Der junge Straftäter «Carlos», der wegen seiner teuren Sonderbehandlung in die Schlagzeilen geraten war, hat seinen angekündigten Hungerstreik begonnen. Seit Donnerstagabend esse er nichts mehr, sagte sein Anwalt am Freitagabend auf Anfrage der sda.

«Carlos» wolle so lange auf Nahrung verzichten, bis er von der geschlossenen Unterbringung im Massnahmenzentrum Uitikon ZH in eine offene Anstalt verlegt werde.

Der Zürcher Justizvollzug hat sich genaue Regeln gegeben, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist: Gemäss diesen Vorgaben muss dem Hungernden drei Mal pro Tag eine Mahlzeit angeboten werden, und zwar nicht nur mündlich, sondern auf dem Teller.

Zudem muss der Hungernde über die Folgen seines Nahrungsverzichtes aufgeklärt werden. Zwangsernährt werden Häftlinge im Kanton Zürich nicht. Voraussetzung ist aber, dass sie ihren Hungerstreik im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte beschlossen haben und volljährig sind - was bei «Carlos» der Fall ist. Sie werden in ein Spital verlegt, sobald es die medizinische Situation verlangt.

Rekurs beim Obergericht

«Carlos» verstehe nicht, weshalb er nach Uitikon verlegt worden sei, obwohl er in den vergangenen Monaten alle Auflagen eingehalten habe, sagte sein Anwalt. Mit einem Rekurs beim Obergericht will er erreichen, dass der Verlegungs-Entscheid rückgängig gemacht wird.

Der Anwalt hofft, dass die Oberjugendanwaltschaft nun zurückgepfiffen wird. Für die Verlegung in eine geschlossene Massnahme habe es keine rechtliche Grundlage gegeben, sagte er. Seine Freiheitsstrafe habe "Carlos" längst abgesessen. Ausschlaggebend sei wohl nur der öffentliche Druck gewesen