Bruno Sonetto

Sein Musical strahlt am Limmattaler Nachthimmel

Umtriebig: Das zweite Musical von Bruno Sonetto wird in Schweizerdeutsch und Italienisch gezeigt.

Umtriebig: Das zweite Musical von Bruno Sonetto wird in Schweizerdeutsch und Italienisch gezeigt.

In seinem zweiten grossen Musical «Der Mond von Arcano» behandelt der Musiker und Produzent Bruno Sonetto aktuelle Themen in mittelalterlichem Kostüm.

Es war vor drei Jahren, als der Musiker Bruno Sonetto in der Abenddämmerung von Dietikon nach Schlieren nach Hause fuhr. Am Himmel vor ihm leuchtete der Mond – es war die Geburtsstunde des Musicals «Der Mond von Arcano», das heute Premiere feiert. Es ist das zweite grosse Musical von Sonetto und ein kreativer Kraftakt: Nicht nur, dass rund 80 Personen, vornehmlich Jugendliche, dabei engagiert sind; es wird auch in Schweizerdeutsch sowie Italienisch aufgeführt. «Das bedeutet eine grosse Herausforderung, die wir alle gerne meistern», so Sonetto.

Die Geschichte liest sich wie ein Märchen: Erzählt wird von einem Dorf im fiktiven Mittelalter, dessen Einwohner scheinbar in Saus und Braus leben. Das sorgt nicht etwa für Frieden, sondern für Machtspiele – bis sich der Mond vor die Sonne stellt und nur wahre Liebe für Licht sorgen kann. Ein scheinbar unmögliches Unterfangen, wäre da nicht der Aussenseiter Arcano, der bald als Retter des Dorfes in Erscheinung treten wird.

Sonetto schrieb auch realistische Töne ins Libretto. Einige Episoden nehmen Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen: «Meine Hauptbotschaft lautet, dass wir heute in einer Welt leben, in der enorm viel kommuniziert wird, aber das sehr oberflächlich. Die Tiefe fehlt und dafür steht der Mond in der Geschichte.» Um dies deutlich zu machen, werden auf einer Grossleinwand Bilder des aktuellen Zeitgeschehens zu sehen sein.

Für das Musical schrieb Sonetto ganze 38 Songs – 20 davon wurden letztlich für die Szenen ausgewählt und sind an diesem Wochenende auf der Bühne zu hören. Auch eine dazugehörige CD wurde produziert, natürlich bei Sonetto’s «Toscanelli Records». Die Lieder bieten klassische Harmonien; Melodien, die sich im Ohr einnisten sollen.

Italienische Stars veredeln Musical

«Der Mond von Arcano» strahlt am Limmattaler Himmel auch deshalb, weil Sonetto über ein beeindruckendes Netzwerk verfügt. Schon früh wusste er, welche Aufgabe er welchen Personen anvertrauen wird – Talente, die er von seinen vielen Projekten kennt. Neben der Arbeit im Musik-Studio organisiert er zahlreiche Musikwettbewerbe, führt ein Web-Radio und ist Initiant des Festivals «Il Sonetto della Musica Italiana», das auch in Italien wahrgenommen wird. «Ich brauche diese vielen Projekte, so funktioniere ich und die Ideen kommen wie von selbst», sagt Sonetto.

Er pflegt auch Freundschaften zu namhaften Mitgliedern der italienischen Musikszene. Und er landete deswegen einen grossen Coup: Mit Grazia Reitano, Salvo Vinci sowie Massimo di Cataldo treten drei Stars in der italienischen Version «La Luna die Arcano» auf. Sie singen für kleine Gagen und verstehen ihr Mitwirken eher als Freundschaftsdienst, wie Sonetto erklärt. Mit Cataldo arbeitete er zudem unlängst in Rom am Feinschliff der Songs.

Ungeachtet der Zeit und der Energie hat «Der Mond von Arcano» auch seinen Preis: Rund 23 000 Franken wurden investiert, um die musikalische Fabel an diesem Wochenende auf die Bühne zu bringen. Sponsoren konnten keine gewonnen werden, weswegen Sonetto auf viele verkaufte Eintritte hofft. Zudem besteht die Hoffnung, dass das Musical bald auch in Italien aufgeführt wird. Verhandlungen in Ravenna und Kalabrien laufen.

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