Weiningen
Schwyzerörgeler vom Föhrewäldli: Ländler mit päpstlichem Segen

Die 30. Stubete der Schwyzerörgeler in Weiningen war ein musikalisches Gaudi.

Daniel Diriwächter (Text und Fotos)
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Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli
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Die Ländler-Freunde sind in der Linde Weiningen willkommen.
Auch die Menukarte stand ganz im Zeichen der Stubete.
Auch die Strizzi-Fäger aus dem Zürcher Unterland traten an der Stubete auf.
Die Kapelle Wasserflue an der Limmattaler-Stubete.

Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli

Daniel Diriwächter

Im Weininger Restaurant Linde herrschte viel Betrieb: Während verschiedene Gäste im Lokal eintrafen, machten sich die Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli – das sind Sylvia Bernet, Andi Bichsel, Hans Meier und Erich Schärer – bereit, ihre mittlerweile 30. Stubete auszurichten. An diesem Samstag war alles ein wenig anders, denn der Event-Saal der Linde, ansonsten Spielstätte der Gruppe, wurde für ein Hochzeitsbankett festlich geschmückt.

Deshalb fand die Limmattaler-Stubete ausnahmsweise in der Gaststube sowie im Stübli statt. Das hatte Charme sowie Vorteile: «Die Akustik im Restaurant ist sogar etwas besser als im Saal», wie Andi Bichsel sagte. So nahm der Abend beschwingt seinen Lauf: Die Gäste rückten gemütlich zusammen, das Gastro-Team rund um die Wirtin Maya Grossmann windete sich geschickt durch das Publikum und den Musikern standen gleich zwei Plattformen zur Verfügung.

Grosser Aufmarsch blieb aus

Neben den Protagonisten, die den Anlass organisierten, hatten sich mit der Kapelle Wasserflue, eine Formation aus dem Aargau, sowie den Strizzi Fägern aus dem Zürcher Unterland, zwei Formationen bereits im Vorfeld angemeldet, welche die Gäste mit ihrer Musik begeisterten. Auch die bekannte Jodlerin, Sängerin und Volksmusikinterpretin Gitta M. gab sich die Ehre. «Der Sinn der Stubete ist aber auch, dass man spontan vorbeikommen und mitmachen kann», so Meier. Zwar blieb der grosse Aufmarsch wegen der Frühlingsferien aus, der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch: Gerade im Stübli wurde schon nach kurzer Zeit eifrig mitgeklatscht und mitgeschaukelt. Nie blieb es ruhig an diesem Abend, denn musiziert wird an einer Stubete durchs Band.

«Die Akustik im Restaurant ist sogar etwas besser als im Saal.»

Andi Bichsel, Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli

Die Schwyzerörgeler vom Föhrewäldli sind ein sicherer Wert und dürfen auf ein treues wie zahlreiches Stammpublikum zählen. Die erste Formation um Hans Meier und Erich Schärer entstand bereits 1992; seit fünf Jahren besteht die aktuelle Zusammensetzung. Diese ist so bekannt, dass die Schwyzerörgeler 2015 sogar einmal im Vatikan die Schweizer Garde unterhalten durften. «Wir bekamen gewissermassen den Segen vom Papst», scherzte Andi Bichsel. Der Auftritt gehöre aber mit Sicherheit zu den Höhepunkten ihrer Karriere. Mit bis zu 15 Engagements pro Jahr sei man auch sonst gut gebucht.

Im Herbst ist es wieder soweit

Der Name des Quartetts rührt vom Quartierzentrum Föhrewäldli her, das die Heimat der Gruppe war, bis es 2014 geschlossen wurde, damit es saniert werden kann. Mit der Linde Weiningen fanden sie einen neuen Austragungsort für ihre Konzerte. «Seit damals sprechen wir nicht mehr von der Fahrweid-, sondern von der Limmattaler-Stubete.» Die Wirtin Maya Grossmann, welche die Linde in der dritten Generation führt, sagte damals sofort zu: «Schon meine Grosseltern pflegten die Tradition der Volksmusik.» Zumal sie seinerzeit den grossen Saal nach 40 Jahren wieder eröffnete und dieser sich für die Schwyzerörgeler geradezu anbot. Im Oktober soll es wieder soweit sein; dann ist die nächste Stubete angesagt.