Bergdietikon
Seit Jahren wünscht sich die katholische Kapelle ein Kreuz - jetzt geht ihr Wunsch in Erfüllung

Eine Nonne aus Bregenz hat eine Kreuzikone für die katholische Kapelle erschaffen. Damit geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Thomas Mathis
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Kreuzikone Kapelle Bergdietikon

Kreuzikone Kapelle Bergdietikon

Thomas Mathis

Für die Bergdietiker Gottesdienstbesucher ist die katholische Kapelle endlich komplett bestückt. Seit über zehn Jahren wünschen sie sich, dass der Andachtsraum mit einem Kreuz ausgestattet wird. Nun ist es soweit. Heute Abend um 18.30 Uhr wird das Kreuz gesegnet.

Möglich machte das Pastoralassistent Michael Jablonowski. Als 2015 der Altar, der bis dahin vor einer grossen Ikone stand, vor eine leere Holzwand verschoben wurde, akzentuierte sich der Wunsch nach einem Kreuz. Jablonowski regte deshalb an, die grosse Ikone mit einer weiteren Ikone in Form eines Kreuzes zu ergänzen. «Mit dieser Idee bin ich auf offene Ohren gestossen», sagt er. Grund dafür sei, dass der Vorschlag dem Stil der Kapelle Rechnung trägt.

So machte sich Jablonowski auf die Suche nach einer schlichten Variante der bekannten Kreuzikone aus der Kapelle San Damiano in Assisi. Bei der Bildersuche im Internet wurde er fündig: «Durch Zufall bin ich genau auf eine solche Variante gestossen», erzählt er. Er fragte die Urheberin – eine Nonne aus dem österreichischen Bregenz – an, ob sie diese Ikone für die Kapelle anfertigen würde. Sie sagte zu und erschuf in etwa einem halben Jahr das Kreuz, das seit Januar im Andachtsraum hängt.

Die Ikone zeigt den gekreuzigten Christus, der von Maria und dem Apostel Johannes flankiert wird. Damit wird auf die Bibelszene angespielt, bei der Jesus Maria und Johannes als Mutter und Sohn zusammenbrachte. Durch den auferstandenen Jesus im oberen Teil des Kreuzes wird gleichzeitig auch die Erlösungsgeschichte abgebildet. An den beiden seitlichen Enden des Kreuzes finden sich Sonne und Mond beziehungsweise Feuer und Wasser. Sie spielen auf die Schöpfung an. Das Alte Testament ist durch den Adamsschädel vertreten.

Die Farben wirken transparent

«Mich fasziniert diese Vielfalt an Aussagen, die in den Ikonen stecken», sagt Jablonowski, der ein Faible für solche Werke hat. Die Gesamtaussage des Bildnisses bringt er so auf den Punkt: «Gott ist dort, wo Beziehungen zwischen Menschen gelingen.» Die lebendige Darstellung des Gekreuzigten, der Maria mit Johannes in Kontakt bringt, illustriere dies beispielhaft.

Die neue Kreuzikone trägt im Gegensatz zur griechischen Ikone, die schon länger in der Kapelle hängt, russische Züge. «Dies ist am Ocker sichtbar, das beispielsweise bei den Farben der Kleider durchschimmert», sagt Jablonowski. Dies ergebe einen leuchtenden Effekt.

Die Kosten von 3000 Franken konnten über Spenden gedeckt werden. «Meine Idee war es, das Kreuz zu stiften», sagt der Pastoralassistent. Wie das Spendenbarometer am Eingang des Kirchzentrums zeigt, haben die Pfarreimitglieder bereits 3150 Franken gesammelt. Der Überschuss geht an ein Kinderheim auf den Philippinen. «So entfaltet das Kreuz Wirkung über Bergdietikon hinaus», sagt Jablonowski.