Schlieren
2022 will er vorwärtsmachen: Das sagt der Stadtrat zu den Vorwürfen bezüglich Vogelschutz

Weil in Schlieren viel gebaut und saniert wird, sorgt sich Parlamentarier Dominik Ritzmann (Grüne) um das Wohl der Vögel. So prangert er an, dass eine der grössten Mehlschwalbenkolonien verloren gegangen ist. Nun liegt eine Antwort vom Stadtrat vor.

Larissa Gassmann
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Rauchschwalben, beobachtet im Rahmen der Aktion «Stunde der Gartenvögel». (Symbolbild)

Rauchschwalben, beobachtet im Rahmen der Aktion «Stunde der Gartenvögel». (Symbolbild)

Severin Bigler

In Schlieren werde «ohne Rücksichtnahme auf die Brutplätze saniert», befindet Parlamentarier Dominik Ritzmann (Grüne). Er kritisiert, dass «aufgrund dieser Nachlässigkeit der Stadt» eine der grössten Mehlschwalbenkolonien des Kantons verschwunden sei. Nun liegt vonseiten des Stadtrats eine Antwort auf seine Mitte August eingereichte Kleine Anfrage vor.

«Die Pflicht zum Schutz von allfälligen Gebäudebrütern ist fixer Bestandteil einer Bau- oder Abbruchbewilligung», schreibt der Stadtrat. Heisst: Bevor die Bauherrschaft mit geplanten Arbeiten beginnen darf, muss sie nachweisen, dass keine Gebäudebrüter davon betroffen sind. Dazu würde man die Brutzeiten der Vögel jeweils beachten und Abbruchtermine beispielsweise so legen, «dass diese ausserhalb dieser Zeitfenster zu erfolgen hatten».

Störende Eingriffe ins Brutgeschäft sind verboten

Denn: Während der Brutzeit gilt gemäss einem Merkblatt der kantonalen Baudirektion für sämtliche Vogelarten ein «absoluter Schutz». Deshalb sind «störende Eingriffe ins Brutgeschäft verboten». So sind Gemeinden denn auch dazu verpflichtet, die Nistplätze von standorttreuen Gebäudebrütern in ein Inventar aufzunehmen. «Besonders störend» sei aber, dass Schlieren bis heute keines habe, wie Ritzmann schreibt.

Dies wird vonseiten des Stadtrats denn auch nicht verneint. Ein Gebäudebrüterinventar sei laut ihm nämlich nicht Bestandteil des 1995 erarbeiteten kommunalen Inventars der Natur- und Landschaftsschutzobjekte. Dieses gliedere sich in die zwei Hauptkategorien Naturschutzobjekte und Bäume, «was sich bis anhin bewährte». Vorgesehen ist eine grundlegende Anpassung des Inventars für 2022, ab dann soll dieses auch die Gebäudebrüter berücksichtigen. Bis dahin stelle der Prozess der baurechtlichen Bewilligungen ihren Schutz sicher.

Mit der ausstehenden Inventarüberarbeitung will die Stadt «ein noch auszuwählendes Fachbüro» beauftragen. Dabei werden für spezifische und neue Inhalte weitere Fachleute beigezogen. In Frage käme in diesem Fall etwa die Organisation Birdlife.

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