Schlieren
Seine Apps werden von Hunderttausenden heruntergeladen

Vor zwei Jahren hat sich der Programmierer Adrian Zingg selbstständig gemacht. Im Dezember erscheint sein neustes Spiel «Sky Mercenaries» – eine Besonderheit für ihn.

Olivier Meier
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Adrian Zingg in seinem Studio: Sein neustes Spiel, ein Action-Game, nennt er «Söldner des Himmels».Oliver Meier

Adrian Zingg in seinem Studio: Sein neustes Spiel, ein Action-Game, nennt er «Söldner des Himmels».Oliver Meier

Kompliziert aussehende Computerprogramme erscheinen auf dem Bildschirm. Seiten öffnen sich, ein Klick da, ein Klick dort und ein grosser Schriftzug mit den Namen «Sky Mercenaries» leuchtet auf. «Sky Mercenaries» – zu Deutsch «Söldner des Himmels» – ist ein Computerspiel. Wir befinden uns im Kellerbüro eines Schlieremer Mehrfamilienhauses. Das Spiel wurde von Adrian Zingg entworfen und wird am 19. Dezember veröffentlicht.

Der 33-jährige Limmattaler lernte Informatik an der Technischen Berufsschule Zürich und arbeitete danach für zahlreiche Firmen und Kunden, unter anderem die Fachhochschule Nordwestschweiz oder die Credit Suisse. Seit zwei Jahren ist Zingg nun selbstständig. Er entwickelt Applikationen für Mobiltelefone und Computer-Software für diverse Firmen oder Schulen. Aber auch Privatpersonen können sich von ihm eine persönliche App entwickeln lassen.

Leidenschaft liegt in der Familie

Als Sohn eines Informatikers wurde Zingg quasi in die IT-Branche hineingeboren. Bereits mit 12 Jahren entwickelte der Schlieremer sein erstes Computerspiel, aufgrund des rudimentären Technikstandes von damals aber mit eingeschränkten Möglichkeiten. Da sein Vater und sein Bruder selbstständig waren, war es für Zingg klar, dass auch er einmal sein eigenes Unternehmen gründen würde. Das war Ende 2012 der Fall. «App-Entwicklung betrieb ich lange Zeit nur als Hobby», sagt Zingg. Doch mit der Zeit war es immer naheliegender, dass er aus seinem Hobby eine Berufung macht. So ist er nun sein eigener Chef. «Zusammen mit meiner Freundin bin ich nun dran, unsere Firma ‹Polarity Flow.com› aufzubauen», sagt Zingg. Während er sich um das Technische kümmert, ist die Freundin für das Marketing zuständig.

1 000 000er-Marke in Sichtweite

Im Moment verdient Zingg noch nicht das grosse Geld. «Ich kann davon leben, aber das Meiste muss ich gleich wieder investieren», sagt er. Momentan verdiene er am meisten mit Gratis-Apps, in denen er bezahlte Werbung platziert. Aber er verkauft auch kostenpflichtige Anwendungen. «Nur verdiene ich mit diesen nicht so viel Geld wie mit den Einnahmen der Werbung aus den Gratis-Apps», so Zingg. Sein aktuell erfolgreichstes Produkt ist der Download der Spieleserie «Wing Zero», die auf der ganzen Welt rund 200 000 Mal heruntergeladen wurde. Verfügbar ist sie, wie die meisten Entwicklungen des Limmattalers, auf den Plattformen Playstore von Android, Windows Store von Windows und im App Store von Apple. Insgesamt hat Zingg mit all seinen rund 50 Apps zusammen bereits bis zu 800 000 Downloads erreicht, in wenigen Wochen wird er die 1 000 000er-Marke knacken.

Neues Game geplant

Doch auch wenn diese Marke ein persönlicher Erfolg ist, auf seinen Lorbeeren will sich Zingg nicht ausruhen. «Irgendwann will ich nur noch Games entwickeln können», sagt der Schlieremer. Doch zuerst soll nun sein Vorzeigeprojekt veröffentlicht werden. «Sky Mercenaries» ist ein 2-D-Action-Spiel. Das hat seinen Grund: Es soll auf möglichst vielen Plattformen wie Spielkonsolen und Mobiltelefonen Anwendung finden können und nicht alle Bildschirme sind für dreidimensionale Optik geeignet. Zingg hat das Spiel bewusst zuerst für den Computer konzipiert und erst in einem nächsten Schritt auf Mobile angepasst: «Wenn ein App zuerst fürs Handy herausgegeben wird, ist es als PC-Spiel nicht mehr verkaufbar», sagt Zingg. Denn viele User sträuben sich noch immer gegen Handygames auf dem PC.

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