Emmi Schmid-Schubiger
Seit 49 Jahren trainiert sie den Kunstturn-Nachwuchs – und auch mit 72 macht sie den Spagat

Seit bald 50 Jahren trainiert Emmi Schmid-Schubiger Kunstturnerinnen in Weiningen. Vieles hat sich in dem Sport verändert. Ihre Leidenschaft ist trotzdem immer noch ungebremst.

Corina Haag
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Ly Vuong

Nächstes Jahr sind die 50 voll: Dann ist die immer fitte 72-jährige Emmi Schmid-Schubiger seit einem halben Jahrhundert Trainerin des Kutu Weiningen, den sie damals nach ihrer Zeit als aktive Turnerin auch gleich selbst gegründet hat.

An fünf Tagen in der Woche trainiert sie ihre 18 Turnerinnen im Alter von 6 bis 15 Jahren. Einmal die Woche erhält sie Unterstützung von einer ehemaligen Kunstturnerin, die auch das Kampfrichter-Brevet hat. «Nicht alle Mädchen trainieren zur gleichen Zeit, sie sind natürlich aufgeteilt», sagt Schmid-Schubiger.

Beweglichkeit, Kraft, Haltung: Das will alles trainiert werden. Die Lektionen finden in einem spezifisch dafür eingerichteten Raum mit grosser Spiegelwand statt. «Kraft gehört unbedingt dazu, sonst könnten die Turnerinnen keinen Flickflack, Schraube oder Salto machen.» Auch dass mehrmals pro Woche trainiert wird, sei wichtig: «Nur einmal die Woche Training ist zu wenig und kann auch gefährlich werden, wenn sich die Mädchen nur einmal in der Woche so krümmen würden.»

Von ihren 18 Schützlingen schickt Schmid-Schubiger 13 an den Limmatcup, dessen 45. Ausgabe Mitte April bevorsteht. Von vier Mädchen, die momentan in der Kategorie P1 sind, wird eines am Wettkampf teilnehmen. Die anderen würden noch nicht ganz alle Elemente beherrschen, sagt Schmid-Schubiger.

Auch mit 72 macht sie den Spagat

Das Kunstturnen habe sich in all den Jahren, in denen sie nun schon dabei ist, extrem gewandelt «Eigentlich müsste ich darüber ein Buch schreiben, hat mir letztens jemand gesagt. Nur: Ich bin die ganze Woche in der Halle, wann habe ich schon Zeit dazu», sagt Schmid-Schubiger und lacht.

Beispielsweise sei das Material heutzutage nicht zu vergleichen mit dem, was früher da war. «Die Bretter spicken mehr, der Boden ebenfalls und die Matten sind viel weicher als früher. Wenn ich zurückdenke, ich habe den Flickflack oder Salto noch auf dem Rasen gemacht.»

Auch die Qualität der Wettkämpfe habe sich enorm gesteigert. Die Werteelemente seien vielschichtiger, man arbeite mittlerweile mit Schwierigkeitsgraden. «Ich finde das heute besser als damals, als ich noch geturnt habe.»

Schmid-Schubiger denkt noch lange nicht ans Aufhören. «Ich kann immer noch den Spagat, ich bin dankbar, dass meine Muskulatur im Alter immer noch so gut funktioniert und ich trainiere aus Leidenschaft.» Und es sei schön zu sehen, wie sich ehemalige Schützlingen weiterentwickelten. Es sei schon vorgekommen, dass jemand bei ihr vorbeigekommen sei, um ihr zu sagen, wie schön die Trainingszeit damals gewesen sei und wie viel diese für das weitere Leben mitgegeben habe.