Dietikon

Seit 60 Jahren ist der Basar ein beliebter Treffpunkt – jetzt wurde er mit einem anderen Anlass kombiniert

Zum Jubiläumsfest des Basars der reformierten Kirche bekam zum Start der Fasnacht am 11. 11. die Guggenmusik Reppischfäger ihren lautstarken Auftritt.

Mitten auf der Bühne im Gemeindesaal der reformierten Kirche Dietikon verkaufte Martha Kunz ihre selbst genähten Schürzen. Sie kann mit Recht als gute Seele des alljährlichen Basars bezeichnet werden. Denn sie bietet ihre Ware seit rund fünfzig Jahren an: «Wir haben früher auch Latzhosen und halbe Schürzen genäht, aber die Zeiten ändern sich und mit ihr die Mode», erzählte die gelernte Damenschneiderin am Samstag. Die Arbeit bedeute ihr noch immer sehr viel. Was an Stoffen zu ihr komme, werde vernäht, so die 86-Jährige. So waren an ihrem Stand etwa auch Tragetaschen aus dem Material von nicht mehr gebrauchten Schirmen zu haben.

Für viele Bewohner der Stadt Dietikon ist der Basar ein wichtiger Treffpunkt, sodass auch in diesem Jahr innert kurzer Zeit kein freier Platz mehr übrig blieb. «Der Anlass ist einfach gut», sagten die vier Freundinnen Elsbeth, Marti, Helen und Romy einstimmig, die seit vielen Jahren zum traditionellen Mittagessen erscheinen: «Ich war bereits mit meiner Mutter und dann mit meinen eigenen Kindern hier», erzählte Elsbeth, und Romy ergänzte: «Ein besonderes Highlight war früher immer ein Bananenkuchen, der von uns Affenkuchen genannt wurde».

Zur Feier des 60-jährigen Jubiläums des Basars fand in diesem Jahr in zwei Nebenräumen auch ein kleiner Koffermarkt statt. «Ich habe so viele Ideen, aber man kann ja nicht nur produzieren, man muss auch verkaufen», sagte Kathrin Perler, die ihre vielfältigen Produkte und Kunstobjekte auch in Ausstellungen anbietet. Ihre Figuren aus Pappmaché werden bald im Urdorfer Ortsmuseum ausgestellt. Sie kenne den Dietiker Anlass, weil sie meist im Service ausgeholfen habe, aber diesmal sei sie mit eigenem Stand vertreten: «Dekoration ist mein Leben.» Aus dem Koffer nebenan leuchten gläserne Sterne und kurlige Gegenstände wie etwa aus Glas geformte Schalen. «Ich habe hier am Basar Heimvorteil, bin aber an vielen Marktständen anzutreffen, in der Weihnachtszeit im Hauptbahnhof Zürich», erzählte die Dietikerin Jolanda Heimann, die auch Kurse für ihr Kunsthandwerk anbietet.

Als Jubiläumsgeschenk gab die Guggenmusik Reppischfäger, die den Startschuss der Fasnacht vor dem Gemeindesaal zelebrierte, ein Konzert. Das passte wunderbar, denn die Guggenmusik feiert den Start in die Fasnachtszeit nur, wenn der 11. November auf ein Wochenende fällt. «So ist es natürlich toll, wenn der Auftakt mit so einem Anlass kombiniert werden kann», sagte Tourenchef Urs Häusermann. Das Konzert sei super gewesen, und er erwarte wieder ein gutes Guggenmusik-Jahr, meinte der geschminkte Musiker Florian Brändli. Wer sich statt auf die Fasnacht lieber auf Weihnachten einstimmen wollte, konnte im Eingang des Gemeindehauses bereits dekorative Gestecke erwerben.

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