Spital Limmattal
Schweigen ist gefährlich: «Speak up» soll Kommunikationsprobleme ansprechen

Das Spital Limmattal legt grossen Wert auf eine offene Kommunikationskultur unter allen Mitarbeitenden.

Tobias Bolli
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(Symbolbild)

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Zur Verfügung gestellt

Ein Arzt führt eine Visite durch, ohne sich zuvor die Hände desinfiziert zu haben; bei der Medikamentenabgabe werden Frau Meier und Herr Maier miteinander verwechselt: Wo Menschen tätig sind, können Fehler geschehen. Tragisch wirken sich diese besonders im Spitalbereich aus. Obschon da potenzielle Fehlhandlungen und Unvorsichtigkeiten oft von anderen beobachtet werden, wird nicht immer auch darauf reagiert. Die Gründe dafür sind schlecht, aber menschlich nachvollziehbar. Schliesslich soll der geschätzte Kollege nicht vor den Kopf gestossen, die gute Beziehung mit dem Vorgesetzten nicht aufs Spiel gesetzt werden.

«Speak up»: Ohne Courage keine Sicherheit

Das Spital Limmattal führt in der Aktionswoche der Patientensicherheit Schweiz zum Thema «Speak up» diverse Aktionen durch. «Speak up» heisst reagieren und Kollegen sowie Vorgesetzte ansprechen, wenn die Patientensicherheit gefährdet ist. Nebst einem Stand für Besucher und Patienten findet am Montag um 16:15 Uhr eine öffentliche Veranstaltung zum Thema statt. Dr. med. Thomas Hegi, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin, und Dr. sc.nat. Aline Richard, Stiftung Patientensicherheit Schweiz, geben einen Einblick in die Kommunikationskultur in Schweizer Spitälern und klären darüber auf, wie wir alle Fehlern vorbeugen und diese vermeiden können. Der Sonntag, 17. September, ist zudem der internationale Tag der Patientensicherheit.

Um solche Kommunikationsprobleme anzusprechen und Spitalmitarbeitende zu einem offeneren Austausch zu ermutigen, lanciert die Stiftung Patientensicherheit Schweiz vom 17. bis zum 22. September eine Aktionswoche: «Speak up – Wenn Schweigen gefährlich ist», lautet ihr Motto. Das Spital Limmattal, das seit mehreren Jahren eine Mentalität der offenen Kommunikation fördert, hat sich im Vorfeld dazu anerboten, Auskunft über dieses Thema zu geben. Zur Verfügung gestellt haben sich vier Mitarbeitende aus vier verschiedenen Bereichen des Spitals. Nachfolgend schildern sie ihre Perspektive.

PD Dr. med. Urs Zingg, Chefarzt Chirurgische Klinik Meine Tür ist immer offen, Chefärzte verschanzen sich nicht irgendwo in einem Glasturm. So viel ist klar: Wenn man als Arzt nicht auf die Pflegenden hört, begeht man einen kapitalen Fehler. Bei mir am Rapport redet zum Beispiel immer nur eine Person, die anderen hören zu – egal wie hoch sie in der Hierarchie stehen. Die Mentalität, einander möglichst zu schonen und kritische Dinge auszusparen, gibt es bei uns nicht. Es gilt aber auch eine Balance zu wahren: Wenn bei mir jeden Morgen 35 verschiedene Leute durch die offene Tür laufen, müsste ich diese auch mal wieder schliessen. Nicht zuletzt treten immer wieder Situationen auf – insbesondere in der Chirurgie –, bei denen schnell und zielgerichtet gehandelt werden muss. Da ist es dann nicht möglich, von allen Parteien noch eine Wortmeldung einzuholen. «Speak up» gilt auch für den Patienten gegenüber dem behandelnden Arzt. Ein wichtiges Feedback dazu erhalten wir namentlich von den Hausärzten. Nicht immer kann und will sich der Patient schon während des Spitalaufenthalts kritisch äussern. Gegenüber dem Hausarzt ist das oft einfacher, er leitet die Rückmeldung dann an das Spital weiter.
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PD Dr. med. Urs Zingg, Chefarzt Chirurgische Klinik Meine Tür ist immer offen, Chefärzte verschanzen sich nicht irgendwo in einem Glasturm. So viel ist klar: Wenn man als Arzt nicht auf die Pflegenden hört, begeht man einen kapitalen Fehler. Bei mir am Rapport redet zum Beispiel immer nur eine Person, die anderen hören zu – egal wie hoch sie in der Hierarchie stehen. Die Mentalität, einander möglichst zu schonen und kritische Dinge auszusparen, gibt es bei uns nicht. Es gilt aber auch eine Balance zu wahren: Wenn bei mir jeden Morgen 35 verschiedene Leute durch die offene Tür laufen, müsste ich diese auch mal wieder schliessen. Nicht zuletzt treten immer wieder Situationen auf – insbesondere in der Chirurgie –, bei denen schnell und zielgerichtet gehandelt werden muss. Da ist es dann nicht möglich, von allen Parteien noch eine Wortmeldung einzuholen. «Speak up» gilt auch für den Patienten gegenüber dem behandelnden Arzt. Ein wichtiges Feedback dazu erhalten wir namentlich von den Hausärzten. Nicht immer kann und will sich der Patient schon während des Spitalaufenthalts kritisch äussern. Gegenüber dem Hausarzt ist das oft einfacher, er leitet die Rückmeldung dann an das Spital weiter.
PD Dr. med. Urs Zingg, Chefarzt Chirurgische Klinik Meine Tür ist immer offen, Chefärzte verschanzen sich nicht irgendwo in einem Glasturm. So viel ist klar: Wenn man als Arzt nicht auf die Pflegenden hört, begeht man einen kapitalen Fehler. Bei mir am Rapport redet zum Beispiel immer nur eine Person, die anderen hören zu – egal wie hoch sie in der Hierarchie stehen. Die Mentalität, einander möglichst zu schonen und kritische Dinge auszusparen, gibt es bei uns nicht. Es gilt aber auch eine Balance zu wahren: Wenn bei mir jeden Morgen 35 verschiedene Leute durch die offene Tür laufen, müsste ich diese auch mal wieder schliessen. Nicht zuletzt treten immer wieder Situationen auf – insbesondere in der Chirurgie –, bei denen schnell und zielgerichtet gehandelt werden muss. Da ist es dann nicht möglich, von allen Parteien noch eine Wortmeldung einzuholen. «Speak up» gilt auch für den Patienten gegenüber dem behandelnden Arzt. Ein wichtiges Feedback dazu erhalten wir namentlich von den Hausärzten. Nicht immer kann und will sich der Patient schon während des Spitalaufenthalts kritisch äussern. Gegenüber dem Hausarzt ist das oft einfacher, er leitet die Rückmeldung dann an das Spital weiter.
PD Dr. med. Urs Zingg, Chefarzt Chirurgische Klinik Meine Tür ist immer offen, Chefärzte verschanzen sich nicht irgendwo in einem Glasturm. So viel ist klar: Wenn man als Arzt nicht auf die Pflegenden hört, begeht man einen kapitalen Fehler. Bei mir am Rapport redet zum Beispiel immer nur eine Person, die anderen hören zu – egal wie hoch sie in der Hierarchie stehen. Die Mentalität, einander möglichst zu schonen und kritische Dinge auszusparen, gibt es bei uns nicht. Es gilt aber auch eine Balance zu wahren: Wenn bei mir jeden Morgen 35 verschiedene Leute durch die offene Tür laufen, müsste ich diese auch mal wieder schliessen. Nicht zuletzt treten immer wieder Situationen auf – insbesondere in der Chirurgie –, bei denen schnell und zielgerichtet gehandelt werden muss. Da ist es dann nicht möglich, von allen Parteien noch eine Wortmeldung einzuholen. «Speak up» gilt auch für den Patienten gegenüber dem behandelnden Arzt. Ein wichtiges Feedback dazu erhalten wir namentlich von den Hausärzten. Nicht immer kann und will sich der Patient schon während des Spitalaufenthalts kritisch äussern. Gegenüber dem Hausarzt ist das oft einfacher, er leitet die Rückmeldung dann an das Spital weiter.

PD Dr. med. Urs Zingg, Chefarzt Chirurgische Klinik Meine Tür ist immer offen, Chefärzte verschanzen sich nicht irgendwo in einem Glasturm. So viel ist klar: Wenn man als Arzt nicht auf die Pflegenden hört, begeht man einen kapitalen Fehler. Bei mir am Rapport redet zum Beispiel immer nur eine Person, die anderen hören zu – egal wie hoch sie in der Hierarchie stehen. Die Mentalität, einander möglichst zu schonen und kritische Dinge auszusparen, gibt es bei uns nicht. Es gilt aber auch eine Balance zu wahren: Wenn bei mir jeden Morgen 35 verschiedene Leute durch die offene Tür laufen, müsste ich diese auch mal wieder schliessen. Nicht zuletzt treten immer wieder Situationen auf – insbesondere in der Chirurgie –, bei denen schnell und zielgerichtet gehandelt werden muss. Da ist es dann nicht möglich, von allen Parteien noch eine Wortmeldung einzuholen. «Speak up» gilt auch für den Patienten gegenüber dem behandelnden Arzt. Ein wichtiges Feedback dazu erhalten wir namentlich von den Hausärzten. Nicht immer kann und will sich der Patient schon während des Spitalaufenthalts kritisch äussern. Gegenüber dem Hausarzt ist das oft einfacher, er leitet die Rückmeldung dann an das Spital weiter.

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