Oetwil
«Schweizer Banknoten im Wandel der Zeit»: So umfangreich ist keine andere Ausstellung

In der Gemeindescheune werden über 130 Banknoten ausgestellt. Einige sind wahre Raritäten.

Thomas Mathis
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Diese 1000er-Note verlor vor 17 Jahren ihren Wert. Paul Studer zeigt sie derzeit im Original.

Diese 1000er-Note verlor vor 17 Jahren ihren Wert. Paul Studer zeigt sie derzeit im Original.

Mario Heller

Nach der 50er-Note soll Mitte Mai der neue 20er kommen. Er ist Teil der bisher insgesamt neunten Banknotenserie der Schweizerischen Nationalbank. Mit aktuellen Schein wird über die Jahre das Gleiche passieren wie mit vielen anderen Banknoten: Er wird zum Sammlerstück. Solche ausgedienten Banknoten sind ab heute in der Gemeindescheune in Oetwil im Original ausgestellt. Unter dem Titel «Schweizer Banknoten im Wandel der Zeit» gibt Gemeindepräsident Paul Studer Einblick in seine umfangreiche Privatsammlung.

Die Ausstellung kann am Samstag und Sonntag von diesem und kommendem Wochenende von 14–16 Uhr besichtigt werden. Am Freitag ist die Gemeindescheune von 19–21 Uhr geöffnet.

«Es werden mehr als 130 Noten zu sehen sein», sagt Studer auf Anfrage. Viele davon stammen aus dem 19. Jahrhundert. Damals existierte die Nationalbank, die erst 1905 gegründet wurde, noch nicht. Jede Bank gab ihre eigenen Noten heraus. Die Vielfalt der Scheine ist entsprechend gross. Vor der Gründung des Bundesstaates 1848 haben sich sogar die Währungssysteme von Kanton zu Kanton unterschieden. Wie viele Banknoten aus dem 19. Jahrhundert in seiner Sammlung fehlen, kann Studer nicht genau beziffern: «Einige Scheine, die ich nicht besitze, kennt man nur aus der Literatur. Es ist fraglich, ob es sie überhaupt noch gibt.»

Note aus dem 14. Jahrhundert

Die Vielfalt an Originalnoten aus dem 19. Jahrhundert ist nicht die einzige Besonderheit der Ausstellung. Einmalig ist auch, dass sämtliche neun von der Nationalbank seit 1907 herausgegebenen Notenserien im Original gezeigt werden. Studer sammelt seit 30 Jahren Banknoten. Er ist einer von wenigen Schweizern, die dieser Beschäftigung nachgehen. Auf Stellwänden zeigt er zudem Abbildungen von Notenserien, die nie in den Umlauf kamen.

Eine der ältesten Banknoten der Schweiz ist in Oetwil ausgestellt.

Eine der ältesten Banknoten der Schweiz ist in Oetwil ausgestellt.

Mario Heller

Einen speziellen Platz hat der Gemeindepräsident der ältesten Banknote der Welt eingeräumt. Der Schein, der im 14. Jahrhundert in China verwendet wurde, eröffnet die Ausstellung. Unter den ausgestellten Scheinen ist auch eine der ältesten Banknoten der Schweiz zu finden. Sie wurde 1832 von der Depositokasse der Stadt Bern herausgegeben und damals noch von Hand ausgefüllt.

«Marktschreierisch könnte ich sagen, dass dies die umfangreichste Ausstellung ist, die es in der Schweiz je gegeben hat», sagt der Sammler. Erst auf Anregung von Kollegen aus der Szene habe er sich entschlossen, seinen grossen Fundus öffentlich zu präsentieren.

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