Wer seine politischen Vertreter schwitzen sehen wollte, kam am Holzerfäscht auf seine Kosten. Die Wettinger Gemeinderäte duellierten sich auf dem Sägevelo mit jenen aus Killwangen, während sich die Widener beim Nageln gegenseitig auf die Finger schlugen und die Spreitenbacher bündelweise Limmattaler Zeitungen durch die Luft schleudern mussten. «Kampf der Gemeinden» nannte sich das Spektakel, bei dem der Rudolfstetter Gemeindeschreiber gegen den Vizeammann von Bergdietikon antrat - und trotz des Heimvorteils seines Gegners gewann. Die stolzen Vertreter aus Rudolfstetten durften den Wanderpokal mit nach Hause nehmen.

Geselligkeit trotz warmem Bier

Auch nebst dem Politikerwettkampf hatte das Dorffest einiges zu bieten. «Hier sind nicht nur Fressstände - wir haben ein vielseitiges Programm», betonte Gemeindeammann Gerhart Isler. Tatsächlich wurde den zahlreichen Besuchern am Samstag nicht langweilig: Fahrradwettrennen für die Kinder, ein Platzkonzert der Jugendmusik Spreitenbach und die Fahnenweihe des Sportvereins sorgten für Abwechslung.

Eines der Programmhighlights war die Timbershow. Festorganisator Werner Weibels Urteil: «Diese Männer mit Mukkis sind einfach der Hit!» Die «Männer mit Mukkis», drei Timbersportler der Schweizer Nationalmannschaft, zeigten bei der Holzfällershow tatsächlich ihre athletischen Körper. Bei den Disziplinen Handsägen, Motorsägen, Axthacken und Klettern liessen sie ihre Bizeps spielen. «Im Timbersport braucht man Kraft und Technik. Nur fest draufzuhauen reicht niemals aus», sagte Stefan Hübscher. Dass er seine Sportart bestens beherrscht, demonstrierte er, als er mit einer rasiermesserscharfen Axt einen Föhrenstamm zerhackte als sei er aus Butter.

Ein weiterer Programmhöhepunkt war das «Pfüdirennen». Bei dem Fahrradwettrennen für Kinder, waren die Popobacken der jüngsten Sportlern mit Jahrgang 2010 noch mit Windeln gepolstert. Tränen flossen, als dem Jungen, dem die blonden Engelslocken unter dem Helm klebten, der Nuggi aus dem Mundwinkel fiel und seinem Verfolger unters Rad kam.

Die Festbesucher genossen das gesellige Zusammensein, tunkten Älplermagronen in Apfelmus, lauschten den «Adlerspitz-Buebä» oder schlenderten durch den Markt. Nur eines hatten die Gäste zu bemängeln: «Das Bier wird viel zu schnell warm», empörte sich ein junger Mann, stiess mit seinen Kollegen aber trotzdem auf den Sommer an.

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