Schon vor dem offiziellen Programm herrschte in der Stadthalle Dietikon ein emsiges Treiben. Volksmusikfans aus der ganzen Schweiz kamen am Jodlerabig zusammen, tauschten sich bei einem würzigen Wurst-Käse-Salat aus und teilten zusammen ihre Freude an den althergebrachten Brauchtümern. «Es ist schön zu sehen, dass diese Tradition gepflegt wird. Die zahlreichen Jodlerfeste zeigen auch, dass unsere Brauchtümer noch aktuell sind und gelebt werden», so Daniel Berweger aus Dietikon über den Stellenwert der Volksmusik.

Doch wie stark ist unser kulturelles Erbe tatsächlich in der modernen Gesellschaft verankert? Die gebürtige Brasilianerin Elinette Hipolitto aus Baden hat dazu eine kritische Meinung: «Ich denke, es kommt auf die Region an, aber bei uns in Baden werden die Traditionen im Alltag praktisch nicht mehr gelebt. Es ist schade, dass die Jungen nicht mehr Volksmusik spielen.»

Dass die Schweizer Volksmusik noch nicht gleich vor dem Aussterben steht, beweist zumindest der Jodlerklub Herisau. Dieser konnte im letzten Jahr nämlich einen starken jugendlichen Zuwachs verzeichnen.