Mit seinen Rastas, die bis zu den Füssen reichen, entspricht der 31-jährige Pierre Nanon alias Cali P genau dem Bild eines Reggae-Musikers. In der jamaikanischen Hauptstadt Kingston, wo er seit 2009 lebt und arbeitet, kann das durchaus von Vorteil sein.

Sein Äusseres habe ihn schon manch eine Türe geöffnet, sagt Nanon. «Beim Einkauf haben mich Musikproduzenten angesprochen und so sind wichtige Geschäftsbeziehungen entstanden», sagt der Musiker, der auch schon mit Schweizer Künstlern wie Stress oder Phenomden zusammen gearbeitet hat und dessen Musikvideo «Herbalist» auf Youtube sechs Millionen Mal angeschaut wurde. Nanon dürfte damit der erfolgreichste Schweizer Reggae-Export sein.

Nicht nur sein Äusseres entspricht dem Rastafari-Gedanken. Für den in Schlieren aufgewachsenen Musiker mit Schweizer Mutter und einem Vater aus Guadeloupe ist Rasta ein Lebensweg, dessen Ziel es sei, ein gutes Leben zu führen, positiv zu handeln und zu denken.

Cali P feat Capleton - Dem Ago Burn Up (OCTOBER 2016)

Cali P feat Capleton - Dem Ago Burn Up (OCTOBER 2016)

Diese Einstellung findet man auch auf seinem vierten Album «I Thoughts», das er morgen Samstag im Escherwyss-Club in Zürich taufen wird. Nanon fragt sich etwa, weshalb es so viele Kriege auf dieser Welt gibt. Antworten zu dieser Frage und anderen Themen des Lebens, die ihm am Herzen liegen, finden sich auf «I Thoughts», das aus dem Kreolischen kommt und so viel bedeutet wie «Meine Gedanken».

Das Spiel mit verschiedenen Kulturen hat Nanon bereits in seiner Kindheit kennen gelernt. «Schlieren ist sehr international. Ich hatte Freunde aus Spanien, Italien, Afrika, Albanien, Serbien, der Karibik, und der Türkei. Wir spielten und assen zusammen. Hier habe ich eine friedliche Welt im Kleinen kennen gelernt», sagt er.

Nicht nur diese Erlebnisse haben den Musiker geprägt, sondern auch seine Erziehung. «Meine Schweizer Seite, die sich durch Qualitätsbewusstsein und disziplinierte Arbeitsweise auszeichnet, kommt im Musikgeschäft gut an», sagt Nanon. Und auch die vielen Aufsätze in der Schule hätten ihn gut auf das Textschreiben für seine Lieder vorbereitet. Und trotzdem fühle er sich in Jamaika sehr wohl. Einzig seine Familie, die in der Schweiz lebt, vermisse er.

Kreativ durch Cannabis

Gerade deshalb zieht es den Musiker immer wieder in die Schweiz, wie etwa für die Albumtaufe, für Konzerte, aber auch für andere Werbeaktivitäten. So war Nanon bei der Cannabis-Ausstellung Cannatrade in Dietikon, um sein eigenes Zigarettenpapier zu vermarkten. «Cannabis löst bei verschiedenen Menschen Unterschiedliches aus. Mich macht Cannabis kreativ», sagt er. Davon zeugt auch sein Künstlername, der einen starken Bezug zum Cannabis hat. Cali sei ein indischer Ausdruck für Cannabis und P stehe für Pierre.

Albumtaufe «I Thoughts» von Cali P
wird am Samstag, um 20 Uhr im Escherwyss-Club in Zürich getauft.