Die Malerei des Dietikers Peter Robmann deckt ein breites Spektrum ab: Sie reicht von bildlich-gegenständlichen bis hin zu abstrakten Motiven, für die der pensionierte Informatiker Acryl mit Collagetechnik verwendet oder auch mal mit Jutesack, Kaffee, Rost, Kies oder Sand experimentiert.

«Meine Frau Heidi riet mir kurz vor der Pensionierung, in die ersten Malferien nach Südfrankreich zu gehen», sagt der 67-Jährige. Dass er nach der Pensionierung mit der Malerei beginnen wollte, habe auch mit einer frühen Faszination zu tun: Sein Vater, der Vorarbeiter beim Güterumschlag war, arbeitete im Nebenjob als Aufseher im Zürcher Kunsthaus und brachte ab und an eine Anekdote oder gar eine Bildkopie nach Hause. Denn dort lernte dieser verschiedenste Künstler persönlich kennen und erhielt als Geschenk signierte Kunstdrucke. Einer jener netten Berühmtheiten war etwa Marc Chagall.

Robmanns Begeisterung für Kunst hielt vielleicht auch deshalb bis heute an. Zum Malen kommt der aktive Pensionär, der reist, Sport treibt und sozial engagiert ist, in einzelnen Sternstunden seines Alltags oder in Malferien, wo er Inputs von Kunstlehrerinnen erhält. «Beim Malen lasse ich meine Seele baumeln», sagt der Künstler. Seine Lieblingsfarbe sei Blau, deshalb nehme er sich auch öfters vor, blaue Bilder zu malen, aber in unachtsamen Momenten mische er Farben hinzu, die das Blau verdrängen. Seine Werke überraschten deshalb sogar ihn immer wieder mal.

Peter Robmann zeigt hier warum seine Bilder nicht immer blau sind obwohl Blau seine Lieblingsfarbe ist

Peter Robmann zeigt hier warum seine Bilder nicht immer blau sind obwohl Blau seine Lieblingsfarbe ist

Malerei als Gegenpol

Nicht nur die Farbgebung sei nicht immer geplant, auch die Formen seiner abstrakten Bilder würden die Fantasie zum freien Assoziieren anregen, so Robmann. So sei auch schon einmal ein Bildtitel entstanden: Als er in ein bereits mit grauen Linien und Flächen grundiertes Bild mehr Bewegung bringen wollte, tupfte er mit einem kleinen Schwamm weisse Farbe auf. Ein Bekannter entdeckte im Weiss drei venezianische Masken und der Künstler selbst dazu noch eine weisse Robe. Kurzerhand taufte er es «Carneval in Venedig».

«Ich schätze es sehr, in meiner Malerei meinen Emotionen freien Lauf zu lassen, die Freiheit zu leben und den Zufall zu geniessen», so Robmann. Vielleicht habe er sich auch deshalb für die Kunst entschieden, weil diese das pure Gegenteil seines Berufes ist. Als ehemaliger Leiter des Genfer Rechenzentrums der Schweizerischen Kreditanstalt (heute Credit Suisse) war er stark in festen Strukturen eingebunden, alles musste rational und nach Projektvorgaben funktionieren.

Einen Einblick in Robmanns künstlerische Gegenwelt gibt seine Ausstellung «Farben – Formen – Fantasie» in der Dietiker Stadtbibliothek mit 52 Werken, die zwischen 2009 und 2016 entstanden sind. Jede der mittlerweile schon über 50 Ausstellungen, die seit 1997 in der Bibliothek stattgefunden haben, habe ihren eigenen Charakter, sagt Leiterin Agnes Matt. Man spüre darin die Persönlichkeit der Künstler. Die Ausstellung von Peter Robmann atme einen bunten und fröhlichen Geist, so Matt.