuerwehrverein Oetwil, der mit einem Grillstand präsent war, 100 kg Pommes, 350 Bratwürste und 350 Fackelspiesse bestellt. Im Vorbeigehen wechselte OK-Präsident Michal Felt lachend ein paar Worte mit den Helfern. Warum er sich schon seit 18 Jahren fürs Kellerfest engagiert, begründete Felt wie folgt: «Wir können etwas fürs Dorf machen und eine Tradition weiterführen.» Dieses Jahr wurden die Standorte der Beizen umverteilt. «So präsentiert sich den Besuchern ein neues Bild, was das Fest attraktiv hält.» Von den Örtlichkeiten begeistert zeigte sich der Dietiker Statthalter Simon Hofmann: «Die alten Keller eignen sich wunderbar für einen solchen Anlass. Die Stimmung ist toll.» Die Oetwilerin Annemarie Marcheggiani stimmte ihm zu: «Hier trifft man auch Menschen, die man lange nicht mehr gesehen hat.»

Ab halb zehn Uhr trat am Freitagabend die Liveband «Sand or Rose» auf. An der Chilbi auf dem Dorfplatz löste sich rund um die Schiffeschaukel die Kinderschar nie ganz auf. Darunter ist Noelia (10). «Ich gehe immer als Erstes zur Schaukel.» Ungeduldig wartete sie, bis sie hoch hinaus in den mittlerweile dunklen Nachthimmel schwingen durften. Ein Junge rechnete derweil seiner Mutter vor, wie viel Geld ihm noch für Samstag bleibt. Dann nämlich wartete das Kellerfest noch einmal mit einer grossen Palette an Attraktionen auf.