Birmensdorf
Sechs Gemeinden planen gemeinsam den Ausbau der Kläranlage

Auf rund 18 Millionen Franken budgetiert die Vorstudie des Zweckverbandes Kläranlage Birmensdorf Reppischtal den Um- und Ausbau der bestehenden Anlage.

Florian Niedermann
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Eine Vorstudie budgetiert den Um- und Ausbau der Kläranlage Birmensdorf auf 18 Millionen Franken. HO

Eine Vorstudie budgetiert den Um- und Ausbau der Kläranlage Birmensdorf auf 18 Millionen Franken. HO

An diesem Projekt sind neben der Standortgemeinde Birmensdorf fünf weitere aus den Bezirken Dietikon und Affoltern beteiligt. Dabei handelt es sich um Uitikon, Aesch, Bonstetten, Stallikon und Wettswil am Albis.

Der Umbau ist ausgelegt auf eine Betriebszeit bis mindestens 2033. Ringo Keller, Birmensdorfer Gemeinderat (SVP) und Präsident des Zweckverbands, findet die Kosten des Projekts deshalb gerechtfertigt: «Es bringt nichts, wenn man etwas baut, und zwei, drei Jahre später fängt es schon an einer anderen Ecke an.»

Reaktion auf Bevölkerungszuwachs

Die Bevölkerung im Einzugsgebiet der Kläranlage habe während der letzten Jahre bereits stärker zugenommen als prognostiziert, was sich auch in der Zulaufbelastung widerspiegle, erklärt Keller. Ausserdem ist der Betrieb der Anlage in seinem aktuellen Zustand auch mit Risiken verbunden. Schon jetzt seien zwar viele Anlageteile «zweistrassig» geführt, erläutert Keller. Damit werde verhindert, dass beim Ausfall eines Teils andere Systeme blockiert würden.

Die Erweiterung der Kläranlage sieht nun nicht nur die Verdoppelung der restlichen «einstrassig» geführten Anlageteile, sondern auch des Rechens und des Sandfangs vor. «Stellen sie sich einmal vor, was passieren würde, wenn der eine Rechen einmal ausfällt! Da ginge gar nichts mehr», sagt Keller. Das Vorprojekt nimmt aber nicht nur die Betriebssicherheit in den Fokus. Daneben stehen auch die Erhöhung und Erweiterung der Becken der Kläranlage sowie technische Erneuerungen auf dem Programm.

Bereits jetzt positive Energiebilanz

Zurzeit sei der Um- und Ausbau noch nicht mehr als ein Vorprojekt, sagt Keller. Konkreter werde es, wenn das dafür zuständige Ingenieurbüro, die Firma Hunziker Betatech, die Einzelarbeiten ausgeschrieben und Offerten eingeholt habe. Erst dann können die Kosten des Vorhabens genauer abgeschätzt werden. «Bis im Herbst 2012 sollte die Detailplanung für das Projekt durch die Betatech abgeschlossen sein. Dann wird die Weisung an die Gemeinderäte erstellt, und im Frühjahr 2013 wird – in allen beteiligten Gemeinden gleichzeitig – durch die Bevölkerung per Urne abgestimmt», so Keller.

Bereits zuvor, nämlich schon im Februar 2012, trifft sich die Kläranlagenkommission für eine Sitzung, an der die Aufträge für die Auswechslung des alten Blockheizkraftwerks (BHKW, siehe Box) vergeben werden. Dieses soll dafür sorgen, dass die Kläranlage noch energieeffizienter betrieben werden kann. Die Gelder für diesen Teil des Gesamtprojekts – zwischen 500000 und 600000 Franken – seien bereits gesprochen, sagt Keller. Und dass diese Bauphase vorgezogen werde, habe auch seine Gründe: «Das alte BHKW ist an seinem Ende. Wir hoffen deshalb, dass das neue, effizientere bis spätestens August 2012 installiert werden kann.»

Zahlen, was man braucht

Den finanziellen Aufwand, der für das Bauvorhaben aufgebracht werden muss, tragen die sechs Gemeinden des Zweckverbandes gemeinsam. Den Beteiligungsgrad der einzelnen Gemeinden errechnet man nach deren jährlichem Frischwasserverbrauch. «Ende Jahr wird der Verteilschlüssel bekannt. Dann wird man die jeweiligen Kostenanteile am Gesamtbetrag des Projekts festlegen können. Die Idee dabei ist, dass jedes Mitglied des Zweckverbands nur das zahlt, was es braucht», erklärt Keller.